Beiträge von Arcosh

    Das war ein toller und spannender Halbfinaltag in der Kölnarena. Glückwunsch an den SC Magdeburg zum Einzug ins Halbfinale bzw. dazu, dass der FC Barcelona in der zweiten Halbzeit den Faden komplett verloren und das Spiel aus der Hand gegeben hat. Perez de Vargas fand überhaupt nicht ins Spiel und am Ende war es eine unglaubliche Willensleistung der Magdeburger. :respekt:

    Das Siebenmeterwerfen wird in die Geschichtsbücher eingehen. Nur 3 Tore bei 9 Schützen! Lag es am Hallenboden? Lag es am Ball? Barcelona verwirft im Spiel insgesamt fünf Siebenmeter und vier davon waren Aufsetzer über die Latte. Eine solche Häufung auf diesem Niveau habe ich noch nicht erlebt. Vor neun Jahren erlebte Hampus Wanne seine persönliche Sternstunde beim Siebenmeterwerfen in der Kölnarena und heute gehört er zu den tragischen Figuren.

    Im zweiten Halbfinale war der Spielstil beider Mannschaften deutlich behäbiger. In den ersten zwanzig Minuten war ich begeistert von den harten und platzierten Würfen von Dainis Kristopans. Aber nach zwei Fehlwürfen fehlte ihm sichtlich der Mut es erneut zu probieren und er verkümmerte zum ungefährlichen Passgeber. Er hat sein Potenzial gezeigt, aber mit dieser Psyche, wird er es in Melsungen schwer haben. Mir schien, dass es Paris St. Germain an Wechselmöglichkeiten fehlte. Zwar wurde zwischen Angriff und Abwehr regelmäßig die Hälfte der Feldspieler gewechselt, aber die sechs, die im Angriff auf der Platte standen, mussten das fast alleine über das ganze Spiel machen. Es fehlten Optionen von der Bank, um auf den Spielverlauf zu reagieren. Zudem war das zweite Halbfinale geprägt von sehr guten Torhütern - wobei Andreas Wolff knapp die Nase vorne hatte gegenüber Andreas Palicka. Insofern fand ich den Sieg der Polen durchaus gerechtfertigt - auch wenn ich in der Halle die letzte Aktion im Mittelkreis als Paradebeispiel für Regel 8:10c) erachtet habe. Leider kamen die Schiedsrichter des zweiten Halbfinales nicht an die Leistung ihrer Kollegen im ersten Spiel heran, lagen oft mit ihren Entscheidungen daneben und haben auch in der letzten Situation gefühlt den Überblick verloren.

    Dieses Jahr dürfte es wenig Zweifel darangeben, dass die besten Mannschaften Europas es zum Final4 nach Köln geschafft haben.

    Der FC Barcelona ist erneut ohne Niederlage in die Endrunde eingezogen und Favorit auf den dritten Titel in Folge. Die einzige Saisonniederlage in bislang 57 Pflichtspielen der Saison 2022/23 gab es allerdings im Superglobe-Finale ausgerechnet gegen den SC Magdeburg. Die Magdeburger wissen also wie man Barcelona besiegen kann, aber dennoch gehe ich von einem Sieg der Spanier aus.

    Im zweiten Halbfinale trifft KS Kielce, Champions-League-Sieger 2016, auf Paris St. Germain, den ewigen Titeljäger. Das Duell sehe ich komplett offen - drücke aber den Polen die Daumen. Barcelona gegen Kielce wäre die Neuauflage des dramatischen letztjährigen Finales.

    [...] Aber es gibt drei Erstligisten, die erst im Achtelfinale, welches am 12. und 13. Dezember 2023 stattfindet, eingreifen. Und das sind die drei besten Mannschaften vom REWE Final4 2023 Sieger Rhein-Neckar Löwen, Finalist SC Magdeburg und Dritter SG Flensburg-Handewitt.

    [...]

