Beiträge von Hereticus

    Die ersten Spiele haben mittlerweile auch stattgefunden. Die andere Hälfte der 1.Runde ist wegen der Startsprobleme verschoben worden.

    Borac - Vardar 37:29
    Lovcen - Tatran 25:37
    Izvidjac - Sutjeska 29:27

    Die zwei Hauptprobleme sind wohl, daß es noch keinen Generalsponsor gibt (Das war erst eine Bank, die dann abgesprungen ist) und das Ganze ja nicht ganz billig ist, sowie daß der serbische Verband scheinbar nicht mehr so richtig dahinter steht und seine Mannschaften nicht von der nationalen Liga freistellt wie die anderen Länder.

    Das bedeutet für die serbischen Mannschaften, daß sie neben den 22 Spielen in der SEHA-Liga noch alle Partien in einer der größten nationalen Ligen Europas (16 Mannschaften = 30 Spiele) bestreiten müssen. Wenn dann noch unverhofft die Champions League dazu kommt, wie nun bei Partizan geschehen, wird es zu viel. Inklusive nationalem Pokal etc. sind das ca. 70 Pflichtspiele in 30 Wochen Saison (WM-Pause schon abgezogen), also jede Woche zwei, dazu Nationalmannschaft usw.

    Bei Sabac und Roter Stern muß man mal beobachten, wie sie diese Mordsbelastung (auch ohne Champions League ist das schon eine Menge Holz) wegstecken. Wenn die serbische Liga ihre SEHA-Teams auch künftig nicht freigibt, sehe ich aber eigentlich keine großartige Zukunft für das Projekt.

    Zitat

    ribu
    Ich weiß nicht was die Diskussion jetzt soll, aber es gibt in der 3. Liga keine Aufstiegspflicht mehr. Und deshalb erübrigt sich auch dein Kommentar.

    Zitat

    DfB 3.Liga DHB Saison 2011/12, Punkt 18.3:
    Staffelsieger, die innerhalb von vier Spieljahren zum zweiten Male ihr Aufstiegsrecht als Staffelsieger nicht wahrnehmen, sind Absteiger und können in der folgenden Runde nicht in die 3. Liga aufsteigen.

    Für Bascharage wird's damit schon mal eng.

    Die Diskussion erübrigt sich im Übrigen schon deshalb nicht, weil das Treiben des MJC Trier gegenüber den Vereinen, die in der 3.Liga ernsthaften Wettbewerb betreiben wollen mit "unverständlich" noch milde beschrieben ist. Mit dieser Meinung dürfte ich wohl auch nicht ganz alleine stehen.

    Zu "wmk" brauche ich nichts mehr zu sagen.
    Nur noch eins für alle: Wenn ein Frauenhandballverein seine zweite Mannschaft in der 2. Liga spielen lässt, wird dieser finanziell sehr belastet. Ein Hauptgrund, warum viele nicht aufsteigen wollen.

    Wer in einer Liga meldet, hat jedes Spiel mit Gewinnabsicht zu bestreiten. Alles andere ist Wettbewerbsverzerrung. Wer das nicht will oder kann, muß aus dieser Liga raus. Die HBF hat anders als die HBL das Aufstiegsrecht für die zweiten Mannschaften nicht abgeschafft. Damit gilt für alle teilnehmenden Mannsschaften: wer nicht in die 2.Liga aufsteigen will, soll für die 3.Liga nicht melden und den Platz für andere, die am Wettbewerb teilnehmen wollen, freimachen - basta. Auch die 3.Liga ist keine Spaßveranstaltung. Wenn Beyeröhde diese beiden geschenkten Punkte am Ende zur Meisterschaft oder gegen den Abstieg gereichen, ist der Wettbewerb damit bereits verzerrt.

    Den Ausfall/Das Hochziehen von gerade mal drei Spielerinnen als Verlegungs-/Absagegrund anzuführen, kann natürlich ganz sicher nur ein Scherz sein, da der Saisonstarttermin ja nun seit einem Jahr verbindlich bekannt ist. Zu Saisonbeginn "noch gesperrt" liegt ja kaum am Spieltermin, sondern am Verpflichtungszeitpunkt, sprich an der Kaderplanung. Wer zwei Mannschaften meldet, muß am Saisonanfang auch zwei (komplette!) Mannschaften stellen können. Da führt der Ausfall von drei Spielerinnen dann nicht zur Spielabsage. Wenn diese simple Grundvoraussetzung aber schon nicht gegeben ist, hat die Mannschaft in der Liga nichts verloren. Mit personell eineinhalb Teams zwei Mannschaften zu bestücken und dann verlegen zu wollen, weil drei (!) Damen nicht antreten können, ist ein schlechter Witz, der mit weit mehr Strafe geahndet gehört als den beiden Punkten nach Wuppertal. (Außerdem zähle ich auf der Kleine-Mietzen-HP vierzehn Spielerinnen im Saisonkader 11/12. Selbst wenn drei oben aushelfen müssen, um "noch gesperrte" zu erstetzen und eine Schnupfen hat, sind das immer noch zehn, mit denen man locker antreten kann).

    Ich glaube, es wird nicht (nur) Zeit, daß das Festspielalter gesenkt wird, man sollte vielleicht zumindest für die drei höchsten Ligen eher mal über die Einführung von Mindestkadern pro Mannschaft nachdenken, die vor der Saison benannt werden müssen. Vielleicht so ab 16 Spieler/innnen pro Mannschaft - die natürlich von denen der höheren Teams des gleichen Vereins verschieden sein müssen. Dann sollte es dazu grundsätzlich so sein, daß ein/e Spieler/in für die gesamte Saison fest zu einer vorher bestimmten Mannschaft gehört und in der Regel auch dort spielt, d.h. Hochziehen nur im Bedarfsfall und generell einsatzbegrenzt - wer mehr als dreimal in der höheren Mannschaft spielt, ist drin und bleibt da. Das Hochziehen und auch das Auffüllen aus der Ersten, wenn diese Spielfrei hat dürfte dann deutlich weniger mißbraucht werden und sollte auch als Ausfall-/Verlegungsgrund für die tiefer spielende Mannschaft des Vereins als Argument in den Durchführungsbestimmungen explizit ausgeschlossen werden. Wer wegen solcher Gründe wie Trier am Wochenende ein Spiel absagt, sollte direkt zehn weitere Zähler abgezogen kriegen. Dann hört sowas auch auf.

