ZitatAlles anzeigen"Handball-Magazin": Grantler im Wandel -
Im erfolgreichsten Jahr des THW Kiel zeigt der Trainer Zvonimir Serdarusic völlig neue SeitenIrgendetwas ist anders an ihm. Es ist die Jacke. Ein dunkelblauer, modischer Marken-Blouson. Eigentlich trägt Zvonimir Serdarusic auf Pressekonferenzen immer ein Polohemd; entweder mit langen oder mit kurzen Ärmeln. An diesem Abend ist es das Longsleeve-Modell, nur eben die Jacke drüber, und Serdarusic sieht modischer aus, besser, irgendwie cool. Serdarusic lacht, als HSV-Manager Peter Krebs scherzt, er wisse gar nicht, wohin mit dem Geld aus den Zuschauereinnahmen (die Arena war zweimal nacheinander ausverkauft). Serdarusic neigt den Kopf zu Krebs, man sieht seine Grübchen. Er hört zu. Er ist ganz entspannt, aber nicht nur, weil sein THW Kiel vor einer halben Stunde einen wertvollen Punkt beim HSV erkämpft hat. Serdarusic ist in diesen Tagen unabhängig von Ergebnissen locker. Seit Wochen, ja Monaten schon kann man eine Metamorphose beobachten. Der alte Griesgram hat sich gewandelt. Neuerdings sitzt ihm der Schalk im Nacken. Er, der mit den Medien selten bis nie länger spricht (abgesehen von den Kieler Nachrichten), scheint Gefallen an Pressekonferenzen zu finden. Er scherzt auf eine hintersinnige Weise, er kommentiert halblaut Fragen, die für den Kollegen gedacht sind.
Doch wer ihn verärgert, bekommt die volle Ladung Zorn zu spüren. Da hat sich Serdarusic nicht verändert: Eine Hamburger Boulevardzeitung hat drei Kieler Spieler als brutal gebrandmarkt und ihr Bild mit dem Titel "Täter" versehen. Als Serdarusic den Reporter nach dem Spiel im Kabinengang sieht, raunt er ihm im Vorbeigehen bedrohliche Sätze zu. Da greift der alte Schutzreflex: wenn einer von außen das Rudel attackiert, dann kann der alte Wolf immer noch heftig zubeißen. Doch das böse Gesicht sieht man immer seltener.Als jemand nach dem Champions-League-Triumph im Hinspiel gegen Barcelona fragt, wie Manolo Cadenas denn gedenke, den THW im Rückspiel zu bezwingen, sagt Serdarusic vor sich hin: "Das möchte ich auch gern wissen." Die, die es gehört haben, grinsen. Als jemand nach dem Remis gegen den HSV fragt, wer denn bestimmt habe, Filip Jicha die Siebenmeter werfen zu lassen, sagt Serdarusic: "Das habe ich entschieden. Die anderen haben bewiesen, dass sie es nicht können." Gelächter. Als jemand fragt, warum er gegen Barcelona so energisch gecoacht habe, sagt Serdarusic: "Alle sagen immer, ich stehe wie ein Stück Holz am Rand. Ich wollte zeigen, dass in dem alten Kerl noch Leben ist." Das steht am nächsten Tag in allen Zeitungen.
Früher folgten auf ganz normale Fragen ablehnende Antworten verbunden mit einer Körpersprache, die dem Journalisten zeigte, dass dieser keine Ahnung habe. Es war das Modell Huub Stevens: Einschüchterung. Jetzt nutzt Serdarusic die Bühne für hintersinnige Statements, blumige Wortspiele, Bilder, Metaphern. Es gab sogar eine Art Homestory im Flensburger Tageblatt: einen Spaziergang mit der Autorin um sein Angelrevier am Schulensee. Hinter dem Trainer Serdarusic blitzte der Mensch auf. Was ist passiert?
Serdarusic wird im September 58, 15 Jahre arbeitet er nun beim THW. Er hat alles erreicht im Vereinshandball. Serdarusic ist ein Mann mit eingebauten Abstandshaltern geblieben. Den quatscht man nicht einfach von der Seite an. Er ist die große Respektsperson. Aber trotzdem ist die Situation an diesem Abend im April günstig, mal nachzufragen: "Herr Serdarusic, Sie sind so milde gestimmt in den letzten Wochen, was ist los?" Lächelnd schaut er und sagt: "Sehen Sie, ich habe mich von der Medienarbeit erholt. Ich habe lange nicht mit den Medien gesprochen. Es gab keine Interviews, keiner hat meine Nummer, keiner ruft mich an. Jetzt habe ich wieder Lust." Väterlich drückt Serdarusic meinen Arm, doch das ist kein Zeichen für Nähe. Es ist das Zeichen zum Aufbruch. Er hat genug zu diesem Thema gesagt und möchte auch keine Nachfrage. Akzeptiert.