    Wurde das im Rahmen des DHB-Pokal Final Four 2023 schon kommuniziert? Ich höre zum ersten Mal von dieser Regelung. Damit hat das Spiel um Platz 3 einen echten sportlichen Wert gehabt.

    Bei GV Sigurdsson habe ich in der Tat wegen P3 überlegt, mich dann aber doch für Benno entschieden. Die Arbeit in Gummersbach hat allemal ein Lob verdient. Allerdings gilt es, diese zu bestätigen, vor allem, wenn starke Spieler den Verein verlassen. Das ist noch nicht passiert, aber ich bin positiv gespannt, wie er das gelöst bekommt.

    Einerseits sollte nach meinem Verständnis beim Team der Saison 2022/23 allein die Leistung dieser einen Saison bewertet werden und ein Spieler oder Trainer könnte in dieser Auswahl stehen, selbst wenn es ein absoluter Ausreißer nach oben gewesen sein sollte.

    Falls Du aber "muss dies bestätigen" unbedingt als Kriterium anführen willst, dann müsste dies auch für Christian Prokop in Hannover und Sebastian Hinze bei den Rhein-Neckar Löwen gelten. Beide haben erstmals nach Amtsübernahme bei ihren aktuellen Vereinen eine erfolgreiche Saison absolviert und in beiden Fällen war in der Rückrunde ein Leistungsabschwung der Mannschaften zu erkennen.

    Klassenerhalt mit 17 Punkten, das hat es schon lange nicht mehr gegeben und sagt einiges... Da kann man sich in Minden und Hamm bedanken. Bin gespannt wie das nächste Saison weitergeht.

    Mit Ausnahme der Saison 2016/17 hätten in den letzten zehn Jahren in den Spielzeiten mit regulär 18 Mannschaften 17 Punkte immer zum Klassenerhalt genügt.

    Sechs Volltreffer, aber auch eine sehr breite Streuung, die zu mäßigen 52 Punkten führt - wobei mich meine Fehleinschätzung bzgl. des VfL Gummersbach natürlich freut.

    Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, genießen wir doch die Aufregung, wenn wir beim Spiel sitzen und laut schreiend die Schiris kritisieren, doch auch ein bisschen. ;) Nicht wahr, Arcosh :P:lol::hi:

    Meine Frau ist überzeugt, dass ich eines (hoffentlich fernen) Tages in einer Handballhalle am Herzinfarkt sterben werde. Ich persönlich sehe das eher als regelmäßiges Kardio-Training. 😇

    Dafür sind die Regeln zu kompliziert und zu schwammig, um das in der Halle zu zeigen.

    Ich habe nicht das Gefühl, dass die Basketball-Regeln eindeutiger sind als die Handballregeln und dort funktioniert es (im Großen und Ganzen) ja auch.

    Natürlich können die Schiedsrichter nach Sichtung des Videomaterials zu einem anderen Ergebnis kommen als der mehr oder weniger regelfeste Zuschauer in der Halle, der die Videobilder auf der Leinwand sieht. Das ultimative Mittel zur Transparenz wäre, wenn die Schiedsrichter wie in anderen Sportarten praktiziert, ihre Entscheidung per Mikrofon in ein oder zwei Sätzen darlegen. (z.B. welches Vergehen sie geprüft und bewertet haben, ob die Videobilder nicht eindeutig genug waren ("Ruling on the field stands"), o.ä.). Das würde ich aber erst in einem späteren Schritt erwarten.

    Für die Akzeptanz des Videobeweises gibt es meiner Meinung nach aber nichts Schlimmeres als Szenen wie beim DHB-Pokal-Finale in denen der Großteil der Halle mit einer Disqualifikation rechnet, die Schiedsrichter zum Monitor gehen und eine Minute später das Spiel weitergeht und die Zuschauer nur verdutzt zurückbleiben, weil sie Entscheidung nicht nachvollziehen können.

