Weißte was? Es ist mir eigentlich auch scheißegal. Vielleicht wollte er sich ringsherum absichern, vielleicht wollte er auf den Putz hauen, wie auch immer. Für mich fängt das Problem schon früher an. Wenn ich Angst vor Ansteckung habe, gehe ich nicht in eine Halle mit 12000 Menschen, egal ob mit oder ohne Maskenpflicht. Eine Maskenpflicht auszurufen ohne Chance und/oder die Absicht die Einhaltung durchzusetzen finde ich genauso bescheuert wie darauf zu vertrauen, dass sich alle freiwillig daran halten.
Dafür, dass es Dir "eigentlich scheißegal" ist, erlaubst Du Dir eine Menge unsinnige Mutmaßungen.
Ja, die Tatsache, dass das DHB-Pokal Final Four als eine Veranstaltung unter 2G-Bedingungen mit durchgehender Maskenpflicht angekündigt wurde, war für mich ein Argument kurzfristig noch eine Karte zu kaufen. Die Gründe weshalb das für mich persönlich relevant war sind persönlicher Natur und die werde ich hier nicht ausbreiten, denn das spielt überhaupt keine Rolle. Die HBL als Veranstalter hat ein Hygienekonzept aufgestellt und im Vorfeld publiziert. Es ist die Aufgabe des Veranstalters die Einhaltung im Rahmen seiner Möglichkeiten sicherzustellen. Einlasskontrollen sind ein MUSS bei 2G! Die einzige Hürde dabei ist es ausreichend Personal bereit zu haben. Die HBL wusste Monate im Vorraus, dass ca. 13.000 Zuschauer in der Halle sein werden. Wenn ich annehme, dass die Kotrolle des Tickets, des Ausweises und des Impf- bzw. Genesenenstatus pro Person z.B. acht Sekunden dauert, dann ergibt sich daraus ein Arbeitsaufwand am Einlass von 13.000 x 8 Sekunden = 28,9 Stunden. Wenn ich plane alle Zuschauer innerhalb von 90 Minuten in die Halle reinzulassen, dann ergibt sich daraus, dass ich mindestens 20 Einlassschlangen benötige. Das heißt mit 6 Einlassschlangen an E2 und vermutlich 6 weiteren an E1 war das Konzept von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Das sind keine unvorhersehbaren Umstände, sondern ein Versagen des Veranstalters mit Ansage! Dass es sich auch am Sonntag wiederholt hat, belegt für mich das fehlende Bewußtsein.
Die HBL mache ich nicht dafür verantwortlich, dass reihenweise Zuschauer meinen die Maskenpflicht gelte nicht für sie und dass ihr persönliches Befinden über den bei Ticketkauf anerkannten Regeln stehe. Aber es ist Aufgabe des Veranstalters mehr zu tun als diesem Treiben tatenlos zuzusehen und nur ab und an eine Durchsage zu machen. Auch hier war die HBL nicht auf das zu erwartende Verhalten der Zuschauer vorbereitet.
Aus meiner Sicht war das einfach unprofessionell. HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann wird seit Monaten nicht müde in Interviews zu Recht zu erwähnen wie wichtig Zuschauer in der Halle für das wirtschaftliche Überleben der HBL-Vereine sind und lobbyiert für Erhöhungen der zulässigen Zuschauerzahlen in den Bundesligahallen. Aber ausgerechnet beim DHB-Pokal Final Four, einem der absoluten Aushängeschilder der HBL und dem abseits der Handball-Nische meist beachteten Handball-Event des Jahres, liefert die HBL als Veranstalter allen Kritikern eine lehrbuchreife Vorlage wie ein Hygienekonezpt nicht funktioniert.