Donnerstag, 27. November 2008 Sparkurs: SHV trennt sich von Spielern Stralsund (Ostsee-Zeitung). Die prekäre finanzielle Situation zwingt den Stralsunder HV zu drastischen Sparmaßnahmen. Nach Konstantinos Chantziaras, der in der vergangenen Woche zum Ligakonkurrenten TSV Dormagen gewechselt war, will sich der Tabellenletzte der 1. Handball- Bundesliga aus Kostengründen auch von Michal Bruna und Nikolaos Samaras trennen. Darüber hinaus strebt der Verein Kürzungen der Spielergehälter in Höhe von 20 Prozent an. Das geht aus einem vereinsinternen Papier hervor, das der OZ vorliegt. „Der Manager hat uns gesagt: Alle sind frei“, erklärte Bruna, der sich bisher nicht mit dem Thema Abschied beschäftigt hatte. „Normalerweise will ich nicht weg“, betonte der Tscheche. „Aber wenn der Verein mein Gehalt nicht zahlen kann, muss ich einen neuen finden.“ SHV-Manager Jörg Dombdera wollte sich gestern zu möglichen Spielerverkäufen nicht äußern: „Kein Kommentar!“ Tom-Peter Fritz, Geschäftsführer der von der Insolvenz bedrohten SHV-Marketing GmbH, erklärte: „Wir müssen Spieler abgeben. Ohnedem geht es nicht.“ Der Verein hätte bereits mit den Beratern der Spieler Kontakt aufgenommen. Samaras soll in Dormagen im Gespräch sein. Für Ivan Nincevic könnte sich bei MT Melsungen eine Perspektive ergeben. Bei den Hessen hat sich der etatmäßige Linksaußen Ivan Brovka schwer verletzt. Milan Berka, der eine ganz starke Saison spielt, will der SHV offenbar halten. Er soll der Leitwolf der neu formierten Mannschaft werden. Durch den vorzeitigen Abschied von Chantziaras, dem verletzungsbedingten Ausfall von Petr Hruby sowie dem geplanten Weggang von Bruna und Samaras will der mit Liquiditätsproblemen kämpfende SHV (500 000 Euro Altschulden, 300 000 Euro Etat-Unterdeckung) Einsparungen in Höhe von insgesamt 230 000 Euro erzielen. „Bis Januar passiert erst mal nichts“, meint Trainer Zdenek Vanek. Der Coach will jetzt A-Jugend-Spieler über die zweite Mannschaft an die erste Vertretung heranführen. Hinter den Kulissen laufen unterdessen verschiedene Pläne zur Rettung der schwer angeschlagenen GmbH, die nach jetzigem Stand der Dinge auch in der kommenden Saison als wirtschaftlicher Träger fungieren soll. „Wir ändern erst mal nichts“, bestätigte Fritz. (STEFAN EHLERS) Verweise: http://www.ostsee-zeitung.de