Weibern will's noch einmal wissen
Frauenhandball: TuS möchte sich in den Finals um den Erstliga-Aufstieg gegen Göppingen durchsetzen - Zunächst auswärts
Jetzt sind die Handballerinnen des TuS Weibern in dieser Saison schon so weit gekommen, da wollen sie die Sache auch zu Ende bringen. Und das heißt, sie wollen in den anstehenden Play-off-Finals zumindest sportlich schaffen, worauf sie aus wirtschaftlichen Gründen verzichten: den Aufstieg in die Bundesliga.
WEIBERN. Zwei Spiele trennen die Handballerinnen des TuS Weibern nach einer Kräfte raubenden Saison noch von der Sommerpause. Zwei Mal innerhalb von rund 48 Stunden müssen sie noch einmal auf die Zähne beißen, um sich dann eventuell mit einem großen Erfolgserlebnis in die Zeit bis zur Vorbereitungsphase auf das neue Spieljahr 2006/07 zu verabschieden.
In den beiden Finalspielen der Play-off-Runde zur Handball-Bundesliga trifft Weibern am Donnerstag um 16 Uhr in der Göppinger Hohenstaufenhalle sowie am Samstag um 20 Uhr in der Weiberner Robert-Wolff-Halle auf Frisch Auf Göppingen. Und Trainer Jan Reuland verspricht dem Gegner einen heißen Tanz, auch wenn es für ihn und sein Team sportlich um nichts mehr geht: "Wir werden Frisch Auf nichts schenken, sondern wollen unsere Vormachtstellung in dieser Saison auch in den Finals nochmals untermauern."
Eine Vormachtstellung, die in der regulären Runde mit 47:9-Punkten des TuS gegenüber 42:14-Zählern der Konkurrenten SC Markranstädt (Zweiter) und Göppingen (Dritter) ebenso eindrucksvoll zum Ausdruck kam wie in den beiden direkten Duellen mit den Württembergerinnen. Beim 35:28-Auswärtssieg und 30:26 -Heimerfolg gegen Frisch Auf zeigte der TuS seinem aktuellen Kontrahenten in zwei ebenso rasanten wie attraktiven Spielen die Grenzen auf.
Dabei war Weiberns Finalgegner in der Rückrunde bis zum Spiel am 1. April die Mannschaft der Stunde schlechthin und in der Rückrunde noch ungeschlagen. "Es stimmt, Göppingen liegt uns. Das ist eine tolle Mannschaft, die verdient im Endspiel steht und attraktiven Tempo-Handball vom Feinsten bietet", meint Reuland.
Allerdings muss der Weiberner Trainer, der auch in den beiden Endspielen wegen seiner Sperre auf der Bank von Daniel Müller vertreten wird, auf Torfrau Lisi Herbst verzichten. Die ist bereits zu Spielen und einem Lehrgang mit der österreichischen Nationalmannschaft abgereist. "In Sachen Aufstieg geht es für uns halt um nichts mehr. Deshalb haben wir sie auch zum Lehrgang gelassen. Aber ansonsten wollen wir Göppingen nicht nur gehörig ins Schwitzen bringen, sondern auch beste Mannschaft der Saison bleiben", stellt Jan Reuland klar. (htr)
TuS-Erfolg würde Fragen aufwerfen
Die Verantwortlichen bei der Handball-Bundesliga-Vereinigung Frauen (HBVF) dürften in diesen Tagen den Zweitliga-Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen die Daumen drücken. Schließlich würde ein abschließender Erfolg des TuS Weibern in den Play-off -Finals gegen Göppingen nicht nur den Gegner, sondern auch die HBVF in Verlegenheit bringen. Dann nämlich würde sich die Frage stellen, wer denn nun aufsteigt. Weibern hatte ja schon frühzeitig keine Lizenz für die Erste Liga beantragt: Das Team musste zwar den Statuten zufolge trotzdem an der Play-off-Runde teilnehmen, scheidet aber als Aufsteiger aus. Im Falle eines Finalsieges des TuS steht die HBVF zunächst einmal ohne eine mögliche zwölfte Erstliga -Mannschaft da. Wer dann nämlich aus Liga zwei nachrückt, wurde in den Statuten nicht geregelt. Stattdessen würden zunächst die beiden sportlichen Absteiger PSV Rostock (Tabellenelfter) und SG 09 Kirchhof (Zwölfter) in genau dieser Reihenfolge gefragt werden, ob sie nicht in der Ersten Liga bleiben wollen. Da beide Teams angesichts des früh feststehenden sportlichen Abstiegs personell stark ausgeblutet sind, scheinen deren Ambitionen aufs Oberhaus eher unwahrscheinlich. Was aber kommt dann? Die HBVF müsste den Aufstieg neu zu regeln. Rückt Göppingen dann als Verlierer des Endspiels nach? Oder bestreitet Frisch Auf dann ein respektive zwei weitere Entscheidungsspiele gegen den Verlierer des Finales in der anderen Play-off-Gruppe zwischen der HSG Blomberg-Lippe und dem SC Markranstädt? Fragen, die der HBVF erspart blieben, wenn Göppingen sich gegen Weibern durchsetzt. (htr)
Quelle Rhein-Zeitung
Diesmal soll es klappen!
