Beiträge von Arcosh

    Wow, ein neuer User stellt eine ernst gemeinte Bitte um Hilfe und bekommt dann solche Antworten. Das ist traurig.


    Simone25

    Zur Recherche stünden Dir z.B. bei Sportdeutschland.tv einige Spiele des DHB-Pokals als kostenlose Videos in voller Länge zur Verfügung. (LINK). Dort könntest Du Dir die Auszeiten der einzelnen Mannschaften anschauen. Mittels des HBL-Livetickers von den entsprechenden Spielen kannst Du nachschauen, wann die Auszeiten stattgefunden haben, um sie im Video schneller finden zu können. (LINK)

    Unabhängig davon ob dies Vorteile für den THW Kiel hätte, hat Viktor Szilagyi durchaus Recht mit seiner Forderung. In der europäischen Spitze war es zum Glück einige Jahre lang ruhig geworden in Bezug auf wirtschaftlich instabile Vereine, aber mit KS Kielce ist jetzt wieder ein europäisches Schwergewicht in Schieflage. KS Kielce steht mit einem Bein im Viertelfinale der Champions-League mit einem Kader, den sie evtl. gar nicht bis zum Ende der Saison bezahlen können. Das ist einfach eine Wettbewerbsverzerrung gegenüber den solider wirtschaftenden Vereinen - und erzeugt auch in der Öffentlichkeit kein gutes Bild. Im Worst case gewinnen sie den Champions-League-Titel mit einer auf Schulden aufgebauten Mannschaften - wie seinerzeit Vardar Skopje oder im EHF-Pokal zum Beispiel TuSEM Essen und der VfL Gummersbach.

    Ein Spieler der bereits in der laufenden Gruppenphase bei einem anderen Verein auf dem Spielberichtsbogen stand, darf während der Gruppenphase nicht mehr bei einem anderen Verein eingesetzt werden. Für die K.O.-Runden ist aber eine Nachmeldung möglich und ein Vereinswechsel pro Saison wird den Spielern zugestanden. Die eigentliche Deadline ist der 13. März 2023. Bestreitet ein Spieler nach dem 13. März noch ein Spiel (egal ob national oder international) ist keine Nachmeldung für die laufende Champions-League-Saison mehr möglich.

    Nachdem im letzten Jahr alle vier Spiele des SCM gegen den THW Kiel verloren gingen, schienen sie diesmal mit mehr Leidenschaft und der besseren taktischen Ausrichtung das Spiel für sich entscheiden zu können. Beim 29:23 nach 51:05 Minuten war der Sack eigentlich schon zu ... aber dann wirft der SCM kein (reguläres) Tor mehr und die Kieler kommen tatsächlich noch zum Ausgleich. Mehr Dramatik und Spannung kann man sich als relativ neutraler Zuschauer nicht wünschen.

    Psychologisch und charakterlich sehr stark, dass die Magdeburger diesen Schock verdaut und in der Verlängerung das Heft wieder in die Hand genommen haben. :respekt:


    P.S.: Alles Gute für Magnus Saugstrup. Hoffentlich "nur" eine Bänderdehnung.

    Eine wirklich starke erste Halbzeit des SC Magdeburg. Sie wirken taktisch besser vorbereitet auf dieses Spiel. Mit der schnellen Mitte kommen sie immer wieder zu einfachen Torerfolgen. Beim THW Kiel hingegen fehlt es komplett an Torhüterleistung und in der Defensive stimmt zu oft die Zuordnung nicht. Da muss sich für den zweiten Durchgang etwas ändern - aber ich bin geneigt zu sagen beim THW Kiel kann es eigentlich nur besser werden.

    Eine starke Torwartleistung von Finn Zecher (bzw. schlechte Wurfauswahl der VfL-Spieler) reichen dem TBV Lemgo leider zum Einzug ins Final Four. Handballerisch überzeugend war der Auftritt der Gäste nicht. In der Schlussviertelstunde viel Standhandball und kaum ein Lemgoer Angriff ohne passives Vorwarnzeichen - aber viel zu oft fand der letzte Wurf doch noch den Weg ins Tor. Unterm Strich bleibt das fahle Gefühl einer vermeidbaren Niederlage - ähnlich wie vergangenes Jahr im DHB-Pokal-Viertelfinale gegen Erlangen.

    Das Final Four wäre eine Sahnehäubchen auf eine bislang gute Saison gewesen. Jetzt gilt das Augenmerk wieder vollkommen der Liga.

