Ein paar Stunden habe ich mir nun Zeit gelassen um ein Fazit zu ziehen:
Das Sommerloch jedenfalls war dieses Mal gefüllt wie noch nie. Leider geht es für Fanszweier Vereine nach der Pause nicht mit Bundesligahandball weiter. Diese Fans tun mir leid. Sie sind die echten Verlierer des Lizenzierungsverfahren.
Sehr tragisch ist natürlich die Lage beim TuSEM. Ein oder DER Hauptsponsor (2,77 Mio) zahlt keinen Cent der zugesicherten Gelder und kommt somit in finanzielle Probleme. Klaus Schorn schafft es trotzdem den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten und NIE werden Stimmen laut, dass ein Spieler sich beklagt er hätte kein Gehalt gesehen.
Vorwerfen kann man dem TuSEM nicht, dass er schelcht gewirtschaftet hat. Das einzige was man vorwerfen muss, ist, dass man ener dubiosen Firma vertraut hat, dessen Webseite monatelang "umgebaut wird". Gerade bei einer solchen Summe sollte man doch auf Nummer sicher gehen, gerade wenn es um sein Lebenswerk geht.
Die Entscheidungen der HBL waren demnach folgerichtig. Zudem gab es auch noch erhebliche Fristüberschreitungen. Aber das zählte ja nur am Rande.
Mit Herr Schorns Reaktion musste man so rechnen. Ich habe ihn ja in Dortmund erlebt. Ohne Zweifel ist seine Enttäuschung über die HBL groß, aber die große Handballfamilie, die er sich wünscht, und die es sicher auch einmal gab darf im Lizenzierungsverfahren keine Rolle spielen. So wünscht er sich es auch selbst, oder wie soll man den "Befangenheitsantrag" verstehen?
Der Fall Wallau ist natürlich der Oberhammer. Auch als Handballfan eines nichtbetroffenen Vereins fühle ich mich verarscht. Ohne Thiels Schuss ins Blaue würden Wallau vielleicht jetzt mit Bundesliga-Lizenz da stehen.
Ich habe es gestern schon im Chat gesagt, würde ich nicht einige nette Fans (willi, Mini
) mit Wallau in Verbindung bringen, würde der Name Wallau bei mir ausschließlich wütende Reaktionen hervorrufen.
Dennoch wurden der HBL die Lücken des Lizenzierungsverfahren aufgezeigt. Herr Bohmann hätte nach dem Essener Urteil einfach mal die Klappe halten sollen (nicht nur dann), und nicht gleich sagen: "Das Verfahren ist kein Papiertiger". Wenn es keines ist warum entschied das Schiesgericht anders als der Gutachterausschuss? Aber man hat es ja erkannt und Änderungen verabschiedet.
Willstätt und die Füchse erhalten zurecht die Lizenz. Unter diesem Hintergrund sollte man sich vielleicht noch einmal die Beiträge zu Anfang dieses Threads durchführen, in denen Szenarien besprochen wurden, in denen es um Ausschlüsse für Klagen gegen die Lizenzerteilungen der Verine Hamburg und Fredenbaum ging. Mehr sage ich dazu nicht.
Im nächsten Jahr sollte das geregelt sein.
Das Durchgreifen selbst wurde Zeit. Ein Jahr früher hätte es viellecht die richtigeren Vereine getroffen, aber sei es drum. Alle Vereine müssen nun immer die Lizenzentscheidungen aus diesem Jahre als Wegweiser ansehen.
In diesem Sinne hoffe ich im Sinne des Handballs auf eine langweilige Sommerpause 2006.