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    foerdefuchs
    Der THW steuert gerade auf einen neuen Vereinsrekord hin :
    Bisher war der höchste Auswärtssieg ein 47:25 gegen den TSV GWD Minden (2003/04).

    Daraus ist leider nichts geworden - die Lehre des Spiels hingegen: Hüttenberg ist nur 4 Tore schlechter als Flensburg ;)

    Mit dem ist es nichts geworden - dafür hat der THW den (eigenen) Bundesligarekord für den besten Saisonstart aller Zeiten gebrochen. 4-0 und +32 nach zwei Spielen hatte bisher noch niemand (bisher +25, drei mal THW, einmal SCM). Zudem überhaupt erst das dritte mal (davor THW + SGF beide in der Saison 2007/08) in der eingleisigen Bundesliga, daß eine Mannschaft beide erste Spiele zweistellig gewinnt, und das erste mal in dieser Höhe von mindestens +14 oder mehr.

    Egal ob die das trennen oder zusammenwürfeln (an sich ist das sowieso egal und insgesamt nicht besonders wichtig...aber mal interessant zu lesen, wie andere so was sehen), aber aus meiner Sicht ist das Schmücken mit fremden Federn. Die BMCR-Titel hat ein anderer Verein errungen. In einer anderen Stadt und mit einer anderen Geschichte. Ein Konkurrent von BM Atlético (jedenfalls bis zum eigenen Rückzug aus der ASOBAL, für den CR ja nichts konnte). Daß die Mannschaft und der Stab dieses Vereins nun geschlossen zu BMAt. wechseln bedeutet aus meiner Sicht eben nicht, daß sich BMAt. die Erfolge von BMCR auf die Fahne (den Briefkopf) schreiben kann. Zumal BMAt. von vornherein schon xmal mehr Titel gewonnen hat als BMCR und das eigentlich gar nicht nötig hat, aus Madrider Sicht sind die Erfolge von BMCR doch eher bescheiden - aber wenn man die Titel addiert, kommt man auf 16 Meisterschaften und 13 Pokalsiege und ist damit nur knapp hinter Barcelona, daher weht wohl der Wind. Ich würde das Geschichtsklitterung nennen. Was ist denn, wenn der VfL Gummersbach (12 x DM) sich nächstes Jahr auflöst und die Mannschaft samt Stab sagen wir mal zur Polizei SV Hamburg (4 x DM) wechselt. Haben wir dann einen zweiten Rekordmeister neben dem THW? Ich denk doch eher nicht, daß irgendjemand das so sehen würde.

    Sonst könnte erwähnter HSV Hamburg sich bspw. auch "DHB-Pokalsieger 2001" nennen. Streng genommen hat ja die SG VfL Bad Schwartau diesen Titel gewonnen und der andere SG-Partner war der HSV Lübeck, der dann zum HSV Hamburg geworden war. Der Titel gehört trotzdem nach Schwartau. Dieser Fall ist übrigens einfach. Der ursprüngliche Lizenzträger VfL Bad Schwartau schied aus, dafür übernahm ein anderer bereits existierender Verein (HSV Lübeck/Hamburg) die Lizenz, damit wird ein neues Kapitel aufgeschlagen und die Statistik läuft getrennt. Hamburg startete also bei null, Schwartau wird beim Stand von 2002 fortgeführt, falls sie es noch irgendwann mal wieder in die erste Liga schaffen. Wäre der VfL als gesamter Verein nach Hamburg umgezogen, sähe die Sache anders aus. BMCR ist aber nicht umgezogen, sondern hat sich aufgelöst (oder zumindest aus der ASOBAL zurückgezogen, weiß grad gar nicht ob die auf Amateur-/Jugendebene weitermachen?).

    Durchaus waren sie das. Darum geht's mir aber nicht. Die haben nun eben alle den Verein gewechselt. Das macht Atlético als Verein noch lange nicht zum Nachfolgeclub von BMCR. Mir geht es erstens um die Vereine als rechtliche/institutionelle Einheit und nicht um die konkreten handelnden natürlichen Personen. Wenn morgen das gesamte Team von GWD Minden inklusive Trainer und Stab nach Nettelstedt wechselt, würde der TuS damit noch lange nicht zum Nachfolgeclub von GWD. Die für mich entscheidende Frage ist, ob es sich um eine explizite Folgegründung/Ausgliederung handelt, die eine nachvollziehbare Kontinuität beinhaltet (Bayer Dormagen -> TSV Dormagen -> Dormagener HC Rhld. wäre so ein Beispiel) oder ob ein explizit anderer, bereits vorher exitierender Verein "nur" die Mannschaft und Lizenz übernimmt. Wenn dieser Verein dann dazu noch eine eigene Geschichte hat, und nicht vorher der umgekehrte Wechsel stattgefunden hatte, kann man die beiden Historien eigentlich nicht zusammenwürfeln. BMCR und Atlético haben sogar zwei Spielzeiten lang gemeinsam in der ASOBAL verbracht, auch das spricht gegen einen "Merger" der Statistiken. Wäre Atléticos Abteilung damals als selbständiger Ableger nach Ciudad Real gegangen und würde nun wieder zurückwechseln, sähe das wiederum anders aus. Das ist aber nicht der Fall.

