TV-Vertrag lässt weiter auf sich warten
Knapp sechs Wochen vor dem Saisonstart fehlt der Handball-Bundesliga
noch ein TV-Vertrag für die kommenden Spielzeiten. Zwar gab es viele
Bewerber und Angebote, doch noch hat sich die HBL nicht mit den
Sendern und Rechteagenturen einigen können. "Wir stehen in konkreten
Verhandlungen, aber einen genauen Termin, wann ein Vertrag
unterschrieben sein wird, werde ich nicht nennen", sagte Mark Schober,
bei der HBL verantwortlich für das Marketing, gegenüber
handballimfernsehen.de.
Seit Oktober 2005 beschäftigt sich die HBL mit der Ausschreibung der
Fernsehrechte. Seither gab es viele Sitzungen und Verhandlungsrunden.
Immer wieder betonten die Verantwortlichen, dass man sich Zeit lassen
wolle, damit am Ende ein guter Fernsehvertrag herauskomme. "Und wenn
wir erst nach Beginn der Saison einen Vertrag haben, ich möchte einen
guten Vertrag", meinte etwa Uwe Schwenker.
Als am vergangenen Donnerstag die TV-Kommission der HBL unter
telefonischer Zuschaltung von Hans-Peter Krämer in Berlin zusammensaß,
um die endgültige Strategie zu besprechen, wird man mit konkreten
Ergebnissen auseinander gegangen sein. Reden will darüber niemand, um
die Verhandlungsposition nicht zu gefährden. Fakt ist, dass man neben dem
frei empfangbaren Fernsehen auch gerne das Bezahlfernsehen ausprobieren
möchte. Zudem legt man Wert auf Kontinuität in der Berichterstattung.
"Wir haben mehrere Entscheidungskriterien, die wir gerne erfüllt sehen
wollen", sagt Mark Schober. "Dazu gehören neben der Vergütung die
Regelmäßigkeit der Berichterstattung, die Zuschauerreichweite und die
Programmankündigungen. Viele Leute wissen gar nicht, wann und wo
Handball zu sehen ist. Der Handball-Dienstag im DSF hat sich zwar
durchgesetzt, aber das war es auch schon an Regelmäßigkeit. Wichtig ist
uns", so Schober weiter, "auch die Möglichkeit der Nachverwertung, um
dadurch eine viel breitere Basis zu bekommen."
Soll heißen: Neben Live-Übertragungen will die HBL diesmal auch verstärkt
dafür sorgen, in den Sport- und Nachrichtensendungen vertreten zu sein.
20 Minuten Handball in der Sportschau bringen eben erheblich mehr an
Zuschauerreichweite und Resonanz, als zwei Stunden live im Dritten.
An einem einheitlichen Spielplan mit gleichen Anwurfzeiten denkt die HBL
derzeit allerdings nicht. "Wir schaffen derzeit eine viel höhere
Medienpräsenz, wenn wir unsere Spiele nicht alle gleichzeitig stattfinden
lassen", glaubt Schober. "Wir haben eben keine Magazinsendung, bei der
bis 18.00 Uhr alle Spiele beendet sein müssen, damit von allen Spielen Bilder
gesendet werden können. Das wäre zwar wünschenswert, aber die
Situation ist derzeit einfach nicht so. Durch eine breitere Staffelung der
Spiele können wir derzeit mehr Menschen erreichen." Auf welchem Sender
die Menschen erreicht werden, ist allerdings noch unklar. In wenigen
Wochen will die HBL ein Ergebnis präsentieren.
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