Beiträge von heindaddel

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    Original von Lord Vader


    Das stimmt tatsächlich - aber das gehört auch zum Job. Ein ähnlich cooles Auftreten gab es in Schleswig-Holstein von einem Namensvettern auch schon.

    Völlig daneben, dieser Vergleich!

    Derjenige, auf den Du anspielst, war alles andere als "gelöst", sondern war vollgepumpt mit schwersten Psychopharmaka ...

    Zitat


    ...
    Wie hoch der Druck gewesen sein muss, ist auch an dem Mittel zu erkennen, das Barschel dagegen einsetzte: Tavor, ein starker Tranquilizer, deutlich stärker als Valium. Werbeslogan: "Tavor entzieht der Angst den Boden." Alle paar Wochen musste der Hausarzt ein neues Rezept für Barschel ausstellen. 1980 hatte der Politiker mit zwei Milligramm täglich begonnen, schluckte zwei Jahre später schon die anderthalbfache Menge und hatte im Herbst 1987 eine durchschnittliche Tagesdosis von 10,4 Milligramm erreicht. Eine Einnahme über lange Zeit, heißt es im Lehrbuch für Psychiatrie und Psychotherapie, führe "zu einem Persönlichkeitswandel, zu Gleichgültigkeit und Antriebsverlust". Der Hamburger Psychiatrieprofessor Michael Stark präzisiert: "Es entwickelt sich eine Art Scheißegal-Gefühl, die normale Affektsteuerung geht verloren." ...


    stern.de: Deal mit Todesfolge

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    Original von Ronaldo
    Interessant fand ich aber, dass Rudolph von einer größeren Runde auf seiner Finca gesprochen hat. Bei mir entstand bislang der Eindruck, die Runde hätte sich auf Butzeck, Schwenker und Rudolph beschränkt. Ggf. noch mit jeweiliger Frau/Lebensgefährtin/Freundin. Jetzt erweckt Rudolph bei mir den Eindruck, da wären mehr gewesen.

    Stellen sich die Fragen:
    * Wer war noch dabei?
    * Warum schwiegen die bislang?
    * Waren die auch bei der Staatsanwaltschaft Kiel?

    Zitat


    ...
    Für Rudolph steht die Schuld Schwenkers fest. Er berichtete von einem gemeinsamen Abend auf seiner Finca auf Mallorca am 30. Juli 2007. Damals hatte Rudolph das Ehepaar Schwenker, Gerd Butzeck, den Geschäftsführer der Handball-G14, dessen Lebensgefährtin sowie THW-Gesellschafter Willi Holdorf und dessen Ehefrau Sabine, die die THW-Geschäftsstelle leitet, eingeladen. Damals habe Schwenker, der laut Rudolph angetrunken gewesen war, gesagt: "Die Champions League werdet ihr nie gewinnen. Ich habe lange gebraucht, um zu erfahren, dass dazu Schiedsrichter bestochen werden müssen." Den genauen Wortlaut kenne er nach zwei Jahren nicht mehr, räumte Rudolph ein. Schwenker habe weitere Details erzählen wollen, sei aber von Butzeck gestoppt worden. Rudolph selbst habe sich danach vom Tisch entfernt. "Ich war betroffen, ich habe versucht, die Sache sehr schnell zu vergessen." Zum Zeitpunkt der Äußerung habe das Ehepaar Holdorf nicht mehr am Tisch gesessen. ...


    [URL=http://nachrichten.finanztreff.de/news_news,awer…uebersicht.html]Quelle: FTD/Erik Eggers[/URL]

    Auch wenns wieder als "mit Dreck auf andere werfen" gewertet wird, ein - wie ich finde - interessanter Artikel von Reimer Plöhn in den heutigen KN (und nein, dies soll nicht eventuelle Taten des THW verharmlosen ... :rolleyes: )

    (hoffe, ich habe die gröbsten Scan-Fehler erwischt ...)

    wmk:

    Das ganze sollte ja wohl nur eine Glosse sein ...

