Beiträge von BerndO

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    Original von ALausH
    ansonsten hab ich mit einigen Regeln und Regelauslegungen so meine Schwierigkeiten, schon rein aus rechtlicher Sicht. So darf ein Richter vorhergehende Straftaten bei der Urteilsfindung nur berücksichtigen, wenn sie aus dem gleichen Rechtsgebiet kommen (z.B. Unterschlagung und Betrug). Eine Vorstrafe z.B. wegen Betrug wäre bei einer Verhandlung wegen Körperverletzung ohne Belang.

    Daher geb ich auch nach einer 2-Minuten-Strafe eine gelbe Karte, wenn es eben ein völlig anderer Tatbestand ist.

    Dito vierte gelbe Karte. Die Soll-Bestimmung soll zwar offiziell nur vor Einsprüchen schützen, aber hier mal ein Fall aus der Praxis. 58. Minute, Spielstand 20-10. Die zurückliegende Mannschaft hat bisher 3 gelbe Karten und keine Zeitstrafe erhalten. Jetzt, 2 Minuten vor Schluss, das vierte progressiv zu ahndende Vergehen. Mein Gespannpartner zieht die gelbe Karte und sagte nach dem Abpfiff auch nur: "Soll ich da noch groß mit Zeitstrafen anfangen? Ich mach mich doch nicht lächerlich." Es hat keiner widersprochen......

    ALausH: Also, hier vergleichst Du Äpfel mit Birnen. Und wenn Du ein Problem mit Regeln und den zugehörigen Anweisungen hast, so kannst Du als SR trotzdem nicht darüber hinwegsehen und Deine eigenen "Regeln" schaffen. Dies können übrigens Richter und Staatsanwälte auch nicht, um bei Deinem Beispiel zu bleiben.

    Für uns als SR ist nunmal das Regelwerk verbindlich und an das haben wir uns zu halten. Sicherlich kann man über die eine oder andere Auslegungsfrage diskutieren, nur Ziel sollte es immer sein (zugegeben, das wäre der Idealfall) eine gleiche Auslegung der Regeln durch alle SR zu erreichen. Aber in diesem Fall hast Du schon aufgrund des reinen Regeltextes überhaupt keinen Spielraum.

    Und zu der 4. gelben statt Hinausstellung hat Hans-Christian eigentlich schon alles gesagt, und wenn Du Angst hast Dich lächerlich zu machen, dann gib lieber gar keine Strafe. Übrigens: Wenn ich in der 55. Minute eine gelbe Karte ziehe, schallt's meistens von der Tribüne: "Haha, jetz noch ne gelbe Karte...". Interessiert mich das Geschrei??? Nicht wirklich.

    Gruß
    Bernd

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    Original von ALausH
    Beispiel: 2 Minuten wegen Foul, danach gelbe Karte wegen zu geringen Abstand. Hier liegen zwei völlig unterschiedliche Vergehen vor, und da der zu geringe Abstand sich nicht unter den Tatbestand eines progressiv zu ahndenden Vergehens eines Spielers (sondern nur der Mannschaft) subsummieren lässt, ist hier eine gelbe Karte korrekt.

    ALausH: Dein Beispiel konsequent ausgelegt würde bedeuten, dass beim zweiten Abstandsvergehen derselben Mannschaft auch durch einen anderen Spieler zwingend auf Hinausstellung zu entscheiden ist.

    :verbot: Dem ist aber seit dieser Saison gemäß Anweisung des DHB nicht mehr so (Schaust Du hier: http://www.dhb.de/schiri/Klarstellungen.htm Punkt 1). Eine Mannschaft kann durchaus 3 gelbe Karten wegen Abstandsvergehen bekommen.

    Es gibt somit keine Unterscheidung von "Spielervergehen" und "Mannschaftsvergehen" (mehr). Für jeden Teilnehmer am Spiel gibt es genau eine Progressionsreihe, die nicht unterbrochen werden sollte.

    Deshalb gilt im ursprünglichen Fall auf jeden Fall der Regelkommentar, dass ein bereits hinausgestellter Spieler nicht mehr verwarnt werden sollte.