    In Deutschland gab's sowas auch schon ab und zu mal. 1993 zum Beispiel wechselte die gesamte Männer-Abteilung des SC Leipzig zum SC DHfK Leipzig (weil der SCL aufgelöst wurde) und der SC DHfK übernahm die Zweitligalizenz vom SCL. Trotzdem ist der SC DHfK ein völlig anderer Verein als der SCL mit eigener Geschichte (wenn auch im Handball die Geschichte der beiden durchaus verquickt ist), der eben die Lizenz übernommen hat.

    In speziellen Fällen (insbesondere Flensburg, mit Abstrichen Wülfrath/Ratingen -> Düsseldorf) mache ich für meine Statistiken Ausnahmen zwecks nachvollziehbarerer Bilanzierung, das funktioniert aber auch nur dann, wenn alle Beteiligten nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt gemeinsam in der gleichen Liga waren.

    Drei Tage vor dem geplanten Start steht noch nicht fest, ob die Liga zustande kommt. Die serbischen Clubs wollen wohl wieder aussteigen, da sie in ihrer nationalen Liga (30 Spiele!) nicht freigestellt werden und Partizan sich zudem etwas überraschend für die CHL qualifiziert hat und Überlastung fürchtet. Bemühungen um Nachrücker sind wohl auch nicht erfolgreich. Novi Sad zumindest will schonmal nicht. In Kroatien denkt man daher darüber nach, im Fall des Scheiterns der SEHA-Liga den Start der eigenen Liga zu verschieben, weil dann erst ein neuer Spielplan mit RKZ und Nexe erstellt (gelost) werden muß. Morgen (Donnerstag) gibt es eine Konferenz, danach weiß man dann angeblich mehr. Verhältnisse wie auf dem Balkan... :D

    Berichte: hrsport.net 1 , hrsport.net 2 , balkan-handball (alles mit kroatisch im google translator übersetzbar)

    Es handelt sich um verschiedene Vereine und auch nicht um eine Fusion. BM Ciudad Real tritt nicht mehr an, Atlético hat die Lizenz übernommen. Ergo wird zumindest in meinen Bilanzen Atlético zwar mit seinen "alten" Titeln, aber getrennt von Ciudad Real geführt.

    Für das Spielsystem fallen mir auch viele Varianten ein. Das ist aber nicht nur der Schlüssel zur Lösung des Problems (das Obige würde auch wohl eher zwei Spielzeiten in Anspruch nehmen). Die Leistungsschere läßt sich aber damit nicht schließen. Grundsätzlich muß man berücksichtigen, daß die Schere sowieso nicht in kurzer Frist (d.h. drei, vier Jahre) zu schließen ist, sondern das eine längerfristige Angelegenheit ist. Die gegenwärtige Entwicklung begann schließlich auch bereits in der ersten Hälfte der 90er Jahre. Die europäische Einigung, die zahlreichen Reformen der EC-Wettbewerbe hin zum jetzigen Elitezirkel Champions League und nicht zuletzt das Bosman-Urteil haben die jetzigen Verhältnisse geschaffen.

    Das Grundproblem am derzeitigen Status Quo ist, daß Vereine aus bestimmten Ländern, dies vor allem Deutschland und Spanien, wesentlich attraktivere Möglichkeiten haben, Spieler zu verpflichten. Ein Spieler X aus einem Land Y möchte nicht nur deshalb gerne nach Kiel (Hamburg, Mannheim, Barcelona, Berlin...) weil die Luft so gut ist und die Stadt so schön, sondern auch und vor allem, weil er da n-fach mehr verdienen kann als in Skopje, Belgrad, Reykjavik, Bregenz oder Plock (und der allgemeine Lebensstandard spielt gegenüber manchen Ländern bestimmt auch eine Rolle). Die besten Spieler fast aller Nationen konzentrieren sich mit schöner Regelmäßigkeit in der Bundesliga und ASOBAL. Das ist toll für diese Ligen und macht sie zu den "besten der Welt" (Bundesliga-Eigenwerbung), aber das ist auf der anderen Seite der Medaille natürlich Gift für die Leistungsstärke der Clubs in den anderen Ländern. Man kann also nicht nur sagen, die Clubs in den "kleinen" Ländern seien zu schlecht, sondern eben auch, daß die Vereine in den "großen" Ländern schlicht zu gut sind.

    Nun ist das Gesamtpotential an Spitzenspielern ist im Handball beschränkt (und viel kleiner als etwa beim Fußball, weil es viel weniger Handballspieler gibt und die Niveauunterschiede in der Ausbildung deutlich größer sind). Wenn sich diese wenigen richtig guten Spieler dann in zwei, drei Ligen konzentrieren, kann der "Rest der Welt" mit denen nicht mehr mithalten. Der daraus resultierende große sportliche Erfolg dieser "happy few" zieht entsprechend höhere Einnahmepotentiale nach sich, die dem "Rest der Welt" verwehrt bleiben. Damit kann man wiederum die nächste Generation der Spitzenspieler binden und die Niveauschere klafft anschließend noch weiter auseinander.

    In einem Geschäft, das größtenteils ohne Transfergelder auskommt, bekommen die abgebenden Vereine nur noch in Ausnahmefällen einen finanziellen Ausgleich für ihren sportlichen Aderlass, mit dem sie diesen entweder durch Zukäufe ausgleichen oder durch Investitionen in das Umfeld selber zu einem attraktiven Verein werden könnten. Zudem binden sich gerade junge Spieler nicht mehr längerfristig an einen kleineren Club, um sich die Chance des schnellen (und ablösefreien) Wechsels zu einem besseren Verein - vielleicht sogar vom "armen" in den "reichen" Teil Europas - nicht zu verbauen, was aus Perspektive des Spielers allzu verständlich ist. Auch das Gehalt verhandelt sich gleich viel besser, wenn die Ablöse nicht als Hindernis vorhanden ist, weil es dem Spieler natürlich ein gewisses Druckpotential in die Hand gibt, wenn er auch problemlos woanders hinwechseln könnte.