    ... wenn auch offenbar etwas verunglückt, wenn dies jemand für "bare Münze" nimmt. Und etwas unpassend in diesen Zeiten.

    Oder meinst Du, dass sind ernstgemeinte Vorwürfe?

    Wers glaubt, sollte einfach sein Vermögen auf die von den Buchmachern vorgegebene Differenz setzen. Einfacher kann man doch wohl nicht reich werden ... :baeh:

    Um die Wartezeit auf die nächsten Spiegel-Enthüllungen etwas zu verkürzen ;), möchte ich nochmal auf das - etwas "untergegangene" - Interview mit Johnny Jensen kommen. Darin sagt er:

    Zitat

    ...
    Jensen: Ich habe schon einige Sachen von norwegischen Schiedsrichtern erfahren, das ist alles richtig peinlich. In den vergangenen Jahren wurde ganz offen über Schiedsrichterbestechung gesprochen. Auch einige ehemalige Flensburger haben viel darüber erzählt.

    SPIEGEL ONLINE: Um was ging es?

    Jensen: Diese früheren Flensburger Spieler kennen viele Schiedsrichter aus dem Osten. Die haben dann auch erzählt, dass sie, als sie noch für ihre alten Clubs gespielt haben, mit gewissen Schiedsrichtern niemals verlieren konnten. Das war im Vorfeld des Spiels schon klar.

    SPIEGEL ONLINE: Die Unparteiischen wurden bestochen?

    Jensen: Ja, klar. ...

    [URL=http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,615292,00.html]Quelle: Spiegel online[/URL]

    Welche ehemaligen Flensburger (Mit-)Spieler meint er damit wohl, die mit ihren früheren Clubs mit bestimmten -bestochenen- Schiedsrichtern egal gegen welchen Gegner niemals verlieren konnten?

    Welche Clubs werden hiermit (indirekt) der Bestechung bezichtigt? Welche Ex-Vereine konnten mit den richtigen Schiedsrichtern jedes Spiel gewinnen ?

    Solberg=Barcelona und/oder Lackovic/Sprem=Zagreb? Oder wer kommt da noch in Frage?

    Zitat

    Original von wintermute

    Du solltest hier nicht weiter Legendenbildung betreiben und hier durch aus dem Zusammenhang gerissene Artikel aus dem letzten Jahr und die "empörte" Reaktion des THW darauf auf die Seriösität der jetzigen Berichterstattung schließen.

    Hälst Du den Vorwurf "Nicht wenige Spitzenfunktionäre der Handball-Bundesliga, die anonym bleiben wollen, glauben, dass Kiel auch national ein Manipulations-Netzwerk aufgebaut hat." für seriöse Berichterstattung? Meinst Du, die Mopo liegt hier richtig? Warum hat diese "Information" keinen Aufschrei verursacht, warum berichten die richtigen Zeitungen nicht darüber? Oder handelt es sich vielleicht doch nur um üble Stimmungsmache eines sensationslüsternen ...blättchens?

    Mir ging es nicht darum, die alte Geschichte aufzuwärmen, sondern nur um einen Erklärungsversuch, warum sich der Schreiber so auf Schwenker eingeschossen hat.

    @ Karl: Schade, dass Du meinen Fragen ausweichst ...

    Zitat

    Original von Loran
    Ich wundere mich hier im thread über die Fans des THW. Da scheint der Uwe schon so was wie Welpenschutz zu genießen.

    Erwartest Du, dass die THW-Fans in den Chor der Vorverurteiler (sind ja zum Glück nur wenige) mit einstimmen ?

    Was liegt denn bisher Belastbares gegen den THW vor?

    Sollten die "dubiosen" Kontobewegungen und Barabhebungen tatsächlich für Schiedsrichterbestechungen verwendet worden sein, wird die Staatsanwaltschaft das herausfinden. Erst dann ist aus meiner Sicht die Zeit gekommen, auf Schwenker & Co. einzuprügeln.

