HSV HANDBALL | 11.05.2004
Geldgier, Provokationen, Ängste
DIRK HOFFMANN
Der »Fall Jansen« immer brisanter / Klubspitze tagt bis tief in die Nacht
Der HSV Handball kommt nicht zur Ruhe. Nach der Drohung von Vereinsboss Winni Klimek, Europameister Toto Jansen rauszuschmeißen (MOPO berichtete exklusiv), wird die Lage immer dramatischer. Kommt es in den nächsten Tagen zur Explosion?
Klimek selbst goss noch mehr Öl ins Feuer: "Wenn ich böse wäre, könnte ich Toto unterstellen, er wolle seinen Abgang oder das Ende des HSV provozieren. Er hat schließlich ein Angebot aus Kiel, da kann er 40 Prozent mehr verdienen." Der THW ist seit Wochen scharf auf den Superstar, auch wenn Manager Uwe Schwenker das dementiert. Geldgier als niederträchtiges Motiv? Sicher nicht bei Toto, der nach dem Wilhelmshaven-Spiel sagte, dass die Gesamtsituation des Vereins nicht leistungsfördernd sei. Der Linksaußen spielte auf die 1,8 Millionen Schulden an, die verhindern könnten, dass der HSV für die neue Saison eine Lizenz bekommt. Klimek sieht darin vereinsschädigendes Verhalten.
Jansen sagt zu den Aussagen Klimeks: "Ich will das nicht kommentieren." Ein Vereinsinsider: "Toto ist ein schlauer Kopf. Er will sich nicht auf das Niveau von Herrn Klimek begeben." Ob der Geschäftsführer den 27-Jährigen wirklich rausschmeißt? "Ich habe die Sache an den Mannschaftsrat übergeben. Die sollen jetzt zunächst mit Toto reden, dann sehe ich weiter. Ich habe jetzt auch keine Zeit, mich darum zu kümmern. In den nächsten drei Tagen geht es um die Zukunft des Vereins."
Gestern Abend tagte die Spitze des Klubs bis in die Nacht. Klimek sollte darlegen, wie er das Problem der 1,8 Millionen Schulden beseitigen will. Denn ohne dafür ein schlüssiges Konzept zu haben, sind neue bereitstehende Sponsoren nicht interessiert, beim HSV einzusteigen.
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