Beiträge von Arcosh

    Selbst Platz 10 könnte genügen, wenn beispielsweise Ägypten unter den ersten Acht der WM wäre und sich als Afrikameister für die olympischen Spiele qualifizieren sollte.

    In den Berichten auf HandbollsKanalen.se wird im Zusammenhang mit verdächtigen Spielen durchaus auffälliges Verhalten von Spielern beschrieben - z.B. untypisch schlechtes Deckungsverhalten wodurch dem Gegner einfache Tore ermöglicht werden oder eine Häufung nicht forcierter technischer Fehler die zu Ballverlusten führen. Gleichzeitig ist es aber auch möglich das Verhalten der Schiedsrichter zu untersuchen. Gab es eine Änderung in ihrer Linie zwischen der ersten und zweiten Halbzeit, gab es spielbeeinflussende (Fehl-)Entscheidungen oder ganz simpel, ob gewisse Schiedsrichtergespanne häufig bei auffällig gewordenen Spielen zum Einsatz gekommen sind. Das sind letzten Endes alles nur Indizien, aber gepaart mit entsprechend platzierten Wetten ergibt sich dank der Daten-Analyse von Sportradar daraus ein starkes Bild. Niemand setzt extrem hohe Geldsummen auf sehr spekulative Wetten z.B. auf die Höhe der Tordifferenz, wenn er keinen Einfluss auf den Spielausgang hat.

    Ob das für eine rechtsstaatliche Verurteilung ausreicht, dürfte in den meisten Fällen fraglich sein, aber um die Integrität der Wettbewerbe gegenüber Eingriffen von Sportmafias zu schützen, sollten Sportverbände definitiv mehr tun als die EHF, die den Report geheim hält und offensichtlich überhaupt nicht tätig wurde.

    Ausgangslage:

    PlatzMannschaftPunkteTore
    1.Schweden4:060:45
    2.Portugal2:253:50
    3.Island2:258:56
    4.Ungarn2:250:55
    5.Brasilien2:248:54
    6.Kap Verde0:456:64

    Spielplan:

    Mittwoch, 18.01.2023

    15:30 Uhr: Portugal - Brasilien

    18:00 Uhr: Kap Verde - Island

    20:30 Uhr: Schweden - Ungarn

    Freitag, 20.01.2023

    15:30 Uhr: Kap Verde - Portugal

    18:00 Uhr: Brasilien - Ungarn

    20:30 Uhr: Island - Schweden

    Sonntag, 21.01.2023

    15:30 Uhr: Kap Verde - Ungarn

    18:00 Uhr: Brasilien - Island

    20:30 Uhr: Schweden - Portugal


    Eine der interessantesten Hauptrundengruppen der jüngeren WM-Geschichte. Ich bin geneigt zu sagen, dass da abhängig von der Tagesform jeder jeden schlagen könnte. Brasilien und Kap Verde werde zwar keinen Platz im Viertelfinale erreichen, aber sie können durchaus das Zünglein an der Waage werden, falls sie Ungarn oder Portugal eine Niederlage zufügen. Die Schweden sehe ich auf Platz 1. Zum Einen aufgrund des Heimvorteils und zum Anderen, weil ich den drei Mannschaften aus Gruppe D keinen Durchmarsch mit drei Siegen in der Hauptrunde zutraue. Dazu fehlt allen Drei die Konstanz. Gut möglich, dass einer der Drei die Schweden an den Rand einer Niederlage bringt oder gar besiegt, aber ebenso gut möglich, dass sie dann zwei Tage später aufgrund mangelnder Kräfte gegen Brasilien oder Kap Verde verlieren. Ich bin geneigt die Portugiesen auf Platz 2 zu tippen, denn am Ende könnten sie vom Spielplan profitieren, falls sie im letzten Gruppenspiel auf bereits fürs Viertelfinal qualifizierte Schweden treffen sollten. Außerdem haben sie den Vorteil im Dreiervergleich, falls Portugal, Island und Ungarn im Gleichschritt in der Hauptrunde 4:2-Punkte holen sollten.


    Mein Tipp:

    1. Schweden

    2. Portugal

    3. Island

    4. Ungarn

    5. Brasilien

    6. Kap Verde

    Ausgangslage:

    PlatzMannschaftPunkteTore
    1.Spanien4:065:47
    2.Frankreich4:061:55
    3.Slowenien2:263:58
    4.Montenegro2:259:61
    5.Polen0:447:58
    6.Iran0:453:69

    Spielplan:

