ZitatAlles anzeigenSonntag kann der THW in Barcelona ins Finale einziehen
Sechzig Minuten Handball-Spannung trennen den THW Kiel noch vom Einzug in das Finale der Champions League. Noch einmal sechzig Minuten Tempo, noch einmal sechzig Minuten höchste Konzentration, noch einmal sechzig Minuten voller Einsatz warten auf die Mannen von Coach Noka Serdarusic: Das Halbfinal-Rückspiel des THW Kiel beim FC Barcelona ist trotz des klaren 41:31-Hinspielerfolges kein Selbstgänger. Nur zu gut ist Fans und Verantwortlichen die Stimmung im "Palau Blaugrana" bekannt, auf die die Katalanen ihre größte Hoffnung stützen. Anwurf ist um 16.45 Uhr, Eurosport überträgt die zweite Halbzeit live. Auf ehfcl.com wird die gesamte Partie im Internet-Livestream der EHF frei empfangbar sein.
Nur kurz währte bei den Katalanen der Schock der klaren Hinspielniederlage, schon einen Tag nach der Rückkehr gab Torhüter David Barrufet, der am Sonntag wegen einer in Kiel erlittenen Wadenzerrung nicht wird auflaufen können, das Motto des FC Barcelona aus: "Im Palau können wir eine Heldentat hinlegen." Und genau so wird der Rekord-Champions-League-Sieger am Sonntag von Beginn an zur Sache gehen. Solch eine Schmach, wie sie Barcelona in der Sparkassen-Arena-Kiel erlebt hat,
wird Kräfte freisetzen. "Was in Kiel passiert ist, kann auch in Barcelona passieren", setzt Rechtsaußen Victor Tomas nicht zuletzt auf die Unterstützung des fanatischen Publikums in der Mittelmeermetropole: "Was wir dazu brauchen, ist eine wahre Druckwelle des Publikums. Ich bin sicher, dass im Laufe der Partie der Moment kommen wird, in dem wir es schaffen können." Eric Gull, im Hinspiel verletzte "Torfabrik" der Katalanen weiß auch schon das Rezept für das von spanischen Medien beschworene "Wunder von Barcelona". "Wir müssen eigentlich alles besser machen, um eine Chance zu haben", sagt der 2,04-Meter-Mann, der unbedingt am Sonntag spielen möchte. Große Hoffnungen setzt man in Spanien auch auf ie Torhüter. Denn solch einen rabenschwarzen Tag wie in Kiel könne ein Kasper Hvidt nicht zweimal so kurz hintereinander haben, ist die einhellige Meinung. Und wenn doch, brennt nach dem Ausfall von Barrufet kein geringerer als der kroatische Nationaltorwart Venio Losert auf seinen Einsatz. Den kompletten Kader des FC Barcelona stellten wir Ihnen bereits im Vorbericht zum Hinspiel ausführlich vor.
Natürlich wissen auch die Kieler um den ungebrochenen Ehrgeiz und den vom Publikum angestachelten Kampfeswillen der Katalanen. "Eigentlich sind zehn Tore beruhigend", warnt THW-Torhüter Thierry Omeyer, "aber wir müssen alles geben, um auch in Barcelona zu bestehen." Die Spanier würden, so der Titan aus dem Hinspiel, am Sonntag zeigen, was sie könnten. Den Vorsprung nur zu verteidigen, kommt auch für Marcus Ahlm nicht in Frage: "Ich glaube nicht, dass wir das Hinspiel-Ergebnis immer im Kopf haben werden. Ich habe einmal mit Kiel das Hinspiel zu Hause mit fünf Toren gewonnen und dann das Rückspiel in Barcelona mit sechs Toren verloren. An so etwas denkt man eher." In Barcelona werde der THW deshalb wie immer volles Tempo gehen, "Aber vor allem müssen wir aufpassen, dass wir von Barcelona nicht überrannt werden."
Den Angriffswirbel der Katalanen soll auch Nikola Karabatic bremsen. Der Kieler Halblinke, der sich im Hinspiel früh verletzt auf die Bank setzen musste, wurde im Bundesligaspiel gegen Lübbecke geschont. Noch ist aber unklar, ob die diagnostizierte Bänderdehnung am Sonntag einen Einsatz zulässt - wenngleich Mannschaftsarzt Dr. Detlev Brandecker diesbezüglich guter Hoffnung ist. "Er hat bis zum Freitag aber nicht einmal trainieren können", schränkte Noka Serdarusic allzu große Hoffnungen auf einen Einsatz des Kielers ein.
