Stimmen zum Spiel THW - Wetzlar
HSG-Trainer Velimir Petkovic
Ein Trainer kann nicht zufrieden sein, wenn man mit elf Toren verliert. Wir wussten schon, in welcher Verfassung der THW ist, der sehr gute Start ist für mich keine Überraschung. Wir hatten den THW und seine Qualität schon im Trainingslager in Ferndorf gesehen.
Zehn Minuten vor Schluss hatten wir die Chance auf ein vernünftiges Ergebnis, da lagen wir mit acht Toren hinten, aber dann haben wir zwei Gegenstöße vergeben und dann folgte die Strafe gegen einen läuferisch überlegenen THW, der 60 Minuten das Tempo hoch gehalten hat. Es werden hier noch viel bessere Mannschaften als wir es sind unter die Räder kommen. Noka, ich wünsche Dir alles Gute auf dem Weg mit dieser Mannschaft nach ganz oben.
Wir haben uns nicht blamiert, sondern gegen eine überlegene Mannschaft verloren. Heute war nicht mehr möglich, aber wir haben nicht aufgegeben und gekämpft - uns hat die Qualität einfach gefehlt.
THW-Trainer Noka Serdarusic
Wir haben sehr gute erste 30 Minuten gespielt. Es war nicht anzunehmen, dass die Mannschaft die Leistung der ersten Halbzeit im zweiten Durchgang bei neun Toren Führung wiederholen würde.
Mattias Andersson hat eine sehr gute Leistung gezeigt, trotzdem viele Tore kassiert. Das nicht, weil unsere Deckung schlecht war, sondern weil wir im Angriff den Abschluss schon nach vier bis zehn Sekunden gesucht haben. Dadurch kam Wetzlar zu Torchancen.
Dennoch: Eine super Leistung in der ersten Halbzeit, in der zweiten Halbzeit im Angriff solide - die Spieler wollten da alle einmal zeigen, was sie können. Insgesamt eine ordentliche Leistung.
[Zu Christian Zeitz:]
Es war sein bisher bestes Spiel für uns. Man sagt, Christian ist für jede Überraschung gut, aber auch für drei, vier Ballverluste pro Spiel. Das hat sich heute in Grenzen gehalten. Ich gehe davon aus, dass er noch mehr in unser taktisches Spiel eingebunden werden kann und wir noch größeren Nutzen von ihm haben. Man hat gesagt, er könne keine Abwehr spielen. Bei uns hat er von Anfang an seine Chance in der Abwehr erhalten und genutzt. Er hat seine Abwehrleistung jetzt schon im Vergleich zum ersten Spiel für den THW um 30 bis 40 Prozent gesteigert.
Der sportliche Leiter der HSG, Rainer Dotzauer
Wir haben heute positive Ansätze gesehen, vor allem beim Spielmacher Nebojsa Golic, der Führungsqualitäten bewies, und bei Viktorsson. Khalepo ist unser Problemfall, er in seinem Alter kann nicht alle drei Tage gut spielen - hoffen wir, dass er sich die gute Leistung für das Spiel gegen Lemgo aufgehoben hat.
Bei Kiel will ich Zeitz herausheben - da lacht das Herz, wenn man solch einen jungen, deutschen Spieler sieht. Der THW wird mit seiner Mannschaft im Hurrastil weitere Teams überrennen, aber der große Wurf wird in diesem Jahr vielleicht noch nicht gelingen - aber hier in Kiel wächst etwas heran...
THW-Manager Uwe Schwenker
Unser Ziel war es ja, einen großen, breiten Kader zu haben, der die kommenden zwei Jahre mit hohen Belastungen durch EM, WM und Olympia, durch steht. Dafür sind wir finanziell an die Schmerzgrenze gegangen. Man kann sagen, alle unsere Neuzugänge haben sich als Volltreffer herausgestellt. Das freut mich und ist für Noka Serdarusic und mich auch Bestätigung.
Der THW ist dennoch nicht der absolute Titelfavorit. Jetzt kommt noch ein Heimspiel und dann gehen wir mit Selbstbewußtsein an die kommenden großen Aufgaben Lemgo, Nordhorn und Hamburg.
Nun habe ich noch einen Wunsch: Dass wir endlich einmal mit solch einer Leistung in Wetzlar - das ist uns noch nie gelungen - gewinnen können.