Beiträge von Arcosh

    Früher gab es in den Europapokalwettbeweben zunächst die 3-Jahres-Wertung, die über die Anzahl der Teilnehmer pro Verband entschied. Die Setzliste innerhalb der einzelnen Wettbewerbe basierte aber allein auf dem Abschneiden von Vereinen eines Landes in den vergangenen drei Jahren innerhalb dieses speziellen Wettbewerbes. D.h. für die Setzliste des EHF-Pokals waren Ergebnisse aus der Champions-League irrelevant. Es zählte nur wie Mannschaften aus dem Land des Teilnehmers in den letzten drei Jahren abgeschnitten hatten. Es gab einen Punkteschlüssel für gewonnene Spiele und überstandene Runden im Wettbewerb.

    Inzwischen läuft vieles über Wild cards und weiche Faktoren (Zuschauerzahlen, mediales Interesse, Vermarktung, Spielstätte, etc.) und da bin ich mir nicht sicher ob es noch immer so oder so ähnlich bei der Setzliste für die Wettbewerbe gehandhabt wird.

    Was ich nicht verstehe, ist, dass ein hochentwickeltes Land wie Japan mit dem Impfen nicht schon weiter ist. Dass die Spiele dort sind, steht auch nicht erst seit gestern fest. Aber bei 40 oder 50 % Impfquote wäre es vielleicht auch nicht viel anders gewesen.


    Zum Thema "Staatliche Impfprogramme in Japan" empfehle ich diesen Artikel zur HPV-Impfung. Ich denke dies wird auch bei der Covid-19-Impfung noch bei den Menschen im Hinterkopf sein und einer der Gründe dafür sein, dass Japan sein Impfgrogramm erst sehr spät gestartet hatte. Anfang des Jahres hatte eine Umfrage ergeben, dass nur ca. 20% der Japaner bereit waren sich zeitnah impfen zu lassen. Der überwiegende Teil der Bevölkerung wollte zunächst abwarten. Die Impfmittelhersteller wie Biotech/Pfizer oder Moderna mussten sogar zusätzliche Studien mit asiatischen Probanden nachreichen, weil in der Hauptstudie für die Impfstoff-Zulassung in Europa und Nordamerika der Anteil asiatischer Probanden zu gering war.

    Für die Sportler hoffe ich, dass sie auch mal das Olympische Dorf verlassen dürfen und sich in der Stadt bewegen können.


    Daraus wird nichts. Touristische Ausflüge und Kontakt zur lokalen Bevölkerung sind den Athleten untersagt. Sie dürfen erst wenige Tage vor ihrem ersten Wettkampf ins Olympische Dorf einziehen und sollen spätestens zwei Tage nach ihrem letzten Einsatz wieder abreisen. Fast alles was die olympischen Spiele in der Vergangenheit ausgezeichnet hat, wird es diesen Sommer nicht geben. Im Prinzip ist es nur noch eine Reihe von Wettkämpfen, die zufällg zur selben Zeit am selben Ort stattfinden.

    Also Viertelfinale ist Pflicht, ganz klar. Dafür ist auch die Mannschaft zu stark, um es nicht zu schaffen. Ich rechne mit Platz 3, vielleicht sogar 2. Dieser zweite Platz wäre Gold wert, da ich Dänemark und Schweden ein ganzes Level über Portugal und Ägypten einschätze, gegen die die Deutschen beide gute Chancen hätten. Vom Gefühl her ist Norwegen der stärkste deutsche Gegner in der Vorrunde und auch der, der der Mannschaft am wenigsten liegt.


    Gold vielleicht nicht direkt, aber eine Medaille könnte er wert sein. ;)


    So sehe ich das auch. Ich verstehe aber nicht, wenn man mit plus-acht führt und ist in Unterzahl, dass man unbedingt den Torhüter herausnehmen muss und sich dadurch zwei "Dinger" einschenken lässt. Diese Taktik ist grob fahrlässig.


    Bei einem "Test"spiel steht nicht der hohe Sieg im Vordergrund, sondern die Möglichkeit gewisse Spielsituationen unter Wettkampfbedingungen auszuprobieren. Bei einer 8-Tore-Führung wäre das Herausnehmen der Torwarts normalerwiese nicht sinnvoll, aber beim olympischen Turnier wird es wahrscheinlich ähnliche Situationen bei engerem Spielstand geben.

