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Tobiasz ab sofort beim Club
Transfer-Coup
Nürnberg verpflichtet Klasse-Handballerin aus Lützellinden
NÜRNBERG (Eig. Ber./wp) – „Jetzt greifen die Nürnbergerinnen nach dem Meistertitel“, lautete die Reaktion bei der DJK MJC Trier, Spitzenreiter der Bundesliga im Frauen-Handball und am 25. Januar Gast des Clubs im Spitzenspiel, nach dem jüngsten Überraschungs-Coup des 1. FC Nürnberg auf dem Transfermarkt: Ab sofort hat mit Agnieszka Tobiasz, 61-malige deutsche Nationalspielerin vom TV Lützellinden, die wohl routinierteste Rechtsaußen in der Eliteliga beim Club bis zum 30. Juni 2004 unterschrieben.
Von kurzfristigen Titelambitionen will Trainer Herbert Müller trotz der guten Ausgangsposition nichts wissen. Für ihn ist die Verpflichtung „vorrangig eine Investition für die Zukunft“, denn es steht noch nicht einmal endgültig fest, ob die Spielberechtigung rechtzeitig bis zum 15. Januar, dem letzten Wechseltermin, vorliegt. Dafür dürften noch einige juristische Hürden aus dem Weg zu räumen sein.
Aber Müller ist zuversichtlich und er weiß, dass er mit „meiner Wunschspielerin auf dieser Position“ einen Schwachpunkt in seiner Mannschaft ausgemerzt hat. Mit Tobiasz und der Österreicherin Barbara Strass auf Linksaußen verfügt er über eine Flügelzange, die ihm neue taktische Varianten ermöglicht und der Konkurrenz einige Rätsel aufgeben kann.
Zumindest ein Platz in einem internationalen Wettbewerb sollte jetzt für den Aufsteiger „Pflicht“ sein, auch wenn der Trainer in seinen Prognosen vorsichtig ist. „Wir müssen abwarten, wie es für uns zu Beginn des Jahres 2003 läuft. Nach den ersten drei Spielen sind wir schlauer“, sagt er. Denn bei Meister HC Leipzig, der am Mittwoch (19.30 Uhr) unter Erfolgszwang steht, wenn er sich im Titelkampf noch eine Chance ausrechnen will, und in den Heimspielen gegen VfL Oldenburg (18. Januar) und den derzeit mit dem Club punktgleichen Spitzenreiter Trier stehen schwere Aufgaben bevor.
Hintergrund der Verpflichtung von Tobiasz, seit 1994 in Lützellinden eine der Leistungsträgerinnen, sind die großen finanziellen Probleme der Hessen. Da schon monatelang die Zahlungen ausblieben und etliche Spielerinnen den Verein bereits verlassen haben, hat die 29-Jährige in der vergangenen Woche fristlos gekündigt. „Bessere sportliche und berufliche Perspektiven“ nennt Müller als entscheidend für ihren Wechsel, soll der Physiotherapeutin doch eine Arbeitsstelle verschafft werden – abgesehen davon, dass sie im Notfall auch die neuen Mitspielerinnen fitmachen kann für die Fortsetzung des Höhenfluges.
Nürnberger Nachrichten
Stürmerin für Club-Frauen
NÜRNBERG (heg). — Kurz vor dem Ende der Wechselfrist am kommenden Mittwoch sind die Handball-Frauen des 1. FC Nürnberg erneut auf dem Transfermarkt tätig geworden. Nach der Kroatin Dragana Krajnovic wird nun auch die gebürtige Polin Agnieszka Tobiasz den Bundsliga-Aufsteiger verstärken.
Damit sind die verletzungsbedingten Ausfälle im Team von Trainer Herbert Müller zumindest einmal nominell kompensiert. Die wegen ihres Kreuzbandrisses pausierende Rückraumstütze Aida Jusiene soll durch Dragana Krajnovic und für die wegen ihrer Handverletzung noch nicht wieder einsetzbare Barbara Strass könnte auf dem rechten Flügel Agnieszka Tobiasz für Druck sorgen.
Acht Jahre lang spielte die Physiotherapeutin für den finanziell schwer angeschlagenen TV Lützellinden. Dabei war sie an mehreren Meistertiteln beteiligt. Seit 1995 besitzt die 29-Jährige die deutsche Staatsbürgerschaft und hat für das DHB-Team 79 Länderspiele absolviert. Wann die 1,66 m große Rechtsaußen eingesetzt werden kann, ist wegen der gesetzten Freigabefristen noch offen, heute allerdings wird die gern als Maua (polnisch: die Kleine) gerufene Spielerin das Training beim 1. FC Nürnberg aufnehmen.
Eine Spielberechtigung der beiden neuen Zugänge wäre für den 1. FC Nürnberg von großem Vorteil, denn in den nächsten drei Spieltagen stehen die Schützlinge von Trainer Müller vor hohen Hürden. Da geht es am Mittwoch zuerst zu Meister HC Leipzig, der sich zuletzt nicht eben mit Ruhm bekleckert hat, dann folgen mit Oldenburg und Trier vor eigenem Publikum die nächsten starken Gegner.
Nürnberger Zeitung