In Ljubljana wird es "saumäßig schwer"
Am Sonntag muss der THW im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim slowenischen Meister Prule 67 Ljubljana antreten. Anpfiff in der 6000 Zuschauer fassenden Tivoli-Halle ist um 17.15 Uhr, wir berichten live im Ticker.
Es wird "super saumäßig schwer" sagt Uwe Schwenker. "Wir müssen kämpferisch an die Leistung in Flensburg anschliessen, aber weniger Fehler machen", so der THW-Manager.
Warum es so schwer wird, erklärt sein Trainer Noka Serdarusic. Prule Ljubljana stellt das Gros der Stammspieler der slowenischen Nationalmannschaft, die bei der WM in Portugal Schweden mit 29:25 schlug. "Zoran Ljubej ist der slowenische Nationalkreisläufer", zählt Serdarusic auf, Uros Zorman der Mittelmann der Nationalmannschaft. Auch der Halblinke Ivan Simonovic und der Linksaußen Andrej Kastelic stehen im slowenischen Aufgebot, ebenso wie Beno Lapajne, die Nummer eins im slowenischen Tor. Zwar kann Prule nicht den Halbrechten der slowenischen Nationalmannschaft vorweisen, der spielt in Celje, dafür hat man mit dem ehemaligen Russen Sergej Sokolov einen ganz gefährlichen Rückraumschützen. Der Rechtsaußen Vedran Zrnic kann zudem 44 Länderspiele für Kroatien vorweisen (siehe Kader Ljubljana).
"Letztes Jahr haben wir da mit sechs Toren verloren ", so Serdarusic, "wenn das diesmal auch wieder passiert, dann haben wir keine Chance." Es werde auf keinen Fall leichter als in Flensburg. Serdarusic: "Ich hoffe, dass wir so engagiert wie in Flensburg spielen und leichte Fehler vermeiden. Dann können wir hoffentlich das Ergebnis im Rahmen halten und mit den Fans in der Ostseehalle im Rücken die nötigen Tore gut machen."
Der Kader von Prule hat sich im Vergleich zur Vorsaison nicht stark verändert, nur zwei Spieler haben den Verein verlassen. Dafür hat man u.a. den jugoslawischen Rückraumspieler Milan Vucicevic und den slowenischen Nationaltorhüter Dusan Podpecan verpflichtet. Wie stark Prule inzwischen ist, zeigt sich auch daran, dass man in der vergangenen Saison dem ehemaligen Abonnementsmeister Celje Pivovarna Lasko der Rang abgelaufen hat und 2002 sowohl Pokalsieger als auch Meister wurde. Bis auf zwei Spieler haben alle Teammitglieder internationale Einsätze vorzuweisen.
Schiedsrichter der Partie in Ljubljana sind Rancik / Beno (Slowakei). Das Rückspiel in Kiel leiten Kekes / Kekes (Ungarn).
Prule 67 Ljubljana (SLO).
Der 1967 gegründete Klub wurde 1980/81 jugoslawischer Meister. Nach der 1991 erlangten Eigenständigkeit Sloweniens blieb Prule 67 Ljubljana weiter eines der Top-Teams: 1997 wurde man Dritter in der slowenischen Liga, im Jahr 2000 dann Vizemeister. Zweimal (1999 und 2000) stand man im Finale des slowenischen Pokalwettbewerbs. In der vergangenen Saison war man denn endlich in der Spitze angekommen. Mit Meistertitel und Pokalsieg gelang das slowenische Double.
Auch im internationalen Wettbewerb schnitten die Slowenen nicht schlecht ab: Im City-Cup erreichte man beim ersten europäischen Auftritt 1997/1998 immerhin das Achtelfinale, 1999/2000 mußte man sich erst im Halbfinale des Pokalsieger-Wettbwerbes dem späteren Titelträger Portland San Antonio (ESP) mit 27:28 und 23:24 geschlagen geben. 2001/2002 scheiterte Prule im Viertelfinale des Pokalsieger-Wettbewerbes am TV Großwallstadt nur wegen der weniger auswärts geworfenen Tore mit mit 22:28 und 30:24. In der vergangenen Saison mußte Prule zwar bereits im 1/16-Finale gegen den THW Kiel die Segel streichen, doch die Slowenen waren für die Zebras ein harter Brocken.
Momentan liegt Ljubljana mit 28 Punkten auf Platz eins der slowenischen Liga vor Verfolger Celje (26). Ljubljana war als slowenischer Meister direkt für die Gruppenspiele qualifiziert. Dort setzte man sich in Gruppe C relativ souverän mit 8:4 Punkten als Zweiter hinter Montpellier (FRA, 10:2 Punkte) durch und liess Chehovski Medvedi Moskau (RUS, 4:8) und HC Banik Karvina (CZE, 2:10) klar hinter sich. Ein eigener Halle gewann Ljubljana alle Spiele, auswärts verlor man bei Banik Karvina und in Montpellier.
Inzwischen kann Ljubljana internationale Prominenz in der sportlichen Führung vorweisen. Der Kroate Iztok Puc, der mit Badel Zagreb 1992 und 1993 Champions League-Sieger wurde, mit Kroatien 1996 in Olympia die Goldmedaille errang und mit Celje Pivovarna Lasko 1997, 1998 und 1999 slowenischer Meister wurde, trat während der vergangenen Saison als Aktiver zurück und ist inzwischen Sportdirektor der Slowenen.
Mobitel Prule 67 spielt dieses Mal in der Sporthalle "Tivoli" in Ljubljana, die 6000 Zuschauer fasst.
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Donnerstag ließen die Zebras Körper und Seele im Wellness-Center Indigo im Sophienhof baumeln, das Nachmittagstraining wurde gestrichen. Das Team müsse zu sich finden, begründete Trainer Serdarusic die Maßnahmen zur Entspannung. Spieler wie Lozano, Lövgren, Olsson, Jacobsen oder Dominikovic benötigen nach Verletzungen oder Krankheit eine kleine Pause. Für Serdarusic aber nur die Ruhe vor dem Sturm. Denn: "Es ist enorm wichtig, das Viertelfinale gegen Ljubljana zu überstehen."
Aktualisierung vom 01.03.2003
In Stunden langen Videostudien hat sich Kiels Trainer ein Bild gemacht und fest gestellt: "Einige Dinge waren sehr bemerkenswert." Zudem sei Prule auf jeder Position doppelt gut besetzt.
Serdarusic setzt auf die Einstellung seiner Mannschaft: "Kämpferisch ist sowieso Verlass auf meine Jungs. Wenn wir die Fehlerquote senken können, schafften wir die nächste Runde", so der Trainer gegenüber den Kieler Nachrichten. Verzichten muss er in Ljubljana auf Morten Bjerre (Knieverletzung). Zudem ist Nikolaj Jacobsen mit einer Ellenbogenverletzung angeschlagen.
Quelle > THW Homepage !