    Gruß
    Bernd

    Im Spielbericht reicht es aus, den Einspruch als solchen (gegen eine Disqualifikation oder die Spielwertung) einzulegen. Eine Begründung ist hier zunächst nicht erforderlich. Anschliessend hat der Einspruchsführer ein 3 Tage Zeit eine ausführliche Begründung für den Einspruch samt Antrag (auf Aufhebung einer automatischen Sperre oder Neuansetzung) zu verfassen und diesen der zuständigen Rechtsinstanz zukommen zu lassen. Genaueres kann man der Rechtsordnung des DHB (§§18-22) unter http://www.dhb.de/j_order/Rechts_O.pdf nachlesen

    Gruß
    Bernd

    Hallo,

    die dürften auf Grund des Spielstandes zum Zeitpunkt des Regelverstosses gegen 0 gehen. Argument: 5 Tore Rückstand hätten in der verbleibenden Spielzeit nicht aufgeholt werden können. Das "falsche" Tor war insofern nicht spielentscheidend. Zudem hat sich Rot ja durch seine Undiszipliniertheiten ja selbst der Möglichkeit beraubt eine erfolgversprechende Aufholjagd zu starten.

    Auch wenn der Regelverstoß bereits in der ersten Halbzeit passiert wäre, würde das Schiedsgericht argumentieren, dass Rot noch genügend Zeit verblieben gehabt hätte, um den Rückstand wettzumachen.

    Meine Erfahrung ist eigentlich die, dass Einsprüche nur dann erfolgversprechend sind, wenn die entsprechenden Regelverstöße kurz vor Ende des Spiels passieren und es entweder unentschieden steht oder der Einspruchsführer knapp zurückliegt (allenfalls maximal mit 2 Toren) und das Spiel zudem auch nur mit maximal 2 Toren unterschied ausgegangen ist.

    Gruß
    Bernd

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    Original von Schmiddy
    Also diese Begründung kann nicht stimmen, weil es sich hier um ein absichtliches Fußspiel handelt. Und Fuß ist für mich kein Foul. :/:


    Also ich wäre hier in Bezug auf den Text einer Erläuterung nicht so spitzfindig. Ich denke, man kann das Wort Foul in diesem Fall durchaus durch Regelwidrigkeit ersetzen, und um die handelt es sich ja hier. Und zusätzlich greift die Erläuterung 8c im Regelwerk.

    Im zweiten Fall schliesse ich mich der Meinung von Trapp an: Progression aber 7m nur dann wenn weit und breit kein Spieler mehr in der Lage gewesen wäre einzugreifen.

    Gruß
    Bernd

    Ich weiss zwar nicht wie Hannawald bei einem hohen, weiten Pass per Fuss an den Ball kommen kann, aber wenn doch, so würde ich in diesem Fall auf 7m und Disqualifikation entscheiden.

    7m, denn er begeht eine Regelwidrigkeit ohne die der Gegenspieler in Ballbesitz gekommen wäre und eine klare Torgelegenheit gehabt hätte (zumal das Tor ja leer ist). Kann man vielleicht mit der Situation vergleichen, wenn ein Kreisläufer so gehalten wird, dass er einen für ihn gedachten Pass nicht fangen kann und er ansonsten mit Ball eine klare Torgelegenheit gehabt hätte. Gemäß Anweisungen an die DHB Schiedsrichter für diese Runde (Abschnitt D - Punkt 6. unter http://www.dhb.de/schiri/Anweisungen02-03.htm) ist hier auf 7m zu entscheiden.

    Disqualifikation gebe ich hier, da er dieses Fussspiel bewusst und mit voller Absicht (Du schreibst mit letzter Kraft) begeht, von daher für mich ganz klar eine grobe Unsportlichkeit. Vergleichbar mit der Situation ein Feldspieler rettet im Wurfkreis für seinen geschlagenen, im Spielfeld rumher irrenden Torwart.

    Gruß
    Bernd

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    Original von Schlusenbaby
    Um zu Schmiddy zurück zu kommen, es wär aber gar nicht mal so schlecht, wenn die Schiedsrichter die Regeln 100%ig beherrschen würden, findest du nicht?