Mehr als ein Jahr hat Serdarusic also gebraucht, um sich von dem Interview mit der Sportbild im März 2007 zu erholen. Damals hatte er den formschwachen WM-Helden Henning Fritz beim THW als Nummer drei auf die Bank gesetzt. Die Sportbild fragte nach und druckte dann ein Aufsehen erregendes Interview, in dem Serdarusic seinen Torwart scharf kritisierte.
Serdarusic behauptet, dass er einen Teil der abgedruckten negativen Äußerungen über Fritz so nie getan habe. Auch das Magazin sieht sich im Recht: Das Band mit allen Aussagen lagere bei der Sportbild, heißt es, das Interview sei in der abgedruckten Form von Serdarusic genehmigt worden. Die beiden Formen der Wahrheit stehen sich unvereinbar gegenüber. Seitdem ist Sendepause zwischen Trainer und Reporter. Serdarusic sagt: "Warum sollte ich noch mit einem Journalisten reden, der wissentlich etwas schreibt, was ich nie gesagt habe?" In der Folge bekamen auch (fast) alle anderen nur noch Häppchen von ihm. Das übliche Gerede nach der PK: vorbei. Mal eben anrufen, das macht bei Serdarusic sowieso keiner. Die Kontaktaufnahme geht so: Fragen formulieren, aufschreiben und an eine mehr oder weniger geheime Faxnummer schicken. Das Papier kommt dann in seinem Haus in Russee an. Es nutzte nichts, zu sagen, dass man für seine Probleme mit anderen Medien doch nichts könne: Serdarusic blieb konsequent. Kein Noka für alle in einem Jahr voller THW-Triumphe.
Es gab zuletzt eine Phase, da kriselte es in Kiel. Die Spieler wollten nichts sagen, sie machten nur Andeutungen oder runzelten die Stirn. Und es ist in der Tat schwer, herauszubekommen, worum es wirklich ging. Der THW Kiel war ja sportlich unangefochten in den Monaten Februar und März. Trotzdem war die Stimmung schlecht. Es gab Kritik am Trainer aus dem Kreis der Gesellschafter. Er kümmere sich nicht um Sponsoren und Medien. Serdarusic interessiert das nicht. "Weder der Presse noch den Sponsoren gehört ein Teil von mir", sagt er. Es knirschte auch bei dem alten Ehepaar Schwenker/Serdarusic. In der Auseinandersetzung zwischen Manager und Trainer ging es um Privates. Und um die Sätze Serdarusics, er habe die Hoffnung aufgegeben, der im Sommer verpflichtete Kreisläufer Igor Anic werde dem THW irgendwann weiterhelfen können. "Eine unglückliche Äußerung", sagt Uwe Schwenker. Der THW könne nicht nur fertige Spieler kaufen, es sei Serdarusics Aufgabe, junge Spieler zu entwickeln: "Es wird kein Spieler geholt, den Noka nicht will." In Kiel ging das Gerücht um, Serdarusic sei unzufrieden, würde hinschmeißen. Doch Trainer und Manager sprachen sich aus. Hinterher wirkten beide erleichtert. Und wenn man sie jetzt sieht, scheint es die Sorgen nie gegeben zu haben.
Ein reinigendes Gewitter? Schwenker sagte den Kieler Nachrichten: "Ich habe mir noch keine Gedanken über einen Noka-Nachfolger gemacht. Er ist immer noch heiß. Hat er einen Titel gewonnen, denkt er schon an den nächsten. Aber auch seine Zeit ist endlich. Eines ist aber klar: Egal, wer sein Nachfolger wird, er tritt in sehr große Fußstapfen." Serdarusic selbst weiß ja, dass er den THW braucht wie der THW ihn: "Wir haben in Kiel ein Umfeld, das es mir möglich macht, Erfolge auf meine Art zu erzielen. Ich werde aus Kiel nicht mehr weggehen."
Als es in Kiel weitgehend im Verborgenen kriselte, kümmerte sich Serdarusic intensiv wie immer um die Mannschaft. Das ist seine Lieblingsarbeit, jeden Tag: die Mannschaft. Für ihn bräuchte es gar nichts anderes zu geben. Wer zuhört, wie die Profis schwärmen, selbst ganz neue wie Jicha oder Börge Lund, wie Nikola Karabatic von seinem Trainer spricht, der weiß, dass dieser knorrige Typ ein großes Herz hat. Neben seinem Sachverstand natürlich. Und seinen Motivationskünsten. "Nokas Ansprachen vor dem Spiel sind die besten, die man sich vorstellen kann. Danach kann man gar nicht schlecht spielen", sagt Dominik Klein. Was sagt er denn? Klein lächelt. Keine Chance auf eine Antwort. Man sollte bei der nächsten Gelegenheit Serdarusic selbst fragen.
(Von Frank Heike, aus dem "Handball-Magazin" 05/2008)
Beiträge von Jenny
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Original von horny01
Oh nein, nicht wieder die Debatte.....was habe ich bloß getan