„Jetzt gilt's“ lautet das Motto bei den Zweitligahandballerinnen von Frisch Auf. Am morgigen Donnerstag wollen die Göppingerinnen um 16.00 Uhr in der Hohenstaufenhalle gegen den TuS Weibern im Finalhinspiel um den Aufstieg in die erste Bundesliga den Grundstein für das Erreichen des großen Ziels gelegt werden.
Über Stimmung und Motivation muss sich FA-Trainer Olaf Schimpf in seinem Kader derzeit wahrlich keine Sorgen machen. „Wir wollen aufsteigen und die gute Leistung in Beyeröhde hat der Stimmung sicher nicht geschadet“, berichtet der Coach über sein Team. Warum sollte es auch anders sein? Mit zwei starken Auftritten gegen den Vizemeister der Nordstaffel haben die Grün-Weißen ihre Ambitionen weiter untermauert und klopfen zum zweiten Mal in Folge in der Finalrunde an die Tür zum Oberhaus. Doch im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als man an der TSG Ketsch scheiterte, soll sich die Pforte in die Eliteklasse dieses Mal auch öffnen.
Dabei haben die Göppingerinnen aber noch einen ganz dicken Brocken aus dem Weg zu räumen, denn es gilt sich gegen den souveränen Meister der Südstaffel zu behaupten. Zunächst gastiert das Team aus der Eifel am Vatertag unter dem Hohenstaufen, nur zwei Tage später, am Samstag, kommt es dann um 20.00 in Weibern zum finalen Showdown um den Aufstieg. Wobei es in diesen Endspielen eine einseitige Zielsetzung gibt. Während Frisch Auf in die 1. Liga will, hat der TuS schon vor Wochen aus finanziellen Gründe auf einen möglichen Aufstieg verzichtet. Somit entsteht eine Situation, die einige Fragen offen lässt. Sicher ist indes die Einstellung mit der die Gäste in die Begegnung gegen Göppingen gehen werden. Trotz des Verzichts will die Mannschaft von TuS-Trainer Jan Reuland beweisen, dass sie sportlich ein würdiger Aufsteiger wäre und dies bekam am vergangenen Wochenende die TSG Wismar deutlich zu spü-ren. Nach einer 24:29-Niederlage im Hinspiel fertigte Weibern das Team von der Ostsee in heimischen Gefilden mit 31:23 regelrecht ab. Somit kommt es nun zum Vergleich des aktuellen gegen den Vorjahresmeister und Olaf Schimpf ist über die Ausgangslage nicht glücklich. „Es ist nicht gut, was Weibern da macht, denn da man nicht aufsteigen will, hat das Team auch keinen Druck und kann unbeschwert aufspielen“, erklärt der FA-Trainer, der darin durchaus einen Vorteil für die Gäste sieht. Doch nicht nur deshalb erwartet die Grün-Weißen eine schwere Aufgabe. „Wir dürfen die Rückraumachse nicht zu leichten Würfen kommen lassen“, analysiert Schimpf den Gegner, der zudem über ein sehr starkes Konterspiel verfügt. Insgesamt ist der kleine aber feine Kader von Jan Reuland sehr ausgeglichen besetzt und nicht umsonst sicherte sich Weibern mit 47:9 Punkten unangefochten die Meisterschaft.
In den beiden Saisonspielen verließen die Göppingerinnen den Platz als Verlierer, doch nun soll der Spieß gedreht werden. „Ich denke jeder weiß, dass wir nochmals zwei Topleistungen bringen müssen und dazu reicht nicht nur Motivation, sondern wir brauchen auch Konzentration“, erklärt Olaf Schimpf. Dabei setzt der Trainer auch wieder auf die Ausgeglichenheit innerhalb seines Teams, die er auch als großen Trumpf seiner Truppe ansieht: „Wir sind nicht von einzelnen Spielerinnen abhängig, bekommen aber auch Probleme, wenn der Spielfluss nicht läuft“. Für diese Momente setzt der Coach dann aber auch auf das Publikum in der Hohenstaufenhalle. „Die Play-off-Stimmung war bisher fantastisch, ich denke aber, dass sich unsere Fans im Angesicht des möglichen Aufstiegs noch mal voll reinhängen werden und das die Hölle Süd bebt“, freut sich Schimpf schon auf den Auftritt seiner Frauen am Vatertag.
Karten an Tageskasse
Natürlich hoffen die Verantwortlichen der Frisch auf Frauen, dass die Aussicht Göppingen mit zwei Bundes-ligisten endgültig zu einer Hochburg auf der deutschen Handballkarte zu machen die Zuschauer mobilisiert. So findet heute weiter der Vorverkauf in der Geschäftsstelle (Tel. 07161/969366) statt, außerdem können nach dem heutigen Bundesligaspiel der Männer gegen Wilhelmshaven in der Hohenstaufenhalle Karten erworben werden. Die Tageskasse ist am Donnertag ab 12.00 Uhr besetzt, die Halle wird dann ab 14.00 Uhr geöffnet.
Aber auch für das Rückspiel am Samstag bieten die Frisch Auf Frauen wieder einen besonderen Service. Für 10 EUR Fahrtkosten zuzüglich der Eintrittskarte wird ein Fanbus angeboten. Die Abfahrt ist am Sams-tag um 14.00 Uhr im Stauferpark. Da das Kartenkontingent begrenzt ist, muss die Teilnahme an der Ge-schäftsstelle angemeldet werden.
Erscheinungstag: 23.05.2006
Von Holger Riegel
Quelle: fa-frauen.de