Quelle: http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=809413&kat=32&man=4
FCN ist empört über Punktabzug
NÜRNBERG - Auf Unverständnis ist bei den Verantwortlichen der Handballfrauen des 1. FC Nürnberg die Entscheidung des Ligaverbands HBVF gestoßen, den Club für die nächste Saison mit einem Abzug von vier Punkten zu belegen.
Der HBVF-Vorstand habe trotz des eindeutigen Verstoßes gegen die Lizenzrichtlinien zwar auch Nürnberg die Lizenz erteilt, gleichzeitig jedoch eine Bestrafung in Form eines Abzugs von vier Punkten für die kommende Hauptrunde der Meisterschaft ausgesprochen, teilte der Verband auf seiner Homepage mit. Er bestrafe den amtierenden Deutschen Meister und diesjährigen Finalisten dafür, dass er verspätet Unterlagen für das Lizenzierungsverfahren eingereicht habe. «Die Kriterien zur Lizenzerteilung wurden erfüllt, aber es gab Verstöße gegen Formalien und Fristen», sagte HBVF-Sprecher Christian Ciemalla zu der Entscheidung.
Dieser Darstellung widersprach Thieß Helmke, der Geschäftsführer der 1. FC Nürnberg Handball GmbH (wirtschaftlicher Träger der Mannschaft des 1. FCN Handball e.V.), auf NZ-Anfrage allerdings energisch. Vorstand Hans-Georg Woertge habe die noch ausstehende Bestätigung einer Bürgschaft für die nächste Saison am 14. April nach Rücksprache mit dem HBVF-Vorsitzenden Bernd Dugall «nachweislich» gefaxt und das Original per Post nachgesandt. Dieses Verfahren sei laut Rechtsexperten auch vor Gericht üblich, erklärte Helmke: «Wenn am Stichtag gefaxt wird, gilt es bei Gericht als eingegangen.»
Dugall habe im Gespräch mit Woertge am 14. April, dem Tag vor dem entscheidenden Stichtag, zugesichert, diesen zu informieren, falls dies nicht in Ordnung gehe. Allerdings habe er sich dann nicht mehr gemeldet. Deshalb sei man beim 1. FCN davon ausgegangen, dass alles in Ordnung sei, und sei von der Entscheidung mehr als überrascht worden.
Die Frist zur Einreichung der Lizenzunterlagen hatte am 30. März geendet, daneben war den Klubs eine Nachfrist zur Einreichung der erforderlichen Bürgschaft von 30.000 Euro bis zum 15. April eingeräumt worden. Der 1. FCN war laut Helmke in Zeitnot geraten, weil der Verantwortliche bei Sponsor Fackelmann, der die Bürgschaft übernommen hatte, in den USA weilte, die Unterlagen aber von der Bank irrtümlich an seine hiesige Adresse weitergeleitet worden waren. Dennoch habe der Club die Frist eingehalten und werde daher gegen die noch nicht rechtskräftige Entscheidung der HBVF Einspruch einlegen, kündigte Helmke an.
Zutiefst verärgert zeigte sich Trainer Herbert Müller von der «lächerlichen» HBVF-Entscheidung, die ihn sprachlos mache: «Von unserer Seite war alles okay, ich habe keine Ahnung, was diese Sache soll.» Die Vorbereitung auf die Finalspiele gegen Leipzig werde dadurch empfindlich gestört. «Heute Abend werden wir zwei Stunden diskutieren statt trainieren», sagte Müller der NZ, räumte aber auch ein, «dass unser Verein lernen muss, seine Hausaufgaben zu machen».
Philipp Roser
Meine Meinung:
Somit scheint man beim HBVF auch nicht so ganz zu seinen Aussagen zu stehen. Mal sehen, was da noch rauskommen wird.