Unter der Woche haben sich beide Kontrahenten schon einmal mächtig für den großen Showdown im "Palau Blaugrana" warm geschossen. Der THW zeigte beim 46:27-Erfolg gegen Lübbecke, dass auch der "zweite Anzug" richtig gut passt. Der FC Barcelona spielte sich hingegen im Spitzenspiel der Liga Asobal so richtig den Frust von der Seele: Gegen den Tabellendritten Portland San Antonio gewannen die Katalanen klar mit 39:34 (22:18). Dabei setzte sich mit Iker Romero derjenige Spieler besonders gut in Szene, der schon im Hinspiel in Kiel eine tolle Leistung bot. Neun treffer erzielte der wurfgewaltige Rückraumschütze gegen Portland. "Er wird auch am Sonntag die Initiative ergreifen und das Spiel lenken", warnt Ahlm vor Romero. Aber auch Lozano spiele derzeit in bestechender Form, so der Kieler Kreisläufer weiter. Tatsächlich erzielte das ehemalige Zebra Lozano sechs Treffer im letzten Ligaspiel, bertroffen wurde er noch von Kreisläufer Nöddesbo mit sieben Toren.
Der THW ist auf jeden Fall bereit für die "Erstürmung" der Festung Palau Blaugrana. Bereits am Freitag, dem Geburstag von Nikola Karabatic, fliegen die Zebras mit einer Chartermaschine vom Flughafen in Lübeck nach Barcelona. Auf die rund 1900 Kilometer lange Reise machen werden sich auch über 300 Anhänger des THW, die per Flieger und Privat-PKW rechtzeitig in Barcelona eintreffen werden, um "ihren" Zebras am Sonntag die notwendige Unterstützung im erwarteten Hexenkessel zu geben. Für die Fans zu Hause gibt es zwei Möglichkeiten, gemeinsam mit vielen anderen schwarz-weißen Anhängern die zweite Hälfte des Rückspiels live zu verfolgen: Nach dem Heimspiel des TSV Altenholz gegen Anhalt Bernburg (Anwurf 15.30 Uhr), in dem es für den TSVA um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt geht, wird die zweite Hälfte des Spiels Barcelona - Kiel auf Großbildleinwand übertragen. Ein Public Viewing ist ab 17.30 Uhr (zweite Halbzeit) auch in der Forstbaumschule geplant.
"Die Chance ist da, und wir werden auch alles dafür geben, nochmals alle drei Titel zu gewinnen", blickt Ahlm dem nächsten "Endspiel" kampfeslustig entgegen. Noch einmal sechzig Minuten Powerhandball werden den Kielern abverlangt werden, denn das "Treffen der Giganten" ist noch längst nicht entschieden. Bisher konnte der THW noch nie im "Palau Blaugrana" gewinnen - aber warum sollte diese schwarze Serie nicht am Sonntag reißen?
Schiedsrichter der Partie sind die beiden Dänen Per Olesen und Lars Ejby Pedersen. Als EHF-Beobachter ist der Franzose Carol Domenge vor Ort.
(Christian Robohm)
Beiträge von Jenny
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Es wird gelost !
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Original von hamster-gestreift
Was letztes Jahr für Vranjes galt, sollte doch dieses Jahr auch für Stefansson gelten.Im Grunde schon, aber wollte ja nur auf Nummer sicher gehen

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Ist Stefansson nun für das erste Finalspiel gesperrt ?
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Intermezzo mit Torflut
Kiel – Auch der zweite THW-Anzug sitzt. Zwei Tage nach dem Handball-Festival in der Champions League gegen den FC Barcelona (41:31) brachte der Deutsche Meister im grauen Bundesliga-Alltag mit der 46:27 (23:10)-Torflut über Abstiegskandidat TuS N/Lübbecke erneut Farbe in die heimische Sparkassen-Arena.