    Zitat

    Original von Karl
    Wenn Du korrekt zitieren würdest (das sollte man gerade von einem 'Pressekritiker' eigentlich verlangen können), dann hättest Du die Antwort:

    Pardon, aber den Passus hast Du angefügt, nachdem ich bereits zitiert hatte ...

    ... abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, was Du mit "strukturellen Gründen" meinst. Hälst Du diese "Information" der Mopo für glaubhaft?

    Zitat

    Original von Karl
    ... Du greifst jetzt ein Zitat aus einer täglichen Berichterstattung raus ...

    im Rahmen der vorliegenden Affäre hatte sie bislang häufig die (wahrscheinlich) richtigen Informationen...

    Dieses Zitat "aus der täglichen Berichterstattung" ist wohl der heftigste Vorwurf, der bislang bezüglich des deutschen Handballs geäußert wurde.

    Meinst Du, die Mopo liegt hier richtig? Warum hat diese "Information" keinen Aufschrei verursacht, warum berichten die richtigen Zeitungen nicht darüber? Oder handelt es sich vielleicht doch nur um üble Stimmungsmache eines sensationslüsternen ...blättchens?

    Zitat

    Original von Karl
    Das die Enthüllungen nun nicht gerade in den Springerzeitungen stattfinden, kann halt zufällig sein - fällt nur ein bißchen auf (grad auch das späte 'Einsteigen' von Sport-Bild, das ja nun auch nichts neues zu Tage brachte. Mit Beckedahl haben die ja eigentlich einen kompetenten Mann.). Vll. kann jemand was über die Hamburg-Ausgabe der Bildzeitung berichten?

    @mopo-Zitat: tja, das ist eines der Zitate, die nie falsifiziert werden können.

    Das wachsweiche ("nicht wenige...anonym...glauben"), nicht angreifbare Zitat assoziiert nicht weniger, als dass sämtliche Erfolge des THW der letzten Jahre auf Betrug basieren und somit auch ein Großteil der BL-Schiedsrichter bestechlich sind. Und das ohne jede Belege.

    Nennst Du das "Enthüllungen"? Ist das verantwortungsvoller Journalismus?

    Ich sehe darin eher eine billige Retourkutsche eines "Journalisten", der im vergangenen Jahr heftige Kritik aus Kiel einstecken musste.

    Zitat

    "Schmierfink", war noch die mildeste Bezeichnung für einen Hamburger Boulevard-Reporter, der in den Kabinengängen auf Stimmenfang ging. In seiner Vorberichterstattung waren die THW-Spieler als brutale Schlägertruppe gebrandmarkt worden, die Hamburger dagegen als harmlose Opfer. Manager Uwe Schwenker lehnte es brüsk ab, die Pressekonferenz zu besuchen. "Da gehe ich nicht hin, ich kann für nichts garantieren." THW-Trainer Noka Serdarusic kommentierte die unjournalistischen Attacken mit den Worten: "Dieser Artikel ist nicht spurlos an meinen Spielern vorbeigegangen." Was sich diese Idioten erlaubten, so Kiels Trainer weiter, dafür müsste man sich schämen, wenn man ein Kollege wäre. KN, 18.04.08

    Achso, wenn Dich aktuelle Wasserstandsmeldungen und die neuesten Entwicklungen aus Kiel so sehr interessieren: bitteschön :hi:

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    Original von Karl
    Ach übrigens: hat der Axel-Springer Verlag (Eigentümer des Hamburger Abendblattes) eigentlich schon seine Anteile an den Kieler Nachrichten (und damit auch die am THW - oder liegt der THW-Besitz bei Grote persönlich?) schon rechtskräftig an Madsack verkauft? Bild und Sport-Bild sind ja nun auch nicht gerade die publizistischen 'Speerspitzen' der aufklärenden 'Enthüllungen'.