    Bosman ist nicht an allem schuld, aber dieses Urteil hat (obwohl es eigentlich völlig richtig ist, die Arbeitnehmerfreizügigkeit zu schützen) gut funktionierende Regulierungsmechanismen mit stabilen Geldkreisläufen im Profisport zerstört, ohne daß dafür ersetzende Mechanismen eingerichtet wurden. Lieber gaben sich die Vereine ab 1995 dem Goldrausch hin (vor allem im Fußball sehr schön nachzuvollziehen). Vereine mit attraktivem Umfeld und guten Strukturen profitierten (nicht nur im Handball) von Anfang an vom Bosman-Urteil, andere schauen auf Dauer in die Röhre und erhalten nicht mehr die Möglichkeit, ihr Umfeld und ihre Strukturen anzugleichen, weil ihnen dafür jetzt die Mittel entzogen sind. Im der Fußball mag das noch funktionieren, solange dort jährlich fast eine halbe Milliarde Euro GEZ-und Abo-Gebühren in den Markt gepumpt werden (was ein gewisser K.-H. Rummenigge für empörend wenig hält*).

    Woanders zirkuliert das Geld aber fast nur noch im Kreis der besser gestellten Clubs, ein Eindringen in diesen Markt ist fast nur noch mit Hilfe von Mäzenen oder Großsponsoren möglich (siehe Hamburg, Mannheim, Kopenhagen). Die Abschaffung/Ausweichung der Ausländerbeschränkungen in den Ligen und die teilweise krassen Unterschiede im Lebensstandard in den einzelnen Regionen Europas tun ihr Übriges, damit der Großteil der begehrtesten (besten) Spieler sich in gewissen Regionen versammeln und andere - handballerisch - fast verwaisen.

    Der Sport kann all diese Probleme ebensowenig alleine lösen, wie er sie geschaffen hat, aber es wäre unter diesen Aspekten dem gesamten Handball förderlich, Wege zu finden, um den Clubs in den kleineren Ländern bessere Möglichkeiten zu verschaffen, gute Spieler zu verpflichten oder Talente zu binden und selbst attraktivere Adressen zu werden. Und hierzu halte ich es für zwingend, daß diesen Vereinen die Möglichkeit des Werbens a) mit sportlichen Argumenten durch Teilnahme an attraktiven europäischen Wettbewerben und b) mit finanziellen Argumenten gegeben wird. Dazu wäre es hilfreich und nötig, sie an den finanziellen Erträgen aus den europäischen Wettbewerben stärker als bisher und vor allem relativ stärker als die Clubs aus den jetzt starken Ländern zu beteiligen. Kirchturmdenken wird auf Dauer allen schaden.

    Mit meinen Folgerungen werden viele nicht einverstanden sein, weil es den sogenannten "Gesetzmäßigkeiten" des Profisports (und einigen Grundannahmen der Marktwirtschaft) widerspricht - aber ich halte es für förderlich im Sinne der gesamten Sportart (und mit Hinweis auf Tugenden wie Fairness und Solidarität), daß die Clubs aus den großen Ländern trotz derzeitigem größerem Erfolg in den Wettbewerben zugunsten der Clubs aus den kleineren Ländern auf Einnahmen aus den Europapokalen verzichten. Ich halte es weiterhin für förderlich (und angesichts der nicht endenden Insolvenzwelle auch für notwendig, wie schon x-fach an anderer Stelle in diesem Forum geschrieben), daß die Clubs generell ihre Gehaltsausgaben deutlich senken. Das trägt nicht nur zur Gesundung der eigenen Vereine/Ligen bei, sondern hilft auch dabei, das Niveau innerhalb der eigenen Liga und in Europa zu regulieren.

    Es wird nicht funktionieren, die kleineren Länder auf Clubebene auf Dauer auf das jetzige Niveau der großen Länder heben zu wollen. Dafür ist der Kuchen des Handballs (Spieler, erzielbare Sponsoren/TV-Gelder etc.) schlicht nicht groß genug. Es kann nur funktionieren, wenn sich beide Seiten in Richtung Mitte bewegen. Und aus deutscher Sicht heißt das eben: ein Stück nach unten - in Sachen Etat ebenso wie bei der Verpflichtung ausländischer Spitzenspieler.

    Wenn man diese Schritte unterlässt und so weiter macht wie bisher (Gewinnmaximierung für die Elite, Zaungastdasein für die Mehrheit), wird es in nicht all zu ferner Zukunft so sein, daß Handball in vielen Ländern (noch weiter als bisher) marginalisiert wird und daß es tatsächlich zu einer noch strengeren Elitebildung aus wirklich wenigen Ländern kommen wird. Heute sind es "nur" tschechische oder finnische Clubs, die keine Lust mehr auf Europapokale haben, weil sie sich für chancenlos halten und sie sich nicht leisten können - morgen werden es mal ungarische oder norwegische Vereine sein, die nicht mehr antreten. Und übermorgen spielen dann Bundesliga und ASOBAL-Clubs wirklich alleine. Ich denke, das kann niemand wirklich wollen.

    * Karl-Heinz Rummenigge über die TV-Finanzierung der DFL: "Momentan bekommt die Bundesliga ungefähr 420 Millionen Euro [...] pro Jahr überwiesen. [...] Wenn ich das mit Italien vergleiche [...] Da muss mir mal jemand erklären, wieso dort über 900 Millionen Euro an TV-Geldern fließen können und bei uns nicht mal die Hälfte." - 11Freunde #118, S. 38

    Ich kann mich der Meinung von Eckes nicht anschliessen.