    Um beurteilen zu können, ob sie dies tun oder eben nicht, solltest Du die Regeln zumindest zu 99,9% beherrschen. Beweise doch mal Deine Fähigkeiten bei Trapps Regeltest (klickst Du hier)

    Gruß
    Bernd

    Dann sind die Badener etwas strenger als die Niedersachsen. Bei uns zählt in diesem besonderen Fall die Verwarnung zu beiden Kontingenten. Soweit ich aber weiss, stammen die Fragen aus unserem Fragenkatalog von ganz oben vom DHB. Hatten wir nicht mal einen DHB-Kollegen hier im Forum, der sich mal dazu äußern könnte?

    Gruß
    Bernd

    Ich habe mal versucht für einen Palm eine Art Abrechnungsprogramm zu erstellen. Da konnte man dann für jede Liga die Spesensätze hinterlegen, und nach Eingabe von gefahrenen Kilometern, Abwesenheit von zu Hause, hat er mir dann detailliert ausgerechnet wie ich die Quittung auszufüllen habe. Als Informatiker bin ich nämlich ziemlich schwach im Kopfrechnen :unschuldig:
    Da wir aber meistens pauschal bezahlt werden gibt's bei uns nicht viel zu rechnen und ich hab das Projekt nicht vollendet. Wär aber vielleicht doch ne Idee.

    Gruß
    Bernd

    Genau, ich bin auch faul, abgesehen davon würden auf der Tribüne sowieso die Wenigsten in der Lage sein, Dein "Gefuchtel" :P mit Karte und Fingern nachzuvollziehen.

    Du willst das Programm ja sicherlich auch irgendwie Interessierten zugänglich machen. Mit Videoszenen sprengst Du wahrscheinlich sehr schnell die Grenzen um es beispielsweise im Netz zum Dowload bereit stellen zu können.

    Obwohl, ich meine mich zu entsinnen, dass irgenwo mal ein solches Programm mit Videoszenen beworben worden ist, ich versuche mal einen Link zu finden.

    Gruß
    Bernd

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    Original von Schmiddy
    Von der Strafehöhe mal abgesehen, es geht ja darum ob ich als Schiedsrichter die Möglichkeit habe, 2 aufeinander folgende Fouls von einem Spieler zu bestrafen und zwar so dass ich beide Fouls bestrafe.

    So wie ich 16:12 Satz 1 jedenfalls verstehe hast Du die Möglichkeit eben nicht, bzw. es wird eben nur die schwerwiegendere Strafe angezeigt.

    Ja, schön diese DHB-Anweisungen, aber die greifen auch nur so richtig wenn neutrale Z/S angesetzt sind, also ab Regionalliga aufwärts. Bis zur Oberliga bleibt wohl nichts anders übrig, als sich per Handzeichen und Kopfnicken u.ä. zu verständigen, da die Vereinsvertreter am Tisch nicht entsprechend geschult sind und acuh die erforderliche Ausrüstung nicht dabei haben. Da kann man ja teilweise froh sein, wenn die ne Pfeife haben.

    Um die überzählig vergebenen Karten zu vermeiden könnte man auch hergehen, und sich die Verwarnungen z.B. auf dem Handrücken zu notieren, so dass ein kurzer Blick genügt. Mach ich aber auch nicht, bislang konnte ich mich immer auf meinen Partner verlassen, der mich im Zweifelsfall dann korrigiert hat.

    Gruß
    Bernd

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    Original von Schmiddy
    BerndO und jfherden: ich glaube ihr redet bei den 2min. aneinander vorbei. berndo bezieht die 2 zeitstrafen auf die 4 min. und jfherden möchte gerne wissen, was gewesen wäre wenn die Spielerin bereits die gelbe Karte gesehen hätte. Ob ich dann auch überlegt hätte, eine 2min. Strafe zu geben für das 1. Foul -mit Hinweis- und danach eine 2. Zeitstrafe für das 2. Foul.
    Also das hätte ich genauso wenig gemacht, wie die gelbe Karte zu ziehen und dann 2min..

    Ich glaube nicht dass wir hier aneinander vorbei geredet haben. Es ist meiner Meinung nach, und ich dachte Du, Schmiddy, hättest Dich dieser angeschlossen, ein klarer Regelverstoß hier 2 x 2 Minuten zu verhängen.

