Nochmal zu Portner:
Es bleibt doch trotz der aktuellen Berichterstattung und SCM-seitiger Freude über die erste Entscheidung (HBL) dabei, dass die Sache erst vorbei sein wird, wenn man weiß, ob es vor's CAS geht und wenn ja, wie dann das CAS die Sachlage einschätzt.
Das HBL-Präsidium hat nun als erster Akteur Stellung bezogen und hebt aufgrund ihrer Einschätzung der Darstellungen mit Blick auf "weit überwiegend wahrscheinlich nicht schuldhaft / absichtlich" die Sanktionen auf.
Nur weil die HBL es so sieht, heißt es ja nicht automatisch, dass die NADA / WADA dieser Einschätzung ebenfalls folgen und es damit im Sande verläuft. Vielleicht folgen sie intern auch sogar der Einschätzung, aber gehen trotzdem vor's CAS um das Gesicht zu wahren und selbst Rechtssicherheit zu haben und künftige Argumente á la "Bei Portner habt ihr doch auch nichts gemacht..." vorzubeugen.
Das ist doch aktuell vielleicht auch eine "politische" Frage.
Rheiner's ursprüngliche Anmerkung als Grundsatzfrage ist nicht so einfach von der Hand zu weisen im Sinne "Was dürfen die NADA/WADA sich in diesem Fall rechtlich erlauben? Ist eine Einstellung ohne CAS-Bewertung aus deren Sicht nach Außen hin vertretbar?".
Ein anderer User schrieb zwischendurch ja auch, dass die Anti-Doping-Agenturen überwiegend auch weitere Schritte einleiten - möglicherweise eben einfach, weil sie die Einzelfälle 'komplett' (mit CAS-Urteil) bestätigt wissen wollen / müssen.
Vergleichbar den ganzen Verfahren um bspw. Smarasson oder Hamburg / BHC: Jeder Akteur muss am Ende aufzeigen können, dass jedes mögliche rechtliche Mittel geprüft und genutzt wurde.
Hier zählt dann vielleicht nicht mal zwingend ein "Sehen wir das auch so?" sondern ein "Wie müssen wir uns absichern?".
Es geht aus Sicht der NADA und WADA da ja um die Absicherung in der Frage für die zukünftigen Fälle: "Diese Argumente XYZ wurden mitgeteilt. Reichen diese aus, um zur Einschätzung "weit überwiegend wahrscheinlich nicht schuldhaft / absichtlich?" zu kommen?"
Bei Portner sind es ja eine Vielzahl von Argumenten als Bündel und die HBL wird wahrscheinlich am ehesten den wissenschaftlichen Aussagen folgen, dass eine Kontamination möglich sein kann und dass die Menge nicht für Leistungssteigerung ausreicht.
Ob es noch vor das CAS geht, wird wahrscheinlich davon abhängen, ob es schon CAS-Urteile aus früheren Fällen gibt, die der NADA und WADA hier gesichtswahrend und rechtssicher erlauben, die wissenschaftliche Bewertung der nicht-gegebenen Leistungssteigerung bei der ermittelten Dosis und eine möglicherweise unbewusste Aufnahme, öffentlich vertretbar zu akzeptieren.