    Vergleicht man die Spielstaerke eines jeden Vereins im Wildcard-Turnier mit den Turniersiegern der anderen Qualiturniere, so waere wohl
    jedes Team aus dem Wildcard-Turnier in einem der anderen Turniere überlegen Erster geworden.
    Und welcher europaeischen Spitzenmannschaft waere es überhaupt möglich gewesen, die Polen zuhause zu schlagen ?

    Wenn man tatsaechlich Eckes99 Massstab der Leistungsstaerke anlegen wollte, dann sind doch mindestens 2 Mannschaften je CL-VR-Gruppe
    schwaecher wie die Konkurrenz.Abschußgegner. Das sind auch 4 unnoetige Spieltermine und nervige Auswaertsfahrten für Teams, die meistens mit der Termindichte in ihren eigenen Ligen genug zu tun haetten.

    Für die Termindichte in der Bundesliga kann der Rest Europas nix. Niemand zwingt die HBL, sich seit Jahren die größte und eine der terminintensivsten Ligen des Kontinents zu halten. In Frankreich etwa kommt man mit 14 Teams und 26 Spieltagen seit Jahren prima aus, und das klappte in der Bundesliga übrigens über ein Jahrzehnt lang auch.

    Deine Perspektive ist analytisch korrekt und nachvollziehbar, aber der Schluß den Du daraus ziehst, meiner Ansicht nach nicht. Es stimmt, daß das Leistungsgefälle sehr groß ist. Einige Mannschaften in der CHL sind damit derzeit überfordert. Alles soweit richtig.

    Grundsätzlich falsch ist es aber meiner Ansicht nach, daraus zu schließen, (noch mehr als eh schon!) Schwächere rauszuschmeissen, damit die ganz Starken unter sich bleiben. Das ist die Perspektive von Oben herab und das kurzfristige Sichern von Pfründen wird hier der langfristigen Entwicklung vorgezogen. Ich glaube, daß das Gegenteil davon richtig ist.

    Die Schwächeren müssen (durch Beteiligung an TV-Einnahmen, Gegnerpraxis, Angleichung von Rahmenbedingungen) die Chance erhalten, die vorhandene Leistungslücke langfristig zu schließen oder jedenfalls zu verringern. Die CHL noch mehr zu einem geschlossenen Club der Großen zu machen als sie es sowieso schon ist, führt dazu, daß die "kleinen" Länder niemals aufschließen werden und immer unter sich bleiben. Und dann wird Handball dort immer unattraktiver werden und irgendwann mal ganz verschwinden. In Armenien etwa wurde die Meisterschaft der Männer 2011 schon mangels Mannschaften abgesetzt. In Albanien findet auch kein regelmässiger Betrieb mehr statt. In Finnland kommen 80 Zuschauer zu Erstligaspielen - wenn's voll ist.

    Die derzeitige Form der CHL - und dein noch weiter gehender Vorschlag in Richtung Eliteliga - bringen vielleicht dem Hallen- und TV-Zuschauer kurzfristiges Vergnügen und den großen Clubs mehr Geld in die Kassen - das ist aber nicht Aufgabe und kann auch nicht Ziel des kontinentalen Verbandes sein. Die EHF ist - obwohl sie bei der sehr großclubfreundlichen Gestaltung ihrer EC-Wettbewerbe zunehmend diesen Eindruck vermittelt - nicht Interessensvertreter der Clubs, sondern Sachwalter der Sportart auf dem gesamten Kontinent.

    Die primäre Aufgabe eines Kontinentalverbandes, damit der EHF, ist es nicht, die Einnahmen einzelner Vereine zu maximieren, sondern vielmehr, den Sport im Besonderen in den Ländern fördern, in denen er noch strukturelle Schwächen hat. Das erreicht man nicht durch noch mehr Exklusivität oben oder auch unten (-> s.a. Challenge Cup), sondern durch Schaffung von offeneren und durchlässigeren Strukturen, die langfristig auf Chancengleichheit zielen. Das heißt im Resultat, weniger vom Kuchen nach Deutschland, Spanien, Frankreich - mehr davon nach Österreich, Holland, Finnland...

    Dafür, daß es ein gesamteuropäischer Wettbewerb der Landesmeister (man beachte auch mal den Namen...) sein soll, hat die CHL aber derzeit eh schon einen viel zu sehr exklusiven Charakter, wenn man etwa sieht, dass 1/4 aller Teams der Gruppenphase aus nur zwei Ländern kommen - aber andererseits 2/3 der europäischen Landesmeister* gar nicht teilnehmen. Drei von den 15 teilnehmenden Meistern mussten sich dazu noch extra qualifizieren, während sechs Zweit- und zwei Drittplatzierte gesetzt waren, auf Kosten von tatsächlichen Meistern, die wegen dieser "blockierten" Plätze eine Qualifikationsrunde spielen mussten oder noch nicht mal dort mitspielen durften. Daß man dann noch einen Extraplatz freihält für eine Mannschaft, die eventuell noch nicht mal das Qualifikationskriterium "Dritter Platz in der heimischen Liga" erfüllt hat, ist - milde ausgedrückt - unverständlich.

    Das alles trägt nicht dazu bei, das grundlegende Problem des riesigen Leistungsgefälles zu lösen. Und an dieser Lösung sollten übrigens auch HBL und ASOBAL ein Interesse haben. Wenn man immer gewinnt, will nämlich irgendwann keiner mehr mit einem spielen - das mahnende Beispiel dafür ist wie immer die traurige Geschichte des internationalen Feldhandballs.

    * Mindestens 45 EHF-Verbände haben 2011 einen Meister ausgespielt, dazu eventuell Albanien (keine Infos). 15 dieser Meister sind nun in der CHL Gruppenphase vertreten, die übrigen 30 nicht.