    Der VfL Gummersbach spielt bislang viel zu nervös im Angriff. Unfassbar wie viele freie Würfe in der ersten Halbzeit liegen gelassen wurden. Allein die vergebenen Würfe aufs leere Tor waren zum Haare raufen. Da hilft es auch nicht, dass die Schiedsrichter auf beiden Seiten schnell beim Verteilen der Zeitstrafen sind. Das sorgt für zusätzliche Unruhe im Spiel, anstatt aus Sicht des VfL mal etwas Ruhe und Ordnung ins Spiel zu bringen. Vier Tore zur Halbzeit sind eine deutliche Hypothek und es kann in der zweiten Hälfte nur mit einer besseren Wurfquote gelingen das Spiel noch zu drehen.

    Sicher, American Football wird aggressiv vermarktet und gewinnt Zuschauerabteile. Doch das erhöht eher den Chipskonsum als dass nun mehr Jugendteams entstünden.

    Ich fürchte, solange die USA nicht vom Handball überzeugt werden, wird auch bei Jugendlichen in Dtld Handball weiter an Beliebtheit verlieren.

    American Football verzeichnet nicht nur vor dem Fernseher, sondern auch bei den Mitgliederzahlen im American Football Verband Deutschland (AFVD) ein stetiges Wachstum.

    Der erste sprunghafte Anstieg von knapp 22.000 Mitglieder auf über 31.000 Mitglieder entstand durch die Aufnahme von Cheerleading, Flag Football u.ä. unter das Dach des AFVD. Danach gab es aber von Jahr zu Jahr weiterhin deutliche Zuwächse - und das in Zeiten, wo der DOSB und viele seiner Verbände rückläufige Mitglieder- und Vereinszahlen beklagen.

    Das Wachstum beim American Football lässt sich sicherlich nicht allein auf die TV-Präsenz zurückführen (ran Football in der heutigen Form überträgt erst seit 2015 die NFL im Free-TV) und der AFVD hat u.a. mit Investitionen in die Trainerausbildung und Projekten zur Steigerung der Präsenz des American Footballs in Schulen - sei es in Rahmen des Schulsports oder als Schul-AG - viel bewegt. Aber unterm Strich weisen die Jahresberichte des DOSB von 2016 (davor habe ich keine brauchbaren Zahlen gefunden) bis 2022 für American Football einen Zuwachs um 17.983 Mitglieder und 50 Vereine/Abteilungen aus, während beim Handball in demselben Zeitraum 37.200 Mitglieder und 272 Vereine/Abteilungen verloren gegangen sind. Der Handball ist in Deutschland zwar ca. um den Faktor 10 größer als American Football, aber es ist nicht verkehrt zu analysieren, wodurch andere Verbände bei der Jugend punkten und sie zur aktiven Teilnahme bewegen können.


    Ich persönliche glaube nicht, dass der Stellenwert des Handballs in den USA Voraussetzung dafür ist, dass die Beleibtheit des Handballs auch in Deutschland wieder zunimmt. Aber das "Produkt" Handball muss zeitgemäß präsentiert werden und dazu gehören u.a. professionell und modern produzierte Highlight-Videos, Talk-Formate mit den Spielern, Top10-Videos, usw. mit denen die diversen sozialen Plattformen bespielt werden. Ich denke da ist der Handball zu konservativ in seiner Struktur, aber auch in seinem Image und der Außenwirkung. Ich persönlich erwarte von Herrn Seifert und dem Springer Konzern leider eher diese konservative Darstellungsform als neue innovative Formate. Es ist ja okay, dass die HBL nüchterne 5-Minuten-Spielzusammenfassung für den einen Teil der Zielgruppe zusammenschneidet, aber wieso nicht auch frechere, modernere Varianten für Twitch & Co? Die EHF scheint mir da wesentlich experimentierfreudiger zu sein als die HBL. In Deutschland gingen in den letzten Jahren die meisten Innovationen in der medialen Darstellung des Handballs von Privatpersonen oder Ex-Spielern mittels Blogs, Podcasts, Talks, Print-Magazine u.ä. aus - aber nicht vom Verband.

    Die Frage bleibt, ob es clever ist, einen größeren Teil der Zielgruppe, die man seit vielen Jahren hat (die Älteren) auszuschließen.

    Ich befürchte, dass man durchs Streaming mehr Ältere verliert, als man Jüngere gewinnt.

    Durch die geplante Sublizensierung an die Öffentlich-Rechtlichen mit >10 Livespielen pro Saison und das geplante Free-TV-Spiel pro Spieltag bei Bild.tv (die in vielen Kabelnetzen integriert sind) wird doch auch die ältere Zielgruppe bedient - sogar mehr als aktuell.

