Zebra:
Für den SC Magdeburg waren in der Ostseehalle bislang keine Punkte zu holen. Wird sich das im nächsten Spiel ändern?
Alfred Gislason:
Wir versuchen es jedenfalls immer wieder - ob es funktioniert, wird sich zeigen. Man kann bei unserem Auswärtsspiel in Kiel sicherlich davon ausgehen, dass es eines der schwersten der Saison sein wird. Wir wissen, dass in der Ostseehalle nicht viel schief gehen darf, ansonsten hat man dort schnell verloren. Es geht für uns darum, mit allen Mitteln den dritten Platz zu sichern.
Zebra:
In welcher Verfassung erwarten Sie den THW Kiel?
Alfred Gislason:
Das ist schwer zu sagen. Der THW hatte in der Saison natürlich extremes Verletzungspech und ist nun vielleicht etwas verunsichert. Trotz allem hat er eine sehr starke Mannschaft, welche vor allem gegen starke Gegner viel aus sich herausholen kann. Es wird für uns keine leichte Aufgabe, aber wir werden alles geben!
Zebra:
Hat Ihre Mannschaft derzeit Verletzungsprobleme zu beklagen?
Alfred Gislason:
Momentan haben vor allem Perunicic und Kretzschmar noch leichte Probleme. Ich hoffe jedenfalls, dass zum Spiel gegen Kiel alle wieder fit sind, so dass ich aus dem Vollen schöpfen kann. Es sieht derzeit auch ganz gut aus.
Zebra:
Sie sind in dieser Saison zu Hause bislang ungeschlagen, auswärts scheiterten Sie zumeist an den "großen Brocken" wie Lemgo, Flensburg, Essen, sowie an Hamburg und Wallau. Warum, glauben Sie, verpasst Ihre Mannschaft die "Big Points"?
Alfred Gislason:
Tja, gegen die erstgenannten drei Gegner hatten wir eigentlich jeweils gute Chancen, das Spiel zu gewinnen. In Lemgo hätten wir einen Sieg verdient gehabt, in Flensburg mussten wir ohne Kretzschmar und Perunicic auskommen und haben trotzdem unglücklich verloren, in Essen war es ähnlich. Das wirklich Ärgerliche ist aber, dass wir gegen Hamburg und Wallau Punkte gelassen haben. Dies war unnötig und tut uns jetzt natürlich sehr weh.
Zebra:
Ausgegebenes Saisonziel war der Gewinn eines Titels. Nun, da Sie im Kampf um den Meister-Titel quasi keine Chance mehr haben, zudem in der Championsleague und im DHB-Pokal ausgeschieden sind, droht dem Verein in dieser Saison eine Nullrunde...
Alfred Gislason:
Wir haben zwar die Vereins-WM gewonnen, aber was die eigentlichen Saisonziele angeht, haben Sie natürlich recht, da haben wir keine Chance mehr. Ich habe das Saisonziel nicht ausgerufen, tue so etwas auch nicht sonderlich gerne. In einer Saison kann so viel passieren, was man vorher nicht voraussagen kann. Wir wollen einfach, ähnlich wie Kiel, das Bestmögliche bieten und die Saison noch so gut wie möglich zu Ende bringen.
Zebra:
Durch Regeländerungen wird es in der nächsten Saison wohl möglich sein, dass drei deutsche Mannschaften in der Champions League spielen ksnnen. Wie wichtig ist eine Teilname an der CL für den Verein?
Alfred Gislason:
Eine Teilname in diesem Wettbewerb ist ohne Zweifel sehr wichtig für uns. Es warten dort sehr attraktive Spiele, das ist etwas anderes als der Bundesliga-Alltag. Hinzu kommen selbstverständlich finanzielle Faktoren, damit verbundene Werbeeinnamen, auf die der Club nur ungerne verzichtet. Auch vom Image her ist die Champions League ohne Frage von großer Bedeutung.
Zebra:
Olafur Stefansson gilt als bester Halbrechter der Welt und ist extrem wichtig für Ihr Team. Nun wird er den Club in der kommenden Saison verlassen und nach Spanien gehen. Kann die Mannschaft diesen Verlust kompensieren?
Alfred Gislason:
Das wird sehr schwer! Den Spieler Stefansson werden wir auf keinen Fall adäquat ersetzen können - es gibt für ihn keinen Ersatz. Die Mannschaft muss gemeinsam versuchen, die Lücke, die durch seinen Verlust entsteht, zu schließen. Das wird vor allem für unsere vielen jungen Spieler schwer, da müssen die anderen umso besser spielen. Sicherlich sind wir immer auf der Suche nach guten Spielern und sind auch an ähnlichen Spielern dran wie Kiel, momentan gibt der Spielermarkt jedoch keinen vergleichbaren Spieler wie Stefansson her, also müssen wir auf einen Ersatz aus den eigenen Reihen bauen und hoffen, das es auch ohne ihn weiter bergauf geht.