Hier noch ein Bericht zum Spiel. Ich kenne Jerry zwar als Highsporn, aber wenn selbst Volker Krusche so einen Kommentar schreibt will das etwas heißen.
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Hart bestraft
Handball 1. FrauenFRAUEN-REGIONALLIGA: Nettelstedt 25:29 gegen Spitzenreiter
Lübbecke (wib). In Nettelstedt flossen die Tränen. Die Mannschaft zeigte beim 25:29 (15:12) gegen Spitzenreiter PSV Recklinghausen ein starkes Spiel, stand am Ende jedoch mit leeren Händen da und fühlte sich vom Schiedsrichtergespann Aslandag/ Aslandag (VfL Rheinhausen) um ein Erfolgserlebnis betrogen.
Da Sandra Pittlik und Claudia Hucke angeschlagen waren, sprangen Ina Schewtschenko und Ute Horstmann ein. Ute Horstmann stabilisierte mit Bettina Uphoff im Mittelblock die Abwehr. Hinter den beiden lief Torhüterin Kerstin Zillmer zur Hochform auf und wehrte insgesamt 28 Bälle ab. Schewtschenko spielte erstmals nach fast dreimonatige Verletzungspause wieder. Obwohl sie nach ihrem Daumenbruch an der Wurfhand noch gehandicapt war, erzielte sie sechs Treffer und zog vor allem als Anspielerin die Fäden. Der TuS Nettelstedter erarbeitete sich beim 7:4 (14.) erstmals eine Dreitoreführung. Diese kippte in Unterzahl zwar zum 10:11 (23.), doch kamen die kämpferisch starken Gastgeberinnen über 13:11 zurück und führten zur Pause wieder mit drei Treffern. Nach dem Seitenwechsel ging es über 16:14, 18:15 (40.)18:18, 20:18 (46.) und 22:19 bis zum 23:20 in der 50. Minute im gleichen Rhythmus weiter, ehe die nächste Phase des zermürbenden Unterzahlspiels für Nettelstedt folgte und die Gemüter erregte. Mit 18:2 Minuten waren die Zeitstrafen ohnehin einseitig verteilt. Die einzige für die Gäste gab es in der 49. Minute nach einem Foul an Monique Hohmeier. "Jetzt bekomme ich doch wohl auch einen Siebenmeter", sagte die Spielerin und wurde ebenfalls für zwei Minuten auf die Bank geschickt. Das krasse Missverhältnis der Bestrafung zog sich wie ein roter Faden durch das Spiel. Schon lange nicht mehr auf der Bank waren zu diesem Zeitpunkt Tina Kottkamp, die in der 21. Minute die rote Karte gesehen hatte, als sie die Recklinghauser Spielerin Claus beim Tempogegenstoß gestoppt hatte, und Trainer Jerry Meyer. Aus Selbstschutz meldete sich der als impulsiv bekannte TuS Coach nach dder roten Karte beim Kampfgericht ab und ging auf die Tribüne, wohin auch Obmann Heinz Becker verbannt wurde. Jerry Meyer kehrte nach einiger Zeit wieder auf die Bank zurück und sah dann in der 29. Minute wegen Betreten des Spielfeldes selbst die rote Karte, als er eine Auszeit nehmen wollte. Das Betreten des Spielfeldes ist in der engen Nettelstedter Halle nicht zu vermeiden. "Die ständigen Unterzahlsituationen haben uns am Ende natürlich geschwächt", meinte Trainer Jerry Meyer anschließend und sah als Ursache für die Zeitstrafen gegen seine Mannschaft das "unterkühlte Verhältnis" zu den Schiedsrichtern praktisch von ihrem Eintreffen in Nettelstedt an. Aslandag/ Aslandag hatten dem TuS-Coach bereits beim 27:26 gegen Siebengebirge Anfang Dezember die rote Karte gezeigt. Der endgültige Knackpunkt des Spiels folgte in der 54. Minute. Nach dem 23:23 (52.) hatte Ina Schewtschenko noch einmal zum 24:23 vorgelegt. Recklinghausen glich aus.Als Ina Schewtschenko im nächsten Nettelstedter Angriff Lena Antal anspielen wollte und die Kreisläuferin gefoult wurde, ließen die Schiedsrichter die Partie weiter laufen und Recklinghausen konterte zum 24:25. Nettelstedt geriet im Angriff unter Druck und musste schnell abschließend. Der Spitzenreiter nutzte dies, um über Tempogegenstöße dank der Treffer von Reinhart (11/2) und Wolf (8) auf 24:29 davonzuziehen. "Recklinghausens Trainer Anja Plogmaker hat mir gesagt, dass sie sich natürlich über die beiden Punkte freut, aber auch für sie ein fader Beigeschmack bleibt", so Jerry Meyer. Recklinghausen stellt Nettelstedt eine Aufzeichnung des Spiels zur Verfügung, die WHV-Schiedsrichterwart Wolfgang Jamelle mit einem eigenen "Sonderbericht" zur objektiven Beurteilung des Geschehens und der Schiedsrichterleistung dienen soll. Die Unparteiischen kündigten derweil im Spielprotokoll ihrerseits einen Sonderbericht an, weil ihrer Meinung nach Trainer Jerry Meyer das Umfeld provoziert haben soll. Eine Begründung für einen Einspruch gegen die Wertung des Spieles sahen Heinz Becker und Ulli Koch als Verantwortliche des TuS Nettelstedt nicht gegeben . Sie wollen aber erreichen, dass Aslandag/ Aslandag nicht mehr für Spiele des TuS Nettelstedt angesetzt werden.
TuS Nettelstedt: Zillmer, Mahnke; Hohmeier (2), Hucke (1), Schewtschenko (6), Westerhoff, Kottkamp, Antal (2); Pittlik (7/3), Altvater (1), Uphoff (6), U. Horstmann.
Quelle: Neue Westfälische