    Mittwoch, 18.01.2023

    15:30 Uhr: Iran - Slowenien

    18:00 Uhr: Frankreich - Montenegro

    20:30 Uhr: Spanien - Polen

    Freitag, 20.01.2023

    15:30 Uhr: Slowenien - Spanien

    18:00 Uhr: Iran - Frankreich

    20:30 Uhr: Montenegro - Polen

    Sonntag, 21.01.2023

    15:30 Uhr: Montenegro - Slowenien

    18:00 Uhr: Iran - Polen

    20:30 Uhr: Spanien - Frankreich


    Mir fehlt ehrlich gesagt die Fantasie, um mir andere Viertelfinalteilnehmer vorzustellen als Frankreich und Spanien. Spanien wurde bislang zwar wenig gefordert und im Prinzip könnte Slowenien mit einem Sieg gegen Spanien einen der vorderen Plätze erreichen, aber ich denke die Iberer werden sich durchsetzen. Das Spiel zwischen Spanien und Frankreich ist dann ein echter Gradmesser für die Titelchancen beider Mannschaften.

    Die Polen könnten mit Siegen gegen Montenegro und den Iran die WM halbwegs positiv ausklingen lassen.


    Mein Tipp:

    1. Spanien

    2. Frankreich

    3. Slowenien

    4. Polen

    5. Montenegro

    6. Iran

    Ich habe den Eindruck die Schere im weltweiten Leistungsvermögen geht immer weiter auseinander. Die Top-Mannschaften haben handballerisch ein Niveau erreicht bei dem sie kleinere Nationen völlig in Grund und Boden spielen können. Ägypten ist die einzige nicht-europäische Mannschaft die bislang bei diesem Turnier gegen eine europäische Mannschaft (Kroatien) punkten konnte. Ansonsten waren Spiele mit 10+ Toren Unterschied eher die Regel als die Ausnahme.

    Bislang ein sehr enttäuschendes Turnier der Polen - und ich behaupte, dass dies sich auch auf den polnischen Vereinhandball auswirken wird. Die Erwartung an den Gastgeber Polen wären zwei Siege gegen Slowenien und Saudi-Arabien gewesen, um dann in der Hauptrundengruppe einen dritten Platz zu erreichen - oder wenn es Dank Heimvorteil, Euphorie, etc ideal gelaufen wäre, sogar einen Platz im Viertelfinale. Mit diesem fiktiven Abschneiden hätte der Handball in Polen sicherlich an Reichweite gewonnen und der eine oder andere Unternehmer hätte ein Sponsoring bei KS Kielce in Erwägung gezogen - und sei es nur um das nationale, mediale Interesse mitzunehmen. Stattdessen scheinen die Polen gegen Frankreich All-in gegangen zu sein und all ihr Pulver verschossen zu haben. Es folgt die Klatsche gegen Slowenien und ein mühsamer Sieg gegen Saudi-Arabien. Handball-Euphorie ade und für Bertus Servaas wird es damit nicht leichter zahlungskräftige Sponsoren für KS Kielce zu finden.

    HandbollsKanalen.se hatte vor einem Jahr eine ganze Serie von Artikeln zum Thema Spielmanipulationen im Handball veröffentlicht. Darunter ist auch ein Beitrag zu Sportsradar, in dem diese erklären, was es aus ihrer Sicht bedeutet, wenn sie ein Spiel als auffällig reporten.

    Zitat

    “We not only see odds movements, but we see the exact amounts that are invested and where they are invested. What amount is placed and when. To give an example, we can see something about a match and then contact the Swedish Handball Association and tell them what happened and through which betting company the money was invested. Then SHF and the betting company can talk and contact the police to start an investigation.”

    Zitat

    “It’s like an alarm on your house. It protects your doors, your windows and your basement so that no one breaks in. But just like you have seen on film, there are no perfect alarm systems and that is where we come into the picture. If we discover a suspicious match, we are always 110 per cent sure that it has been manipulated. In other words, if you read somewhere that Sportradar has discovered a manipulated match, you can be 110 per cent sure that it has been fixed. It’s just the tip of the iceberg.”

    “The system is structured in such a way that it does not go wrong. It cannot go wrong, otherwise, our credibility would go down the drain.”

    45 Minuten lang hat die DHB-Auswahl einen sehr ballsicheren Offensivhandball präsentiert (wie man es vom THW Kiel unter Trainer Alfred Gislason kannte), aber in der Schlussviertelstunde war dann mächtig Sand im Getriebe und dem Angriff fehlte die Leichtigkeit. Nur vier Tore erzielte Deutschland nach der 46. Minute - nur zwei Toren in den letzten zehn Minuten. Dass sie trotzdem siegreich vom Platz gingen, verdanken sie Joel Birlehm und den technischen Fehlern der Serben. Alfred Gislason hat mit der Abwehrumstellung in der ersten Halbzeit und dem Torwartwechsel im zweiten Durchgang richtige Entscheidungen getroffen.