    Gruß
    Bernd

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    Original von Trapp

    Also eigentlich müsste die Antwort b) auch noch richtig sein, da es ja heißt es sollen nur 3 Verwarnungen gegeben werden.

    Ok, erwischt, aber die "offizielle" Lösung verzichtet auf b) :D und ausserdem wäre d) dann falsch, denn ein Spieler <b>soll</b> ja auch nur eine Verwarnung bekommen.

    Gruß
    Bernd

    Da fällt mir nur ein Programm für Regelfragen ein. Aber das gibt es in 1000 Abwandlungen schon zum Vokabeln lernen. Aber eine schöne Übung ist das sicherlich, so mit zufälligem Auswählen der Fragen, mal über alle Gebiete, dann vielleicht nur zum Thema "Spielen des Balles" etc. Wiedervorlage der falsch beantworteten Fragen, mit Stressfaktor sprich Stoppuhr, Auswertungen (wo sind meine Schwächen).

    Dann brauchst Du nur noch jemanden der Dir die Fragenkataloge in elektronischer Form zur Verfügung stellt.

    Gruß
    Bernd

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    Original von jfherden
    Und wenn du dich selbst fragst, warum du in dem Vorteils-Zug erst Gelb und dann 2-Min geben wolltest, dann ist sicherlich die Antwort: Um die Progressionsreihe durchzusetzen. Das würde aber auch bedeuten, dass du in der gleichen Situation 2x nacheinander 2-Min geben würdest, wenn die Spielerin vorher schon verwarnt worden wäre. Hättest du das gemacht?

    Da stimmte Schmiddy bereits mit mir überein: Das wäre ein klarer Regelverstoß. Das Regelwerk läßt es, ausser in den in 16:12 beschriebenen Situationen, nicht zu, eine 4 Minuten Strafe zu verhängen.

    Ich würde in Zusammenhang mit der gelben Karte dann auch mit dem ersten Satz von 16:12 argumentieren und demzufolge nur die Hinausstellung anzeigen:

    Wird von einem Spieler oder Mannschaftsoffiziellen gleichzeitig oder in direkter Folge vor dem Wiederanpfiff mehr als eine Regelwidrigkeit begangen und erfordern diese Verstöße verschiedene Strafen, ist grundsätzlich nur die schwerstwiegendste Strafe auszusprechen.

    Gruß
    Bernd

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    Original von jfherden
    Die ersten beiden Punkte sehe ich genauso wie du...
    Nur zum dritten Punkt noch eine Frage: Der Offizielle, der die Gelbe Karte bekommen hat und sich dann als Spieler nachtragen lässt, behält logischerweise die Gelbe Karte als persönliche Strafe. Da er nach der Nachtragung als Spieler gilt, müsste diese Gelbe Karte doch auf das Kontingent der Spieler mit angerechnet werden, oder nicht? Schließlich ist er doch jetzt ein Spieler und kein Offizieller mehr.
    Will damit sagen, dass nach dem Nachtragen ein Spieler weniger verwarnt werden dürfte.

    Genauso lautet die Anweisung bei uns im Badischen. Es gibt hierzu in unserem Fragenkatalog für die Regeltests eine genau passende Frage:

    Trainer GELB erhält in der 15. Minute eine Verwarnung wegen Betretens der Spielfläche, ohne dass die SR die Erlaubnis dazu gegeben hatten. In der 25. Minute läßt sich der Trainer GELB wegen Verletzung von 2 Spielern als 12. Spieler im Spielprotokoll als Nr.13 nachtragen. Zu diesem Zeitpunkt haben die Spieler von Gelb ausserdem 2 Verwarnungen. Was ist richtig?

    a) Eine Verwarnung gegen die "Bank" von GELB ist noch möglich
    b) Beim nächsten progressiv zu ahndenden Vergehen von GELB kann noch eine Verwarnung gegeben werden
    c) Beim nächsten progressiv zu ahndenden Vergehen von GELB muss auf Hinausstellung entschieden werden
    d) 13/GELB darf nicht mehr verwarnt werden.

    Gruß
    Bernd

    P.S.: Der Trapp sollte vielleicht mal seinen Regeltest wieder aufleben lassen
    P.P.S.: Die "badische" Lösung lautet natürlich c) und d)