...hier die anderen kandidaten:
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Fast sicher: Schneider geht nach Wetzlar
Nimmt der Post-Trainer mit Obrvan und Melzer gleich noch zwei Spieler mit?
Schwerin/Gießen Die Katze ist endlich aus dem Sack: Holger Schneider, der den Handball-Zweitligisten Post Schwerin zum Saisonende nach fünf Jahren verlassen wird, unterschreibt morgen einen Vertrag bei der HSG D/M Wetzlar!
Von Roland Güttler
Für den Manager des derzeitigen Bundesliga-Zehnten, Rainer Dotzauer, ist Holger Schneider ganz klar der Kandidat Nr. 1. und unterschreibt "zu 99 Prozent am Freitag in Dutenhofen".
Bei der Mannschaft mit dem längsten Namen - D/M steht für Dutenhofen-Münchholzhausen - gibt es derzeit noch insgesamt drei Kandidaten als Nachfolger des zur kommenden Saison zum Liga-Kontrahenten FA Göppingen wechselnden Velimir Petkovic. Nachdem Düsseldorfs Trainer Richard Ratka abgesagt hat, sine dies neben "Doc" Schneider der tschechische Nationaltrainer Dr. Vlatislav Trtik sowie der ehemalige D/M-Spieler Sigurdur Bjarnason. Letzterer ist den Wetzlarern noch zu jung, und der Tscheche will nur mit Profis trainieren. Das widerspricht allerdings der Wetzlarer Philosophie, wonach der Trainer auch mit den Talenten arbeiten muss.
Es spricht also alles für Schneider, der sich, was seinen neuen Verein betrifft, bedeckt hält. Allerdings ließ der 99-fache Nationalspieler in den vergangenen Tagen - in anderem Zusammenhang allerdings - schon mal den Satz fallen, er finde es gut, "dass in Wetzlar alles Geld in die Mannschaft gesteckt wird". Nachtigall, ick hör dir trapsen...
Schneider: "Ich bin nicht nach Schwerin gekommen wegen der Finanzen, und ich gehe auch nicht wegen der Finanzen! Aber nach fünf Jahren gibt es eben einige Punkte, in denen man nicht mehr so 100-prozentig einer Meinung ist." Laut seiner Aussage "sind noch zwei Vereine im Gespräch, einem Dritten habe ich gestern (Dienstag - d. A.) abgesagt. Und was das Angebot aus der Wirtschaft betrifft, dies mache ich später." Es wird Wetzlar...
Zudem wollen in Schwerin die Gerüchte nicht verstummen, dass der gebürtige Güstrower bei seinem Weggang am 30. Juni 2004 aus Schwerin mindestens zwei Spieler mitnimmt. Aus Wetzlarer Sicht wären da besonders der linke Rückraumakteur Ivica Obrvan sowie Mittelmann Lars Melzer interessant. Beide sind in Schneiders Augen Spieler mit Perspektive. Und in Wetzlar werden deren Positionen vakant. Ghenadij Khalepo (Obrvan-Position) wurde gekündigt, weil er zu teuer ist. Zudem geht man in Hessen davon aus, dass Noch-Trainer Petkovic den Spielmacher Nebosa Golic mit nach Göppingen nimmt.
Was die Trainernachfolge beim SV Post betrifft, so ist man laut Geschäftsführer Michael Krieter "am Arbeiten". Viel Aufschlussreicher ist da schon "Pumpes" folgende Aussage: "Jetzt besteht die Chance, einen richtigen Schnitt zu machen. Ich ziehe das Ding jetzt durch. Wir haben das Ziel, hier langfristig was aufzubauen."
Post-Trainer Holger Schneider wechselt nach dieser Saison "zu 99 Prozent" nach Wetzlar. Foto: Dietmar Albrecht
Einwurf
Ein gut bestelltes Feld
Ein Trainerwechsel ist das Normalste der Welt. Und das sollte auch so bei Post Schwerin und Holger Schneider gelten.
"Doc" Schneider hat in den fünf Jahren - wenn er dann Ende Juni hier die sportlichen Zelte abbricht - viel bewegt und hinterlässt ein gut bestelltes Feld. Im Dezember 1999 nach Spiel Nr. 1 als damaliger Spielertrainer fand sich Post als Schlusslicht in Liga zwei wieder. Inzwischen gehört man konstant zur Zweitligaspitze; ja, man schielt wieder einmal in Richtung Oberhaus. "Ich will mit dieser Mannschaft in der Saison aufsteigen", sagte Holger vor wenigen Tagen. Die Aussage steht - trotz seines jetzt verkündeten Weggangs zum Saisonende. Schneider ist Sportsmann durch und durch, sein gestecktes Ziel in der Rückrunde umzusetzen. rg