    (Voraussichtlich) 4:0-Punkte sind die optimale Ausgangslage für die Hauptrunde. In den Spielen gegen Algerien und danach dem dritten der Gruppe F könnte die Mannschaft ein wenig regenerieren, denn die Niederlande und Norwegen würden erst am Samstag und Montag auf die deutsche Mannschaft warten.

    Ein 2018 von Sportradar erstellter und jetzt durch das dänische TV2 öffentlich gewordener Bericht wirft einen dunklen Schatten auf europäische Schiedsrichter-Gespanne. Zwischen 2016 und 2017 wurden 26 Spiele (inklusive Champions-League-Partien) identifiziert, in denen Sportradar deutliche Anzeichen für Spielmaipulation gefunden wurden. Dabei sollen europäische Top-Schiedsrichtergespanne beteiligt gewesen sein.

    Link: TV2.dk: Several World Handball Championship referees tied to match-fixing

    Deutschland und Serbien in der ersten Halbzeit mit einem Offensivspektakel, dass sich so von beiden Mannschaften nicht erwartet hätte. Die Zeitstrafen gegen Julian Köster und Lukas Mertens (Wechsfehler sind immer extrem überflüssig) haben aber genügt, um den kleinen Vorteil, den sich die DHB-Auswahl in 25 Minuten erarbeitet hatte, wieder auf zwei Tor schmilzen zu lassen und Serbien hat mit dem ersten Ballbesitz im zweiten Durchgang in Überzahl die Chance auf ein Tor heranzukommen.

    Bei den letzten EM- und WM-Turnieren war Slowenien aber auch nicht erfolgreicher als Polen - und bei dieser WM sind sie nur Dank einer Wildcard am Start. Insofern ist eine solch deutliche Niederlage vor heimischer Kulisse schon eine enorme Enttäuschung für Polen.

    Die Slowenien haben das heute sehr konzentriert und abgezockt runtergespielt - wobei es die Polen ihnen in der zweiten Halbzeit im 7-gegen-6 auch leicht gemacht haben den Vorsprung auf zehn Tore auszubauen. Somit gibt es zwei "Endspiele" in dieser Gruppe. Polen muss (und wird) sich gegen Saudi Arabien den fehlenden Punkt für die Hauptrundenteilnahme holen, Frankreich und Slowenien kämpfen um die perfekte Ausgangslage für die Hauptrunde und der Sieger stünde bereits mit dem großen Zeh im Viertelfinale.

    Island kam gestern auf 68% Trefferquote im Angriff und wenn man Aron Palmarsson (2/8) ausklammert, dann hat der Rest der Mannschaft eine Trefferquote von 78% erreicht. Allerdings liegt die ganze Last auf nur wenigen Schultern. Fünf isländische Spieler kamen gestern gar nicht zum Einsatz und lediglich neun Feldspieler kamen auf mehr als 15 Minuten Spielzeit. Ich bin gespannt, ob es Gudmundur Gudmundsson gelingt in den Spielen gegen Ungarn und Korea die Einsatzzeiten deutlicher zu verteilen, denn sonst wird ihnen in der K.O.-Phase die Luft ausgehen. Omar Ingi Magnusson kann nicht im Zwei-Tages-Rhythmus sechzig Minuten auf dem Feld stehen und nach zwei Wochen immer noch seine beste Leistung bringen.

    [...] TingeltangelBob (FvB) hat im Radiointerview mir aus der Seele gesprochen und gefragt wie es sein kann, dass Spanien mit 50000 Handballern permanent höher performt bei Frauen wie Männern als der DHB mit 850000. MIt dem Mindset muss man an Job gehen. Von Kromer und Co. bisher immer nur "an guten Tagen könne wir jeden schlagen aber Konstanz bla bla bla bla". [...]

    Die Anzahl der aktiven Mitglieder als Kriterium für den potenziellen Erfolg in der Spitze heranzuziehen, ist mir deutlich zu platt. Die Anzahl der aktiven Mitglieder definiert zunächst nur den Gen- bzw. Talentpool, aus dem ein Verband schöpfen kann, aber wir sind uns hoffentlich einig, dass in einer technischen Sportart wie dem Handball die Schulung der Sportler ein stärkeres Gewicht hat als die rein körperlichen Voraussetzungen. Insofern ist zu vernachlässigen, ob ich 10.000, 100.000 oder 1.000.000 Jugendspieler zur Verfügung habe, aus denen ich selektieren kann, sondern wichtig ist wie ich die Sportler trainiere und ihr Entwicklungspotential ausschöpfe.

    Der zweite Aspekt ist, dass Deutschland das Land der Vereine ist. Auch wenn es nicht für eine Profikarriere reicht, betreiben die Menschen weiterhin Vereinshandball in diversen Spielklassen und bis ins hohe Alter - wodurch die Zahl der Aktiven im DHB höher ist als in anderen Verbänden.