    Was auch immer du uns damit sagen willst ...

    ... die Kieler Nachrichten sind nicht am THW beteiligt, sondern die Privatperson Grote.

    Und die Mopo ist ohne Fehl und Tadel? Na, dann steht ja fest, dass die komplette deutsche Schiedsrichterriege auf Schwenkers Gehaltsliste steht ... Suuuperspürnase Hoffmärchen ... :baeh:

    Zitat

    Nicht wenige Spitzenfunktionäre der Handball-Bundesliga, die anonym bleiben wollen, glauben, dass Kiel auch national ein Manipulations-Netzwerk aufgebaut hat. (Mopo, 21.03.09)

    Gerd Butzeck äußert sich bei stern.de u.a. zum "Finca-Geständnis":

    Zitat

    ...
    Auch Sie waren im Sommer 2007 zu Gast auf der Finca von HSV-Präsident Andreas Rudolph, als sich Uwe Schwenker verquatscht haben soll. Die Ermittlungen laufen – haben Sie sich schon bei der Staatsanwaltschaft gemeldet?

    Die Herren haben sich für diese Woche bei mir angemeldet. Aber ich glaube nicht, dass es für die Ermittlungen entscheidend sein kann, was im Sommer 2007 nach mehreren Flaschen Wein und Whiskey in lustiger Herrenrunde daher geredet wurde.

    Alkohol kann aber auch die Zunge lockern...

    Aber es ist doch überall dasselbe, ob in Handballkreisen oder im Fußball. Wenn man zusammensitzt und ein bisschen was trinkt, irgendwann kommt die Sprache auf die Schiedsrichter. Uwe Schwenker hat zu keinem Zeitpunkt behauptet, das Finale 2007 verschoben zu haben. Das hat er ganz bestimmt nicht, denn da hätten wir nicht drüber gelacht.
    ...


    Quelle: stern.de, "Unser Präsident ist untragbar"

    Zitat

    Original von Karl
    Handelsblatt-Artikel, morgige Ausgabe - Porträt Nielsen:

    Versteh ich das richtig - Schwenker telefoniert jetzt rum? (als grad der Handelsblatt-Mitarbeiter Weymar bei Nielsen zu Besuch war?)

    Stelle mir die Szene so vor:

    Wie verabredet stellt die Sekretärin wenige Minuten nachdem der Journalist ins Büro kam ein Gespräch durch - die Zeitansage ...

    Nielsen: "Ich sagte doch, ich will jetzt nicht gestört werden ... Oh, Schwenker ... na gut, stell mal durch, ... na, Uwe, wie gehts? Genießt du deinen Urlaub höhö ? ... Ach, der Spiegel löchert dich mit Fragen? ... Ja, die Presseleute können schon lästig sein ... Du, ich hab hier auch grad einen sitzen ... neeein, einen Journalisten mein ich, ... ach, du meinst, ich soll dem jetzt nicht sagen, was du mir in Zagreb noch erzählt hast? ... na gut uwe, will mal nicht so sein, aber wenn der Staatsanwalt mich fragt, dann muss ich aber die Wahrheit sagen ... so, muss Schluss machen, mein Lieber, mach dir nichts draus, Uwe, und denk immer dran: Lieber arm dran als Arm ab höhö ... jo, man sieht sich ..."

    Zitat

    Original von meteokoebes

    Eine ebensolche Spekulation - Woher sollen übrigens die Rhein-Neckar Löwen von dem Finca-Treffen denn gewusst haben, wenn sie diejenigen waren, die es ins mediale Rampenlicht gebracht haben? Schon mal daran gedacht. Leute, schaltet doch mal fünf Minuten den Grips ein. Das einzig verwunderliche ist doch eher die Tatsache, dass das Thema in der breiten Öffentlichkeit diskutiert wird, nicht die Bestechung an sich. Das zeigen mir persönlich auch etliche Zitate, die hier von einigen Prominenten aus der Handballszene geäußert wurden.