    Das wird mit Hilfe eines Streamingdienstes auch nicht gelingen. Den werden die nutzen die ohnehin schon handballaffin sind. Andere wird man damit kaum erreichen.

    Mit dem klassischen linearen TV erreichst Du mittlerweile nur noch die älteren Generationen. Für die Zukunft führt kein Weg an Streamingdiensten und am besten On-demand-Plattformen vorbei. Ob DYN die richtige Plattform dafür sein wird, muss sich erst zeigen. Gerade bei der Kombination von Basketball und Handball sehe ich aber mögliche Schnittmengen in der Zuschauerschaft, da sich die Sportarten bzgl. Spielgeschwindigkeit, Physis/Athletik und Spannung ähneln und denke, dass sich Fans der einen Sportart auch leicht für die andere begeistern könnten. In meiner Basketball-Truppe haben viele die deutschen Spiele der Handball-WM live geschaut - obwohl sie sonst keinen Bezug zum Handball haben.

    In der SportBild ist diese eine Woche Übersicht zum TV-Verhalten der Deutschen abgedruckt:

    Durchschnittlicher täglicher TV-Konsum

    Unter 13 Jahre: 46 Minuten
    14-29 Jahre: 62 Minuten
    30-49 Jahre: 161 Minuten
    50-69 Jahre: 317 Minuten
    Über 70 Jahre: 371 Minuten

    Durchschnittsalter der TV-Zuschauer:

    ARD: 64 Jahre

    ZDF: 65 Jahre

    RTL: 55 Jahre

    SAT.1: 54 Jahre

    ProSieben: 44 Jahre

    Das Durchschnittalter der Deutschen beträgt übrigens 44,7 Jahre. Bemerkenswert ist, dass der durchschnittliche TV-Zuschauer 59 Jahre alt ist, aber bei der Erhebung 2017 lag der Durchschnitt noch bei 54 Jahren. Das würde bedeuten, dass die Zuschauerschaft einfach nur fünf Jahre älter geworden ist und kaum neue (junge) TV-Zuschauer hinzugekommen sind.

    Betrachtet man dann die einzelnen Sportarten bzw. Sportereignisse in Anbetracht des Zuschaueralters ergibt sich:

    Anteil der Zuschauer unter 49 Jahre:

    NFL: 68%
    Formel 1: 55% (bei Sky) / 24% (bei RTL)
    Darts-WM: 48%
    Fußball-Bundesliga: 41% (bei Sky)
    Basketball-EM: 40%
    Tennis Grand-Slam-Turniere: 30%
    Fußball-WM in Katar: 28%
    HBL: 27%
    Handball-WM: 25%
    Eishockey-WM: 22%
    Leichtathletik-EM: 21%
    Fußball-EM der Frauen: 20%

    Tour de France: 19%

    Wintersport: 13%

    Die NFL hat wenig überraschend die jüngste Zuschauerschaft. Verwundert bin ich bei der Formel 1 - aber vielleicht sind PS-starke Autos einfach immer ein Thema für jüngere Menschen. Der Handball täte jedenfalls gut daran Wege zu finden eine jüngere Zielgruppe zu erreichen und an den Sport zu binden und das lineare Fernsehen ist dafür nicht mehr der richtige Weg.

    Ich bin mir eigentlich sicher, dass die SR in beiden Fällen sehr genau wussten, dass es Rot war. Hätten sie den Videobeweis angesehen, dann hätten Sie die rote Karte ziehen müssen. So haben sie es nicht getan und haben 2 Minuten geben können. Damit haben sie zwar nicht regelkonform gehandelt, aber das gemacht, was beide Trainer wollten - Zeitstrafe und fertig. Keiner von beiden hätte hier mehr gewollt. Die Spieler sollen das Spiel entscheiden, nicht die SR (auch wenn das in anderer Form entscheidend sein kann).

    Mit einem ausgebliebenen Pfiff oder einer ausgebliebenen Disqualifikation können die Schiedsrichter genauso spielentscheidend Einfluss nehmen wie mit einem erfolgten Pfiff oder einer erfolgten Disqualifikation. Insofern finde ich dieses Argument immer albern, wenn es heißt, dass in den letzten Spielminuten oder in der Verlängerung nur noch die ganz klaren Zeit Zeitstrafen gegeben werden sollen.