    Hereticus: Kann das sein, dass Du das im diesjährigen HM-Sonderheft gelesen hast? Dort stand es nämlich in der Rubrik "100 Dinge zur neuen Saison" an Position 72. Habe mich beim Lesen damals schon gewundert, weil ich diesbezüglich noch nichts offizielles von der EHF gelesen hatte.
    In der HW vom letzten Dienstag steht allerdings im Artikel über die Einführung des neuen European Cups auf Seite 7:

    .


    Stimmt, da war es. Habe beide Hefte am selben Tag gekauft und gelesen und in der HW war noch ein Artikel zur Reform.

    Was Wiederer sagt ist allerdings recht hanebüchen. Natürlich ist das Turnier beliebt - bei der EHF um "aus Versehen" nicht Qualifizierte Cashcows noch reinzudrücken und bei eben jenen Cashcows selbst und deren Fans (dabei nichts gegen die Fans, daß man sich über eine Chance für das eigene Team freut ist nur natürlich). Ob es aber für die Transparenz des Wettbewerbs sinnvoll und aus neutraler Perspektive fair ist (da für den WC-Teilnehmer mindestens ein richtiger Landesmeister einrücken könnte), steht eben auf einem anderen Blatt.

    In der HW von (vor?)letzter Woche stand in einem Nebensatz im Artikel über die EC-Reform, daß das Wild Card Turnier in der nächsten Saison nicht mehr stattfindet. Insofern hat sich die Diskussion dann wohl von alleine erledigt. Für die Bestätigung muß man aber wohl den EHF-Kongreß Ende September abwarten, auf dem der genaue neue EC-Modus ausgekungelt werden soll.

    1975 SV Wedding

    Freundschaft auch!
    Das ist Weding bei Flensburg, heute in TSV Jarplund-Weding bzw. SG Oeverse/J.W., nicht Wedding in Berlin. Leicht zu verwechseln, da viele Jugendmeister aus der Hauptstadt kamen (insb. bei der weiblichen Jugend). TSV Jarplund-Weding entstand 1979 und war später bekanntlich eine Zeitlang (1982-86 u. 87-89) in der Bundesliga Frauen vertreten.

    Da ich mich gerade damit befasst habe und falls es noch jemanden interessiert, hätte ich hier die DM mC-Jugend von 1980 (Erstaustragung) bis 1990. Wann das genau abgeschafft wurde, konnte ich bisher nicht herausfinden, aber ich vermute kurz später oder sogar direkt nach 1990 mit der Integration der Spielbetriebe DHB und DHV. Im Gegensatz zum Erwachsenenbereich wurde in der Jugend schon 90/91 eine gemeinsame Meisterschaft gespielt (sprich Endrunde ausgetragen). Eine DM wC scheint es nicht gegeben zu haben.

    In der DDR gab es in der Altersklasse auch eine Meisterschaft (dort "AK 13/14" bzw. ab 1986 einzeln "AK 13" und "AK 14" genannt), die schon seit 1965 ausgetragen wurde (es gab auch DDR-weite Meisterschaften in der D- und E-Jugend, "AK 11/12", "AK 10", alles für Jungen und Mädchen). Für die ältere C-Jugend gab es zusätzlich ab 1986 sogar einen eigenen DHV-Pokal. Mir fehlen leider jeweils die DDR-Meister 1989 und 1990.

    C-Jugend m. DM DHB / DDR-Meister (bis 85 AK 13/14, dann AK 14)
    1980 Tschft. Riemann Eutin / SC Magdeburg
    1981 VfL Gummersbach / SC Leipzig
    1982 TSV Dutenhofen / SC Dynamo Berlin
    1983 TSV Birkenau / SC Leipzig
    1984 TSV Altenholz / SC Leipzig
    1985 OSC Dortmund ("Thier") / SC Magdeburg
    1986 TV Kornwestheim / SC Dynamo Berlin (Pokal: SG Dynamo A.B. Dresden)
    1987 TG Hochheim a. Main / SC Empor Rostock (Pokal: BSG Wismut Aue)
    1988 OSC 04 Rheinhausen / SC Magdeburg (Pokal: Kalinin-Oberschule Wismar)
    1989 VfL Heppenheim
    1990 TV Hüttenberg
    1991+ nicht bekannt

    Ich habe HIER mal eine "kleine" Gesamtübersicht nach Titelanzahl der einzelnen Vereine erstellt. Berücksichtigt wurden DHB- und DHV-Meisterschaften männlich A-C Jugend und weiblich A- und B-Jugend (wC gab es im DHB nicht). Ganz vorne (Plätze 1-7) nicht überraschend lauter ehemalige DDR-Vereine, weil die sich wegen des Fördersystems praktisch untereinander abwechselten. Außerdem gab es ab den 1970er-Jahren schon DDR-weite Oberligen für die höchsten Altersklassen bei den Jungen und den Mädchen, wodurch die Auswahl an potentiellen Meistern natürlich viel kleiner war als im Endrundensystem im DHB. Bester Westverein ist der OSC Dortmund mit 9 Titeln, alle in der männlichen Jugend.

    Würde man die DDR-Titel herausrechnen und nur DHB-Titel berücksichtigen (wobei es keinen vernünftigen Grund gibt, dies zu tun), landet der SC Magdeburg mit 19 DHB-Titeln immer noch ganz vorne und Empor Rostock wäre mit 9 Titeln gemeinsam mit dem OSC Dortmund auf Rang zwei vor VfL Oldenburg (8 Titel). Zu berücksichtigen ist, daß alle DDR-Titel von 1989 und 1990 fehlen, da mir leider nicht bekannt.