    "Die Bestechung an sich" muss erstmal nachgewiesen werden.

    Ich finde die Fragen überhaupt nicht spekulativ:

    Warum plaudern die Mannheimer mit dem "Spiegel" statt mit der Staatsanwaltschaft? Geht es da wirklich um Aufklärung im Sinne eines sauberen Handballsports?

    Warum dient sich Nielsen noch im Februar als Sponsor des THW an, wo er doch spätestens seit Schwenkers angeblichem "Geständnis" ihmgegenüber wusste, was für ein korrupter Haufen das ist?

    Warum wurde die Bombe erst jetzt gezündet?

    Zitat

    Original von Roninn
    Wenn keine Beweise gefunden werden oder nicht ausreichen, dann bleibt trotzdem ein Fader beigeschmackt. Die Bestechungsvorwürfe werde den THW für längere Zeit verfolgen egal ob schuldig oder auch nicht.

    Schon mal daran gedacht, dass genau dies das Ziel derer sein könnte, die sich mit ihrem - schon länger vorhandenen - angeblichen "Wissen" an die Presse - statt an die Staatsanwaltschaft - gewandt haben?

    Ob wir dieses Thema wohl auch diskutieren würden, wenn der THW Karabatic in Geschenkpapier mit Schleife nach Mannheim geschickt hätten?

    Zitat

    Original von Lothar Frohwein

    Selbst wenn nun bewiesen ist, dass Noka was erzählt und was gezeigt hat, ist noch lange nicht bewiesen, dass die Bestechungs-Vorwürfe stimmen. M.M.n. wird das auch nie bewiesen werden können.

    Was können denn eigentlich "Casino-Belege" belastendes aussagen?

    "50.000,- für 2 Geschenkgutscheine an Schiedsrichter x/y von der THW Handball Bundesliga GmbH & Co KG dankend erhalten" wird da wohl eher nicht drauf stehen, oder?

    Na, die Staatsanwaltschaft wirds ja herausfinden. Oder auch nicht.

    "Der Nordschleswiger", Zeitung der deutschen Minderheit in Dänemark, mit einem "netten" Kommentar:

    Zitat

    Leitartikel: Pandoras Seegang

    ...
    Eine Schlüsselrolle in diesem höchst mysteriösen Fall, der schon jetzt nicht nur dem THW schweren Schaden zugefügt hat, spielt ein 26-jähriger Däne namens Jesper Nielsen, der seit 2003 durch die Modeschmuckware Pandora reich, ja steinreich geworden ist. Seine Firma Kasi-Group hat ihren Hauptsitz in Hamburg. Der sportbesessene Jesper Nielsen fiel in den letzten Jahren vor allem dadurch auf, dass er u. a. als Hauptsponsor für den Kopenhagener Fußballklub Brøndby auftrat – angeblich mit dreistelligen Millionensummen. Als die Presse durch firmen-interne Mails zu wissen glaubte, dass die Kasi-Group ökonomisch in den Seilen hing, stoppte Nielsen per Gerichtsbeschluss jede weitere Veröffentlichung. Und zog ganz nach Deutschland, wo seine Waren reißenden Absatz fanden. Angetan von SAP-Boss und Hoffenheim-Förderer Hopp etablierte sich Nielsen als Gesellschafter beim Handballklub Rhein-Neckar-Löwen in der Nähe von Mannheim. Er wurde Hauptsponsor und machte u. a. Schlagzeilen, als er einen isländischen Weltklasse-Spieler, der bereits in Glostrup unterschrieb, plötzlich verpflichtete und auch den Kieler Weltstar Karabatic holen wollte. Als die Verdächtigungen von den Rhein-Neckar-Lö-wen bissig gegen den THW ins Spiel gebracht wurden, tauchte erneut der Name Jesper Nielsen auf. Im dänischen Fernsehen (TV2) versicherte Nielsen: »Wir wissen, dass es rund um die Champions-League-Spiele des THW Unregelmäßigkeiten gegeben hat.« 24 Stunden später, nachdem offenbar keine Beweise vorgelegt worden sind, meinte er kehrtwendend: »Wir wollen Ruhe und Frieden halten. Der Seegang ist für den deutschen Handball ein bisschen zu heftig im Moment. Daran haben wir auch mit Blick auf unsere eigenen geschäftlichen Aktivitäten kein Interesse.«
    Welch ein Satz – Schwachsinn! Bei Bestechungsvorwürfen ist es wie mit der Schwangerschaft: Es gibt nur ein Entweder-oder. Wer dazu beiträgt, hat einen solch gefährlichen Brand zu legen und eine ganze Sportart in Misskredit zu bringen, der muss Ross und Reiter nennen, ungeachtet »geschäftlicher Aktivitäten«. So bleibt die Glaubwürdigkeit des Handballsports auf der Strecke. Oder hat Nielsen etwa die »Büchse der Pandora« geöffnet, die als Inbegriff des Unheilbringenden gilt? Solange keine Beweise auf den Tisch kommen, glauben wir dem THW. Ohne Be weise sollte Nielsen seinen schönen Schmuck schnell einpacken – und glanzlos verschwinden!