    Natürlich sind der Videobeweis an sich und die Challenge für die Trainer ein neuer Bestandteil des Spiels und erfordern einen Lernprozess von allen Beteiligten. Aber es ist meiner Meinung nach der richtige Weg und wird auf lange Sicht zu besseren Entscheidungen in kniffligen Spielsituationen führen.

    Gespannt bin ich wie der Videobeweis gegenüber dem Hallen- bzw. Fernsehpublikum dargestellt wird. In der BBL ist es gängige Praxis, dass sowohl in der TV-Übertragung als auch auf der Video-Leinwand in der Halle, die Bilder gezeigt werden, die sich die Schiedsrichter gerade am Monitor ansehen. Man sieht welche Kamerablickwinkel sie analysieren, wie sie sich die Szene in Echtzeit bzw. in Zeitlupe anschauen, etc.

    Der SCM hat die Champions-League-Qualifikation quasi sicher und ein Champions-League Final Four vor der Brust. Da würde ich die Prioritäten nicht auf ein unwahrscheinliches Meisterschafts-Szenario verlagern, in dem der SCM gegenüber dem THW in zwei Spielen noch zwei Punkte und 26 Tore aufholen müsste. Einen Sieg gegen den FC Barcelona halte ich da für das realistischere Szenario - zumal man es wenigstens selbst in der Hand hat und ausreichend Zeit hätte, sich taktisch darauf vorzubereiten.

    Das erste Spiel konnte Westwien in eigener Halle knapp mit 25:24 für sich entscheiden. Das wäre schon eine verrückte Konstellation, wenn Westwien als amtierender Meister die Segel streichen müsste.

    Zusammengefasst:

    Ohne ein DYN-Abo kann ich pro Spieltag ein HBL-Spiel kostenlos via Bild.tv sehen (und das werden sicherlich nicht nur Spiele vom Kaliber BHC gegen Wetzlar sein) und zusätzlich (wobei Überschneidungen möglich sind) noch bis zu 12 Erstliga-Spiele bei den Öffentlich-Rechtlichen. Ich denke für viele Handball affine Zuschauer ist dieses Angebot vollkommen ausreichend und ein DYN-Abo daher nicht sonderlich attraktiv.

    Der einzige Mehrwert, den ich noch sehe, ist die Möglichkeit Spiele on demand zu schauen. Allerdings habe ich für mich festgestellt, dass mir persönlich dazu meist die Zeit fehlt bzw. es auch einfach nicht dasselbe Erlebnis ist wie die Live-Übertragung. Insofern werde ich wahrscheinlich mit den kostenfreien Übertragungen zurechtkommen.

    Kennt sich jemand mit der zweiten Mannschaft aus? Ist hier jemand der ergängen kann? Was ist eigentlich mit Tom Kiessler in der Offensive? Könnte man nicht auch ihn hier mehr ran führen?

    Hast Du Tom Kiessler diese Saison mal beim Tempogegenstoß gesehen? 🙈

    Grundsätzlich finde ich den Ansatz aber richtig, weil es immer schwierig ist, wenn die Entwicklung von jungen Spielern nur für Spezialaufgaben optimiert wird. Tom Kiessler hat in der Abwehr absolut Erstligaformat und ich hoffe, dass er sich offensiv noch entwickeln wird, um nicht als reiner Abwehrspieler limitiert zu sein.


    Die B-Jugend der VfL-Akademie steht im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft - d.h. mittelfristig kommen talentierte Spieler nach.

    SC DHfK Leipzig - HSG Wetzlar

    ASV Hamm-Westfalen - Handball Sport Verein Hamburg

    VfL Gummersbach - Bergischer HC

    Füchse Berlin - GWD Minden

    SC Magdeburg - SG Flensburg-Handewitt

    THW Kiel - HC Erlangen

    TSV Hannover-Burgdorf - Rhein-Neckar Löwen

    TBV Lemgo Lippe - TVB 1898 Stuttgart