Dabei durften sich die 10250 Fans nicht nur über nimmersatte THW-Torjäger freuen, sondern auch über die Rückeroberung der Tabellenführung in der Handball-Bundesliga. Ein weiterer erfreulicher Nebeneffekt für den Rekordmeister: Auch die bisher um 26 Tore bessere Tordifferenz für den einzig verbliebenen Titelkonkurrenten, SG Flensburg-Handewitt, schrumpfte durch den Kantersieg auf sieben zusammen. THW-Coach Noka Serdarusic, der auf den angeschlagenen Nikola Karabatic ganz verzichtete, hatte vor dem Halbfinal-Rückspiel am kommenden Sonntag in der katalanischen Hauptstadt auf Rotation in seinem Weltklasse-Kader gesetzt und schenkte vielen Spielern aus der zweiten Reihe eine Chance. Mattias Andersson löste den zuletzt so famosen Thierry Omeyer im Tor ab, Börge Lund schlüpfte in Stefan Lövgrens Regierolle und Igor Anic löste Marcus Ahlm schon in der 14. Minute am Kreis ab. Auch sonst wechselte Kiels Trainer munter durch. Der Spielfreude schadete es nicht. Allerdings trafen die Kieler auf einen Gegner, der maßgeschneidert für das Intermezzo zwischen den Europacup-Auftritten daherkam. Gästetrainer Zlatko Feric hatte seinen Spielern am Sonntag das Fernseherlebnis zwischen dem THW und „Barca“ ausdrücklich ans Herz gelegt. Die TV-Lehrstunde in Sachen Weltklasse-Handball zeigte Nachwirkungen.
Auf dem Parkett: Ein scheues Häufchen eingeschüchterter und vor Ehrfurcht erstarrter TuS-Spieler. „Geht raus und habt Spaß“, hatte Feric seinen Spielern mit auf den Weg gegeben. Er sah einen leblosen TuS, der nahezu jeden harten Körperkontakt vermied und anscheinend angereist war, um einen Fairnesspreis abzuschleppen. Engagement zeigte nur der Trainer selbst, der an der Seitenlinie wutentbrannt das Rumpelstilzchen kopierte. „Sind die bekloppt“, fluchte Feric, „die wollen gegen diesen THW Tempohandball spielen, das schaffte nicht mal Barcelona.“
Die willkommene „Trainingseinheit“ mit Wettkampfcharakter nutzte vor allem Igor Anic. Elfmal legte der zuletzt kaum noch berücksichtigte französische Neuzugang Ex-THW-Torhüter Dennis Klockmann und seinem ebenfalls überforderten Kollegen Birkir Gudmundsson den Ball ins Netz. Die Fans gönnten es dem Franzosen von Herzen, Anic profitierte auch davon, dass er von seinen Mitspielern stets als Anspielstation gesucht und gefunden wurde. „Ich bin sehr zufrieden, muss aber noch viel lernen“, gab sich der 20-jährige THW-Youngster später bescheiden. „In der Abwehr habe ich schlimme Fehler gemacht.“
Das Spiel wird schnell vergessen sein, brachte aber möglicherweise eine neue Erkenntnis ans Licht. Kim Andersson, mit insgesamt zwölf Toren erfolgreichster Schütze, trat auch viermal von der Siebenmeterlinie an – und schaffte die für THW-Verhältnisse unfassbar Quote von 100 Prozent. Sind diese Sorgen jetzt aus der Welt? Andersson nahm's emotionslos. Schön, dass er getroffen habe, sagte der lange Schwede, „aber wir scherzen darüber nur. Leider haben wir keinen Lars Christiansen bei uns im Kader.“
Von Reimer PlöhnQuelle: http://www.kn-online.de/artikel/233759…mit_Torflut.htm
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Anic nach 45 Minuten mit unglaublichen 11 Toren ... Freut mich sehr für ihn
... (Kleine Randanmerkung, seine bisherige Torbilanz aus seinen BL Einsätzen waren ganze 7 Tore
)Kiel - Nettelstedt 46:27 (23:10)
Äh ja, es gibt Dinge, die erwartet man nicht unbedingt. Die Höhe dieses Sieges gehört eindeutig dazu

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Halbzeitstand in Kiel 23:10
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Barrufet fällt fürs Rückspiel aus ...