    In Falle einer potenziellen Disqualifikation stünde der Videobeweis als objektives Beurteilungskriterium zur Verfügung. Somit hätten nicht die Schiedsrichter das Spiel entscheiden, sondern der Spieler durch sein gesundheitsgefährdendes Foul.

    Die Vergleich zwischen Leistungen einzelner Spieler im Verein und in der Nationalmannschaft sind schwierig, weil die Spieler zum Teil andere Rollen einnehmen und weil zwei oder drei Lehrgänge mit der Nationalmannschaft niemals reichen werden, um dasselbe Niveau zu erreichen wie durch tägliches Training in den Vereinen. Vereinfacht gesagt ist es den Außen ziemlich egal von wem sie auf Halb den Pass bekommen, aber für das Zusammenspiel im Rückraum und mit dem Kreis ist Trainingszeit der entscheidende Faktor. Die Spieler müssen einfach die typischen Laufwege und Bewegungen ihrer Mitspieler kennen, um den richtigen Pass im richtigen Moment spielen zu können. Auf diesem Niveau geht es um halbe Sekunden beim Pass-Timing, die darüber entscheiden, ob der Mitspieler den Durchbruch zum freien Wurf schafft oder in der Abwehr hängen bleibt. Spieler auf Weltklasse-Niveau zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass sie sich schneller auf neue Mannschaftskonstellationen einstellen und im Spiel schneller bessere Entscheidungen treffen. Da aber nicht alle Spieler dieses Niveau erreichen, ist der beste Weg auf eingespielte Kleingruppen aus demselben Verein zu setzen. Aufgrund der Breite der HBL sind die deutschen Nationalspieler aber quer durch die Vereine verstreut und es gibt keine Bündelung wie bei KS Kielce, Aalborg HB oder Kolstad IL. Das ist ein Problem, dass der Bundestrainer nicht lösen kann - außer zusätzliche Nationalmannschaftslehrgänge einzufordern.

    Die deutsche Mannschaft hat bei diesem Turnier Potenzial für die kommenden Turniere aufgezeigt, aber aktuell reicht es schlicht nicht um über 60 Minuten mit den Medaillenkandidaten wie Norwegen oder Frankreich mitzuhalten. Die Last im Angriff liegt noch auf zu wenigen Schultern, die diese zum einen nicht 60 Minuten lang tragen können und zum anderen nicht variabel genug agieren, um die gegnerische Abwehr auch in der zweiten Halbzeit noch vor Probleme zu stellen. Die bisherigen Leistungen bei dieser WM waren im Rahmen dessen, was man von der Mannschaft erwarten konnte und durfte, aber es gab eben kein überragendes Spiel in dem die DHB-Auswahl als Mannschaft plötzlich über sich hinausgewachsen wäre.

    Bis zur Heim-EM und den olympischen Spielen im kommenden Jahr wird es noch keine signifikanten Verbesserungen geben können, aber die Heim-WM 2027 ist ein realistisches Ziel. Wenn sich der aktuelle, junge Kern der Mannschaft einspielt, weiterhin positiv entwickelt und punktuell noch verstärkt wird, so dass der Kader mehr Breite bekommt, dann könnte Deutschland bei der WM 2027 und Olympia 2028 wieder Medaillenanwärter sein.

    Nach dem Vorgeplänkel der Vor- und Hauptrunde geht es jetzt in die entscheidende Phase. Im Wesentlichen haben sich alle Favoriten durchgesetzt. Underdogs sind aus meiner Sicht höchstens Ungarn, Ägypten und Deutschland. Aber die Ägypter waren vor zwei Jahren schon kurz davor den späteren Weltmeister Dänemark aus dem Turnier zu werfen und Deutschland kann an guten Tagen fast jeder Mannschaft gefährlich werden.

    Viertelfinale (Mittwoch, 25.01.2023)

    Spiel 1, 20:30 Uhr: Frankreich - Deutschland
    Spiel 2, 18:00 Uhr: Norwegen - Spanien
    Spiel 3: 20:30 Uhr: Schweden - Ägypten
    Spiel 4: 18:00 Uhr: Dänemark - Ungarn

    Dennoch tippe ich persönlich auf die drei Gruppensieger Frankreich, Schweden und Dänemark im Halbfinale. Das Viertelfinale zwischen Norwegen und Spanien scheint die größte Spannung zu versprechen und dort glaube ich, dass sich Spanien durchsetzen wird.

    Halbfinale (Freitag, 27.01.2023)

    Frankreich - Schweden

    Spanien - Dänemark

    Finale (Sonntag, 29.01.2023)

    Sieger Halbfinale 1 - Sieger Halbfinale 2