Ja, was so manch ´unbedachte´ Wörter doch anrichten können

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Champions League: Zwei Spiele Sperre für Christian Zeitz -
EHF verhängt Strafen gegen THW Kiel und Ciudad Real nach Untersuchung des CL-Final-RückspielsDie Unsportlichkeiten in der letzten Spielminute des Rückspiels im Champions-League-Finale zwischen dem THW Kiel und Ciudad Real haben Konsequenzen: Wie die EHF-"Competitions-Commission" am Mittwoch mitteilte, müssen beide Vereine Geldstrafen zahlen, zudem werden Christian Zeitz und Uros Zorman für je zwei Europapokal-Partien gesperrt.
Die Szene in der letzten Minute sah die EHF als unsportlichen Vorfall an, der die gesamte Europapokal-Saison und insbesondere die beiden ansonsten fairen, in einer sehr positiven Atmosphäre ausgetragenen Finalspiele überschattet. Da bei der Rudelbildung Spieler beider Teams - selbst von der Ersatzbank kommend - involviert waren, müssen sowohl der THW Kiel als auch Ciudad Real eine Geldstrafe von je 5.000 Euro zahlen.Christian Zeitz wurde für seine Unsportlichkeit für zwei Europapokalpartien gesperrt und wird somit die ersten beiden Gruppenspiele der nächsten Champions-League-Saison verpassen. Zudem wurde der Linkshänder von der EHF mit einer Geldstrafe von 2.000 Euro belegt. Auch Ciudad Reals Rückraumspieler Uros Zorman wurde für zwei Partien gesperrt, der Slowene wird somit die "Champions Trophy" am 20. und 21. September nicht mitspielen können. Auch Zorman bekam eine Geldstrafe, wegen seiner obszönen Gesten gegenüber dem Kieler Publikum muss er 4.000 Euro zahlen.
THW-Geschäftsführer Uwe Schwenker zeigte Verständnis für die Entscheidung: "Die EHF hat für die Vorkommnisse in der letzten Spielminute gegen beide Vereine entsprechende Strafen ausgesprochen. Das ist bei solchen Vorkommnissen so üblich und aus unserer Sicht auch völlig richtig. Selbstverständlich akzeptieren wir das Urteil der EHF, wobei die Offiziellen der EHF gleichzeitig die in der Sparkassen-Arena-Kiel eingesetzten Ordnungs- und Sicherheitskräfte für ihr souveränes, schnelles und beherztes Einschreiten gelobt haben."
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HF OFFICIAL STATEMENT
Case: 2007/2008 Men’s EHF Champions League Final – 2nd leg
THW Kiel v BM Ciudad Real on 11 May 2008Vienna, 28 May 2008 - Following incidents of an unsporting nature in the final minute of the 2007/2008 Men’s EHF Champions League Final (2nd leg), the EHF Competitions Commission as Body of 1st Instance in disciplinary cases announces the following decision.
The matter has been analysed by the EHF Competitions Commission, and the decisions have been made based on reports submitted by all parties and video material from the match. While the emotion of the moment has also been taken into account, the incident is seen to be unsportsmanlike, overshadowing the season in general and in particular the final matches, which were otherwise played in a very positive atmosphere.
Both clubs – THW Kiel and BM Ciudad Real – have been fined €5 000. This decision has been made based on the fact that many players from both sides were involved in the incident, including those entering from the substitution area.
Christian Zeitz of THW Kiel, who was directly disqualified in the last minute of the match for serious unsportsmanlike conduct, is suspended for 2 matches of an EHF club competition and has to pay a fine of €2 000.
Uros Zormann of BM Ciudad Real is suspended for 2 matches of an EHF club competition and has to pay a fine of €4 000. This decision has been made on serious unsportsmanlike conduct, including obscene gestures to the audience.
All parties have the right to appeal within three working days of this decision.
The European Handball Federation would like to add that this situation is seen as very much regretful but has full confidence that such situations will be avoided in the future and that both clubs and players will act in a professional manner and contribute to a positive atmosphere in the future.
TEXT: EHF
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Original von horny01
Ich hätte auch Abati nehmen können, aber der spielt ja nicht mehr in der Buli