http://www.handball-world.com/o.red.c/news.p…1&auswahl=14246 -
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Original von Karl
Wie man darauf kommt, daß Ciudad eine 'Söldnertruppe' ist, weiß ich nicht so recht - der THW ist von den Einzelspielern her sicherlich nicht schlechter besetzt.Steht da doch mehr als deutlich
ZitatOriginal von Schierli
Dazu kommt halt dann einfach noch der Vorteil das Kiel eine wirkliche Mannschaft ist und fast immer geschlossen auftritt, während man bei den spanischen Teams allzu oft den Eindruck einer "Söldnertruppe" mit jede Menge starken Individualisten aber ohne den richtigen Kollektivgedanken hat. -
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Original von Wieland
ich oute mich mal.habe 100 euro auf den thw gesetzt. wird wahrscheinlich einen gewinn von einem euro bringen. das mache ich jetzt immer so bei allen spielen des thw gegen die gegner ab platz 6 und die restlichen hoffnungs-/chancenlosen teams in den diversen wettbewerben. ende nächster saison müsste ich mit ca. 50 im plus sein und werde die dann zurücküberweisen. bin mal gespannt wie weit ich komme. letztlich eine win-win-situation. wenn mal irgendwann ein klub der unteren 12 dort gewinnt ist das aktuelle geld futsch, aber wenigsten einen abend das gefühl, dass es doch noch einen herrn da oben gibt, welcher zulässt, dass auch segelboote mit harpunenbesatzung einen flugzeugträger versenken können.
O man, wenn es dich nicht geben würde, man müsste dich erfinden

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Naja hauptsache du glaubst an den Kram, den du da von dir gibst ... oder argumentierst du auch so, wenn Nettelstedt in Flensburg antritt ?!
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Leichte Entwarnung für Nikola Karabatic
Nikola Karabatic hat sich beim 41:31-Erfolg gegen den FC Barcelona "nur" eine Überdehnung im linken Sprunggelenk zugezogen. Mannschaftsarzt Dr. Detlev Brandecker konnte nach einer Kernpintomographie-Untersuchung Entwarnung geben: "Ein Bänderschaden oder eine schwerwiegende Verletzung kann ausgeschlossen werden", so der Kieler Mannschaftsarzt. In der kommenden Woche soll Karabatic zur Schonung weitestgehend aus dem Spiel- und Trainingsbetrieb heraus genommen werden, um das lädierte Sprunggelenk zu schonen. "Wir sind guter Hoffnung, dass Nikola im Rückspiel beim FC Barcelona wird mitwirken können", so Dr. Brandecker abschließend.Quelle: http://www.thw-provinzial.de/thw
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Ein langes Interview mit Karabatic findet sich --> http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/724/167244/
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Weil er sich Gedanken darüber macht? ... Abwarten und Tee trinken, meinetwegen auch anderes, der Sieg heute erlaubt ja viel

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Original von SG 07 Hallensprecher
Es ist mir unbegreiflich, wie das mit der Spielstandkorrigierung zu Stande kam. Es hieß beim Stand von 7:7 wurde das Tor von Börge Lund nicht eingetippt. HALLO?? Danach waren zwei Auszeiten, wo die Schiris den Spielstand mit dem Zeitnehmertisch vergleichen. Warum ist es da nicht aufgefallen?? Wenn dann müsste man das gleich merken und nicht erst in der Halbzeit. Hauptschuld daran gebe ich Uwe Stemberg der wie immer nur auf wichtig machte, aber keinen Plan hatte. Wenn ein Spieler aufgestanden ist auf der Bank, war er gleich da, aber das Tor hat er nicht bemerkt. Hätte man da nicht Protest einlegen können auf Seiten der RNL??Die Kieler Spieler und Offizielle hinter der Bank haben während der gesamten ersten Halbzeit versucht den Herren am Zeitnehmertisch klar zu machen, dass da ein Tor fehlt, aber das scheint die zu dem Zeitpunkt einfach nicht interessiert zu haben ....
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Unfassbar ... einfach nur unfassbar ! Mehr fällt einem dazu ja nicht mehr ein ... Während des Spiel gab es um mich herum immer wieder Blicke die verrieten, dass man überhaupt nicht glauben konnte, was da gerade passiert. Barcelona mit 10 Toren nach Hause geschickt ... einfach einmalig

Hut ab wieder einmal vor dieser großartigen Mannschaft

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Die Anspannung wächst
... Morgen kommt Barca wieder in die Ostseehalle , immer wieder ein großartiges Erlebnis, zumal morgen auch Lozano und Xepkin nach Kiel zurückkehren 