Seit mehr als 25 Jahren macht er den Job. Als Trainer und als Manager von Eintracht Hildesheim ist Gerald Oberbeck längst so etwas wie die Personifizierung des Handballs vor Ort. Der 49-Jährige will es noch einmal wissen. Nach einem wenig erfolgreichen Erstligajahren 2000 soll diesmal alles besser werden. Warum das Team nach dem Aufstieg auch in der ersten Liga bleibt und was Oberbeck und seine Mitstreiter aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben, darüber redet er in diesem Interview mit HBL-Mitarbeiter Arnulf Beckmann.
Frage: Glückwunsch! Zum zweiten Mal nach 2000 haben Sie Ihr Team in die erste Liga geführt. Offensichtlich lief in der abgelaufenen Saison alles nach Plan.
Gerald Oberbeck: Wir wussten, dass wir eine gute Mannschaft haben, weil wir uns nach dem zweiten Platz im Vorjahr weiter verstärkt hatten. Zu Beginn der Saison haben wir auch selbstbewußt das Ziel „Aufstieg“ ausgegeben. Und wenn man vom 6. bis zum 38. Spieltag auf dem ersten Platz steht, dann kann man sagen, dass sicher einiges nach Plan lief.
Frage: Fünf Punkte Vorsprung standen am Ende zu Buche. Warum ist das Team so gut?
Gerald Oberbeck: Wir hatten sicher den besten und vor allem den ausgeglichensten Kader aller Konkurrenten. Wir hatten 18 Zweitligaspieler unter Vertrag, sodass wir die eine oder andere Verletzung problemlos wegstecken konnten. Und wie sich zeigte, waren wir am Ende auch spielerisch deutlich besser.
Frage: Sind Team und Umfeld anders als beim ersten Bundesliga-Aufstieg vor sechs Jahren besser vorbereitet?
Gerald Oberbeck: Mit Abstand besser. Beim ersten Mal vor sechs Jahren haben wir aufgrund der Geschichte Lizenzvergabe VfL Gummersbach erst im Juli davon erfahren, dass wir Erstligist werden. Und im August begann bereits die Saison. Wir hatten nicht die Mannschaft und damit auch nicht die Qualität, um in der Liga zu bleiben.
Frage: Diesmal schon?
Gerald Oberbeck: Wir haben eine sehr intakte Zweitliga-Mannschaft in der zurückliegenden Saison gehabt, die wir mit fünf Neuzugängen gut verstärkt haben. Natürlich wissen wir, dass wir als Aufsteiger als heißer Abstiegskandidat gelten. Aber wir sind zuversichtlich, werden hoffentlich auch ein wenig Glück haben. Unsere Chancen sind jedenfalls ungleich größer als beim ersten Aufstieg.
Frage: Ist die Eintracht auch wirtschaftlich für das Abenteuer Bundesliga gerüstet?
Gerald Oberbeck: Das muss man unter zwei Gesichtspunkten betrachten. Wenn es darum geht, ob wir soviel Geld haben wie andere, dann muss man das verneinen. Wenn man betrachtet, dass wir keineswegs mehr Geld ausgeben als wir haben, sind wir gut gerüstet. Bei wird solide und vernünftig gearbeitet. Es wäre halt wichtig, das erste Jahr zu überstehen, um sich auf Dauer etablieren zu können.
Frage: Und die Halle? Erfüllt die entsprechende Erstliga-Kriterien?
Gerald Oberbeck: Zurzeit verfügen wir in der „Halle 39“, in der wir spielen über knapp 2.000 Plätze. Die Stimmung bei Heimspielen ist einzigartig, aber die Halle ist sicher ein wenig begrenzt. Deshalb werden wir voraussichtlich im Dezember in die Halle umziehen, in der wir bis 1998 gespielt haben. Ab Sommer soll unsere ehemalige Spielstätte auf die Kapazität von 3.000 Plätzen ausgebaut werden.
Frage: Die Strukturen der Eintracht sind recht simpel zu durchschauen. Als Manager, sportlicher Leiter und Trainer der Mannschaft sind Sie alles in Personalunion. Wird das so bleiben?
Gerald Oberbeck: Ich bleibe sicher so etwas wie das Mädchen für alles. Aber wir haben soeben einen hauptamtlichen Trainer eingestellt, der mich nach 25 Jahren als Coach ablösen wird. Wer das ist, können wir erst in rund 14 Tagen bekannt geben. Für mich bedeutet das dann volle Konzentration auf Sponsorenpflege und Marketing.
Das Gespräch führte Arnulf Beckmann.