    Für die Zuschauer ist die Flensburger Gruppe deutlich attraktiver, für die Belastung der Spieler eher die Kieler Gruppe. Ich denke die SG Flensburg-Handewitt wird mit dosiertem Einsatz und Fokussierung auf die Heimspiele die K.O.-Phase erreichen und nicht versuchen Kräfte für den Gruppensieg zu verschwenden.

    Was geschieht nach der Olympia-Enttäuschung?


    Dazu müssten wir zunächst einmal überlegen, bei welchem Abschneiden der deutschen Mannschaft von einer Enttäuschung zu sprechen wäre.

    Wenn wir die Träumereien des DHB-Vize vom Olympia-Gold mal als ebensolche vernachlässigen, dann wäre meiner Ansicht nach das Erreichen des Halbfinals ein Erfolg und das Ausscheiden in der Vorrunde eine Enttäuschung. Ein Ausscheiden im Viertelfinale wäre somit der schmale Grat zwischen beidem, bei der die Bewertung sicherlich vom Auftreten im gesamten Turnier und der Leistung im Viertelfinale selbst abhängen würde. Auch wenn die Gruppe der DHB-Auswahl stark besetzt ist, halte ich Platz 3 oder 4 in Gruppe A für realistisch und das würde im Viertelfinale vermeintlich einen Titelfavoriten als Gegner bedeuten.

    Aber warten wir es ab, denn das olympische Turnier verlangt von den Mannschaften alle zwei Tage ihr volles Leistungspotential abzurufen und es gibt keine einfachen Gegner in Gruppe A.

    Interessanter als die Frage in welcher Gruppe sich der THW Kiel relativ sicher für die K.O.-Phase qualifizieren wird, finde ich den Fall Vardar Skopje. Ich hatte ehrlich gesagt, die "Neugründung" im vergangenen Sommer gar nicht aktiv wahrgenommen. Diese Form der Schuldentilgung ist meiner Meinung nach nicht im Sinne eines fairen Wettbewerbs - insbesondere wenn es stimmen sollte, dass die Lohnansprüche der Spieler oder Mitarbeiter nicht erfüllt worden sind.

    Letztlich eine Aktion die unschön anzusehen ist, aber den Regeln entsprechend geahndet wurde. Zwar vielleicht wider dem allgemeinen Sinn des Spiels aber zielführend und daher wohl auch clever gemacht. Ich kann dieses Fouldaher nachvollziehen.

    Gewünscht hätte ich mir aber in der Situation vorher einen 7m, aber dennoch Glückwunsch an die Kieler Spieler.


    Natürlich ein zielführendes Foul, dass in dieser Situation clever war und daher vollkommen nachvollziehbar. Trotzdem bleibe ich dabei, dass nach 8:3 und 8:4b die Kieler Mannschaft am Ende nur noch mit vier Spielern hätte auf dem Feld stehen dürfen - was aber wohl trotzdem zum Unentschieden gereicht hätte, weil das Foul von Weinhold perfekt getimed war.

    Steffen Weinhold sichert mit der letzten (sehr cleveren) Abwehraktion die Meisterschaft. Herzlichen Glückwunsch.


    Grieschich-römisch zur Meisterschaft (ohne, dass es die fällige Zeitstrafe gab) - das passt wunderbar zu diesem eher dreckigen Unentschieden. Für Kiel hat es gereicht und damit Glückwunsch zur Meisterschaft!

    Florian Kehrmann zum Trainer des Jahres zu wählen, dürfte stark vom DHB-Pokalsieg beflügelt worden sein. Die HBL-Saison 2020/21 war für den TBV Lemgo solide, aber in meinen Augen ohne echte Highlights. Platz 9 in der Abschlusstabelle. Aus den sechszehn Spielen gegen die besser platzierten Mannschaften der HBL haben sie nur zwei Siege und insgesamt 8:24-Punkte holen können - wovon ein Sieg heute gegen Magdeburger war für die es um nichts mehr ging.

    Andererseits könnte ich spontan auch keinen anderen Trainer benennen, der diese Saison in der 1. Bundesliga herausgestochen wäre. Daher genügt der DHB-Pokalsieg wohl zur Auszeichnung, der zum Teil eben auch ein Resultat seiner langjährigen Arbeit in Lemgo war.