Find ich gut ... Wo kommen wir denn hin, wenn der Schuldige nicht in der Bundesliga spielen darf .... die Schuldigen, sie lauern überall - nur nicht in Kiel

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Original von Trollinger
Guter Ansatz, da Zeitz ja eigentlich immer an allem Schuld ist...
Na na na na na jetzt geht es aber zu weit
... wir wollen mal nicht anfangen Zeitz mit irgendeinem Skandal in Verbindung zu bringen ... Wo kommen wir denn da hin ... 
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Original von Face
Paul? Paul ist Bademeister am Schwimmbad an der Ecke wenn ich mich nicht irre ... allerdings, in welchem und in welcher Stadt... oder stammt der nicht sogar aus Dankersen?Paul ist ja auch ein ganz gemeiner, wirft Mädchen vom 10m Brett ...
also liegt es nahe, dass Paul mit dem Skandal zu tun hat ... er ist sicher die Lösung allen Übels ... -
Du weißt nicht, wer Paul ist ? ... O weia, das wird ein laaaaannnnggggeeerrr Thread ...
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Zurück zum Thema ? Was war denn das Thema? ....

Wer ist überhaupt Flensburg ? -
Nun ist es tatsächlich dieses Lied geworden

Sirusho - Quele Quele - sorgt in jeder Lernpause für einigermaßen gute Laune

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Ne das wäre kein Skandal , das wäre eher ein Wunder

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Original von Ronaldo
Wer die ganze Saison immer 180% gibt, bei dem sehen 100% aus wie nichts...Ich finde, wir wiederholen einfach noch mal die gesamte Saison. Alle Europapokalteilnehmer 2008/09 nehmen nur als Ersatz am internationalen Geschäft teil. Dem THW wird der Meistertitel aberkannt (*sic*) und der Meister 2009 darf sich Doppelmeister 2008/09 nennen.
Das wäre dann aber wirklich ein SKANDAL !!!!!!!!!

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Original von Trollinger
Jetzt malt doch den Teufel nicht an die Wand...
Doch doch, man sollte schon realistisch bleiben und sich das immer wieder bewusst machen, was so ein Ergebnis auslösen kann, damit man im Fall der Fälle darauf gefasst ist

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Original von Ché Guevara
Ich glaube da hätte es einen riesigen Aufschrei gegeben.
Ich lese es quasi vor mir .. das Wort Schiebung ... und irgendwas sagt mir auch, dass man in dem Fall von einem Skandal geredet hätte

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Original von Claudi1981
Naja, besser so, als wenn Minden tatsächlich in Flensburg gewonnen hätte... Das würde ja kein Mensch glauben...
Ne, das wäre ja fast genauso als wenn Hamburg zuhause unentschieden gegen Wetzlar spielt ....

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Original von Ronaldo
Mensch, Du verstehst es nicht, also langsam... Das Spiel ist ausgefallen, daher gab es 0:2 Punkte für Minden, die damit den direkten Klassenerhalt geschafft haben.
Danke, dass du mir das so nett und freundlich erklärt hast ... so sachlich und so wunderbar strukturiert - quasi wie der gesamte Thread hier, nur ein bissel anders

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Original von Felix0711
Das ist ja wirklich ein lustiges Spiel hier
Spiel? Das ist purer Ernst ...
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And the winner is Andy/GWD ...

Blumen und Geschenke gibt es später

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Wieso ins Laberforum ? Hier wird doch sachlich und total gut argumentiert

So Bahn frei .. wer auch immer will

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Original von Claudi1981
Ich auch... Total... Und es fehlen nur noch 8!!!

Gleich prügeln sich alle um den entscheidenden Beitrag