    Der Nordschleswiger, 07.03.09

    @ ojessen:

    Zur Frage "Betrug" oder "Bestechung" hatte sich am Dienstag ein Sportrechtler in den Kieler Nachrichten geäußert:

    Zitat

    „Sportrechtlich sind kaum Konsequenzen zu erwarten“

    Sollten vor dem Champions-League-Finale 2007 tatsächlich Gelder an die Schiedsrichter geflossen sein, stellt sich die Frage nach den rechtlichen Konsequenzen. Prof. Dr. Martin Nolte, aus Kiel stammender Sportrechtler an der Hanse-Uni in Rostock, sieht durchaus strafrechtliche Relevanz: ,,Natürlich muss man erst die genauen Umstände kennen. Sollten sich aber die Verdächtigungen bestätigen, kann der Straftatbestand des Betruges nach § 263 StGB in Frage kommen.

    Geschädigte könnten sowohl die Zuschauer sein, die für ihr Eintrittsgeld ein faires Spiel erleben wollen, aber auch die SG Flensburg, die bei einem Champions- League-Sieg eine höhere Prämie bekommen hätte. Entsprechend hätten sich die Kieler und die Schiedsrichter einen rechtswidrigen Vermögensvorteil verschafft. Das rechtliche Problem des Betrugstatbestandes besteht allerdings darin, dass eine mehrpolige Beziehung in Rede steht. In diesen Konstellationen muss geprüft werden, wer Täuschender, Irrender, Verfügender und Geschädigter ist. Der Tatbestand der Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr nach § 299 StGB scheidet hingegen aus." Zivilrechtlich könnten sich Schadensersatzforderungen anschließen.

    Sportrechtlich erwartet Nolte dagegen kaum Konsequenzen. Da sich nicht beweisen lassen dürfte, dass das Spiel anders hätte verlaufen können, muss der THW nicht mit einer nachträglichen Aberkennung des Titels rechnen. Hier überwiegt der Rechtsfrieden. Zur Motivation einer Selbstanzeige sagte Nolte, dass sich dadurch die Möglichkeit einer Strafmilderung schaffen lasse, wenn der Anzeigende objektiv an der Aufklärung mitwirkt, also Ross und Reiter der Tat benennt. Sollten sich die Anschuldigungen dagegen als unwahr erweisen, würde sich der Anzeigende des Vortäuschens einer Straftat (§ 145d StGB) sowie der üblen Nachrede (§ 186 StGB) oder der Verleumdung (§ 187 StGB) schuldig machen. ra