    Glückwunsch an den TuS N-Lübbecke und Emir Kurtagic zum Aufstieg! Nach dem verhaltenen Saisonstart mit 10:6-Punkten aus den ersten acht Spielen hatte ich sie schon fast abgeschrieben, aber mit der besten Rückrunde aller Zweitligisten haben sie sich zurückgekämpft und im (vor)entscheidenden Duell gegen den VfL Gummersbach eindrucksvoll ihren Aufstiegswillen unter Beweis gestellt. Viel Erfolg in der 1. Liga!

    Na ja, mit Halsschmerzen geht man ja auch nicht zum Arzt. Ansonsten finde ich nur, dass du dich da etwas sehr reinsteigerst.
    Zur Penetranz nur kurz, die kommt hauptsächlich übers TV und das Internet. Man kann dann einigen Dingen kaum ausweichen. Da tritt bei mir eine Sättigung mit leichtem Nervfaktor ein, bzw. ich stumpfe ab, egal ob das Coronazahlen oder Bombenattentate in Bagdad oder Syrien sind. Finde ich alles nicht gut, toleriere ich auch nicht, aber andererseits will ich das angesichts eigener Ohnmacht auch nicht jeden Tag sehen. Deshalb ignoriere ich das nicht, toleriere es nicht, sondern lebe lieber, was ich so kann. Meinen Regenbogenbeitrag leiste ich auch durch gelebte Normalität mit queeren Freundinnen und meiner Nichte und deren Frau z. B. Ist auch immer noch nicht so normal wie es sein sollte. Die Mutter meiner Nichte hat diese wegen ihrer sexuellen Orientierung verstoßen. Das hätte ich eher von meinem stockkonservativen Vater erwartet. Aber nein, es kam anders.


    Ich kann nachvollziehen was du schrebst bzgl. Sättigung und Nervfaktor, aber ist nicht genau das der entscheidende Punkt? Wer aufgrund seiner offen ausgelebten sexuellen Orientierung oder seiner Hautfarbe im Alltag tagtäglich Diskriminierungen erlebt (mal direkt ausgesprochen, mal als Andeutung hinter vorgehaltener Hand), der hat nicht die Möglichkeit zu sagen "Heute habe ich mal keine Lust darauf" oder "Das ist mir jetzt zuviel". Ich denke, niemand erwartet, dass Du Dein Leben komplett auf den Kopf stellen sollst, aber es ist meiner Meinung nach wichtig immer wieder auf Mißstände in der Gesellschaft hinzuweisen - egal ob es Diskriminierung, Tierleid, Umweltzerstörung oder Kriege sind. Es ist traurig, dass z.B. Deine Nichte aufgrund ihrer Partnerschaft zu einer Frau von der eigenen Mutter verstoßen wurde. Realistisch betrachtet wird wohl keine geschwenkte Regenbogenfahne etwas an der Einstellung dieser Mutter ändern. Aber in meinen Augen ist es wichtig, dass die Kinder aufwachsen mit Wissen, dass niemand aufgrund seiner Herkunft, seines Aussehens oder seiner sexuellen Orientierung beurteilt bzw. gar verurteilt werden sollte. Die heranwachsende Generation ist es, die die Zukunft unserer Gesellschaft prägen wird und denen von mir aus ruhig jeden Tag gezeigt werden darf, dass es Misstände gibt, aber dass die Menschen es selber in der Hand haben auf diese Missstände hinzuweisen und sie zu ändern - selbst wenn der Einzelne nur einen ganzen kleinen Beitrag dadurch leisten kann, dass er ein Regenbogen-Fähnchen schwenkt.

    Fachfremder: etwa 78% machen in Deutschland Abitur, somit ist das ja logisch, dass auch in der Bundesliga ein hoher Anteil an Spielerinnen mit allgemeiner Hochschulreife sind.


    Die Zahl stimmt so nicht. 2019 betrug der Anteil der Schulabsolventen/-innen mit allgemeiner Hochschulreife (Abitur) an der gleichaltrigen Bevölkerung bundesweit 40,2 %. Die 78% mit denen Du das wohl verwechselt hast, ist der Anteil der Menschen mit allgemeiner Hochschulreife unter den Studienberechtigten (78,4 % mit Allgemeiner Hochschulreife, 21,6 % mit Fachhochschulreife). Insofern wäre statistisch zu erwarten, dass lediglich 40% der Handballer/innen Abitur hätten, wenn es keine (indirekte) Korrelation zwischen Bildung, Elternhaus und der Entscheidung für (semi-)professionellen Handballsport gäbe.