Na ja, mit Halsschmerzen geht man ja auch nicht zum Arzt. Ansonsten finde ich nur, dass du dich da etwas sehr reinsteigerst.
Zur Penetranz nur kurz, die kommt hauptsächlich übers TV und das Internet. Man kann dann einigen Dingen kaum ausweichen. Da tritt bei mir eine Sättigung mit leichtem Nervfaktor ein, bzw. ich stumpfe ab, egal ob das Coronazahlen oder Bombenattentate in Bagdad oder Syrien sind. Finde ich alles nicht gut, toleriere ich auch nicht, aber andererseits will ich das angesichts eigener Ohnmacht auch nicht jeden Tag sehen. Deshalb ignoriere ich das nicht, toleriere es nicht, sondern lebe lieber, was ich so kann. Meinen Regenbogenbeitrag leiste ich auch durch gelebte Normalität mit queeren Freundinnen und meiner Nichte und deren Frau z. B. Ist auch immer noch nicht so normal wie es sein sollte. Die Mutter meiner Nichte hat diese wegen ihrer sexuellen Orientierung verstoßen. Das hätte ich eher von meinem stockkonservativen Vater erwartet. Aber nein, es kam anders.
Ich kann nachvollziehen was du schrebst bzgl. Sättigung und Nervfaktor, aber ist nicht genau das der entscheidende Punkt? Wer aufgrund seiner offen ausgelebten sexuellen Orientierung oder seiner Hautfarbe im Alltag tagtäglich Diskriminierungen erlebt (mal direkt ausgesprochen, mal als Andeutung hinter vorgehaltener Hand), der hat nicht die Möglichkeit zu sagen "Heute habe ich mal keine Lust darauf" oder "Das ist mir jetzt zuviel". Ich denke, niemand erwartet, dass Du Dein Leben komplett auf den Kopf stellen sollst, aber es ist meiner Meinung nach wichtig immer wieder auf Mißstände in der Gesellschaft hinzuweisen - egal ob es Diskriminierung, Tierleid, Umweltzerstörung oder Kriege sind. Es ist traurig, dass z.B. Deine Nichte aufgrund ihrer Partnerschaft zu einer Frau von der eigenen Mutter verstoßen wurde. Realistisch betrachtet wird wohl keine geschwenkte Regenbogenfahne etwas an der Einstellung dieser Mutter ändern. Aber in meinen Augen ist es wichtig, dass die Kinder aufwachsen mit Wissen, dass niemand aufgrund seiner Herkunft, seines Aussehens oder seiner sexuellen Orientierung beurteilt bzw. gar verurteilt werden sollte. Die heranwachsende Generation ist es, die die Zukunft unserer Gesellschaft prägen wird und denen von mir aus ruhig jeden Tag gezeigt werden darf, dass es Misstände gibt, aber dass die Menschen es selber in der Hand haben auf diese Missstände hinzuweisen und sie zu ändern - selbst wenn der Einzelne nur einen ganzen kleinen Beitrag dadurch leisten kann, dass er ein Regenbogen-Fähnchen schwenkt.