    Bei einem Blick auf die EC-Setzlisten wird mir auch immer bewusst, wie froh ich darüber bin, dass es in der HBL keinen Sponsorennamen im Vereinsnamen geben darf. Wenn ich schon sowas lese wie "Energia L.P. TG Jiu", "Sparkasse Schwaz" oder "Kremer/Hurry up". Scheußlich.
    Wäre es eigentlich einer deutschen Mannschaft erlaubt, ausschließlich für den EC einen Sponsorenzusatz im Namen zu wählen? Oder ist irgendwo klar festgelegt, dass man international unter dem gleichen Namen starten muss wie in der heimischen Liga?

    Klar festgelegt ist das wohl nicht. Die Namen sind jedenfalls nicht immer identisch mit den daheim verwendeten. International startete zum Beispiel HK letztes Jahr unter HK Iceland. Eigentlich heißt der Verein nur HK (resp. ausgeschrieben: Handknattleiksfélag Kópavogs). Ebenso wie "Fram Reykjavik" amtlich nur KF Fram heißt, ohne jeden Zusatz. Oft wird für internationale Spiele der Herkunftsort drangesetzt, der im eigentlichen Vereinsnamen des Öfteren gar nicht vorkommt (häufig in Südosteuropa).

    Merkwürdigerwiese wird das ausgerechnet bei dem EHF-"Hometeam" unterlassen, bei dem ein Ortsfremder immer noch nur raten kann, aus welcher Stadt diese Mannschaft wohl kommen mag. In Österreich ist die Sponsorenamenpest ja auch im Fußball weit verbreitet. Zudem benennt die EHF manche Teams auch gerne mal jährlich anders - ich vermute stark, das kommt in Wien drauf an, wer gerade genau die Listen ins Excel tippt :) "HV Hurry-Up" ist übrigens der Vereinsname, der Sponsorteil ist nur "Kremer" (ein Entsorgungsunternehmen).

    Die Tiernamenseuche bei den deutschen (insb. Frauen-)Mannschaften ist allerdings schon fast genauso fürchterlich, insofern darf man vor der eigenen Türe mit dem Kehren beginnen. Immerhin bieten diese mit ihrem häufigen Brechstangen-Denglisch gelegentlich Anlass zur Erheiterung - so hat sich Bad WIldungen gerade "Sterbt, Vipern" auf Englisch in das Teamlogo geschrieben. Muß man auch erstmal drauf kommen.

    Das denke ich auch. Motor-ZNTU-ZAS wird ebenso auf seinem CWC-Platz bestanden haben, der ihnen als Pokalfinalist zusteht wie Poltava auf dem EHF-Cup-Platz. Dafür daß der Meister (ZTR) keine CL-Zulassung bekommt, können die ja nichts. Welcher Wettbewerb (CWC oder EHF-Cup) am Ende mit dem zusätzlichen Teilnehmer bestückt wird, dürfte wohl auch von der Gesamtmeldesituation abhängen.

    Daß beide aus Saporoschje sind, ist freilich auch kein Zufall, denn Saporoschje ist ja sowas wie die Handballhauptstadt der Ukraine, und genau diese beiden Clubs sind seit Jahrzehnten die Bannerträger des Handballs in der Ukraine. In Sowjetzeiten war die meiste Zeit über ZAS (= heute Motor-ZNTU-ZAS) das Schlachtschiff, seit den achtigern/neunzigern ist es ZTR (früher ZII bzw. SII, je nach Transkription, jedenfalls nicht SIL wie häufig zu lesen ;) ). Außerdem sind das die beiden Pokalfinalisten von 2011 (Ausgang: 20:18 für ZTR).

    Auffällig (und sehr Schade) für alle drei Wettbewerbe ist, daß einige Länder wieder gar keine Teilnehmer melden. Neben den üblichen Absenten aus Albanien und dem Kaukasus fehlen dieses Jahr u.a. Lettland, Finnland und Olympiavize Island(!). Dafür nimmt Malta am CHC teil und Tschechien ist wieder dabei.

    Ach, in der Sportschau kann das ruhig kommen. Da verschwindet eh nur Sendezeit vom Drittliga-Fußball der Herren.

    Na super, grad wo mein Wohnortverein sich in die höheren Sphären durchgegurkt hat und mal im Fernsehen kommen könnte :)
    (Ja, ich guck das lieber in der Sportschau als hier im Stadion - zu alt, zu kalt, zu nass, und vor allem viel zu sehr Karl-Marx-Stadt)

    Zitat

    els
    Schade das die USA es nicht gepackt hat, meine Meinung nach hat es Japan nicht verdient.


    Die Amerikanerinnen waren zwar die ganze Spielzeit über optisch überlegen, aber ich habe so ein bischen den Eindruck gewonnen, die können nur "Brechstange". Bei den Großchancen der ersten Viertelstunde waren - neben mangelnder Übersicht, wie Ms. Rapione sie mindestens zweimal offenbarte, als sie jeweils aus spitzem Winkel schoss anstatt zu einer freistehenden Mitspielerin in die Mitte abzulegen - technische Schwächen beim Abschluß nicht zu übersehen. Ein bischen erinnerten die Amerikanerinnen mich an deutsche Männermannschaften der Vergangenheit: mit Dampf und Kraft nach Vorne, und irgendwann hilft der Liebe Gott mal einen reinzustolpern.

    Zu Ms. Solo bleibt zu sagen, daß sie unbestritten blendend aussieht, aber jedenfalls meiner Meinung nach zumindest gestern ihrem Ruf als einer der Weltbesten nicht gerecht wurde. Der erste Gegentreffer resultierte zwar aus einem Fehler ihrer Vorderfrauen (Stichwort: technische Mängel), aber unhaltbar war der auch nicht. Sie stand erst rum wie ein Ölgötz um dann unmotiviert (bzw. zu spät) in die falsche Richtung zu hechten. Bleibt sie stehen, fängt sie den "mit der Mütze".

    Japan hat sich im Finale clever angestellt, in der ersten Hälfte erst mal den Dampf herauszunehmen, nachdem sie gemerkt hatten, daß die Amerikanerinnen versuchen, sie zu überrennen. Das sah nicht schön aus und wurde ja auch vom Publikum lautstark bemängelt, ist aber taktisch absolut nachvollziehbar. Wenn sie in der Situation mit offenem Visier nach Vorne gestürmt wären, hätten die dann noch frischen Amerikanerinnen sie weiter in Grund und Boden gestürmt und irgendwann liegt dann mal einer im Netz - später ist das ja eingetreten, da fehlte den US-Damen aber schon die Kraft um nachzulegen.

    Was mich bei den Japanerinnen (auch im Viertel- und Halbfinale) beeindruckt hatte, waren der Kampfgeist und die tatsächlich ziemlich feine Technik. Höhepunkt vielleicht des ganzen Turniers (neben dem Handspiel bei Ä.-Guinea vs. Australien) war der absolut spektakuläre Treffer zum 2:2 durch Sawa. Japan hat sich mit einer ähnlichen Taktik - erstmal hinten gut stehen, Tempo rausnehmen, Konter abwarten - durchgesetzt wie Italien 2006 bei den Männern. Da hat auch niemand behauptet, der Titel sei unverdient gewesen, auch wenn andere Mannschaften offensiv spektakulärer agiert haben.

    Ein Schwachpunkt im gesamten Turnier, jedenfalls bei dem was ich gesehen habe, waren die teilweise groben technischen Mängel, besonders beispielhaft hervorgetreten bei dem was Schweden im Halbfinale abgeliefert hat. Eine derartige Fehlpass- und Stoppfehlerorgie habe ich zuletzt in der Bezirksklasse gesehen. Mit wenigen Ausnahmen gilt das leider für fast alle Mannschaften (von denen ich etwas gesehen habe). Positiv dagegen fand ich die Begeisterung und Einsatzfreude und die Tatsache, daß die Zeit der Favoritendurchmärsche inklusive absurder Kantersiege auch bei den Frauen vorbei zu sein scheint, wodurch mehr Spannung einzieht als zuvor und das ist ja die Essenz des Sports. Schließlich kommen die Leute nur ins Stadion, weil sie nicht wissen wie es vorher ausgeht (Zitat Herberger), und das war beim Frauenfußball in den letzten Jahren nicht immer so. Sicher kann sich der Frauenfußball technisch und auch vom "emotionalen Einsatz" des Publikums (sprich: der Bedeutung) her noch nicht mit dem Männerfußball messen, aber für sich betrachtet (also ohne den Vergleich zum Männerfußball) war das einfach ein unterhaltsames Turnier, das ich mit Spaß verfolgt habe, was ich vorher gar nicht so gedacht hatte, was vielleicht auch daran lag, daß unsere Mannschaft diesmal nicht so einfach durchmarschiert ist wie beim letzten Mal. Ohne Gegentor (und mit Ergebnissen wie 11:0) Weltmeister zu werden ist zwar respektabel erfolgreich, aber leider kein bischen spannend.

    Tatran wird in der SEHA-Liga dabei sein. Es gab eine Einigung mit der EHF, ein entsprechendes Schreiben von Herrn Wiederer wurde auf der Clubhomepage veröffentlicht.

    Die Slowakische Liga wird dafür reformiert. Bisher gab es eine Viererrunde (28 Spieltage) und anschließend Play Offs. Nun gibt es eine Vorrunde, Hauptrunde mit oberer und unterer Hälfte und Play Offs.

    Der "Rest" der Liga spielt zunächst eine Vorrunde ohne Tatran (8 Teams = 14 Spieltage) und teilt sich dann in zwei Hälften. Die obere Hälfte, bestehend aus den ersten Vier und Tatran spielt zunächst in einer Doppelrunde (5 Teams = 10 Spieltage = 8 Spiele pro Team) die Ränge 1 bis 5 aus. Hier gibt es vorab Bonuspunkte auf die Platzierung der Vorrunde: 1.Platz=4 P., 2.=3P., 3=2P., 4=1P., Tatran bekommt keine Bonuspunkte.

    Die untere Hälfte spielt in einer Vierfachrunde (4 Teams = 12 Spieltage) die Ränge 6 bis 9 aus. Auch hier gibt es Bonuspunkte auf die Vorrundenplatzierung (5=3P., 6=2P. 7=1P., 8=0P.).

    Platz 9 steigt am Ende ab, die anderen acht spielen dann das KO-Play Off im Best of Three-System (1-8, 2-7 usw.).

    In Bosnien, fall es wen interessiert, wird die nationale Liga auf 14 Mannschaften aufgestockt. Da drei Teams in der SEHA-Liga spielen und Zeljeznicar schon während der letzten Saison rausgeflogen war, werden insgesamt sechs Mannschaften aus den drei zweiten Ligen (Nord, Süd, Rep. Srbska) aufsteigen, der vorgesehen Abstieg (Plätze 10 und 11 der abgeschlossenen Liga) fällt aus. Das Meisterschaftssystem ist noch nicht ganz klar, wahrscheinlich werden die ersten fünf der Liga mit den drei SEHA-Teams KO-Play Offs spielen.

    In Mazedonien wird die Liga ebenfalls aufgestockt, und zwar von zuletzt sieben (eigentlich acht) auf zehn Mannschaften. Dort gab es bislang eine Vierfachrunde und keinerlei Play Off oder Endrunde, was mit der SEHA-Liga aber nicht mehr möglich ist. Metalurg und Vardar spielen in der SEHA-Liga, ergo gibt es fünf Aufsteiger in die nationale "Super Liga", darunter die zweite Mannschaft von Metalurg. Die ersten Vier spielen nach der Doppelrunde zusammen mit mit Metalurg und Vardar in einer Secher-Gruppe um die Meisterschaft. Die letzten sechs spielen ebenfalls in einer Sechser-Gruppe (zwei?) Absteiger aus.