aus dem Spielbericht von handball-world.com von gestern Abend ...
Diese Begegnung vor ausverkauften Haus hatte wirklich alles. Einen starken TBV, der schnell mit 15:5 führte und einen starken Gast aus Nordhorn, der diesen Rückstand am Ende auf drei Tore einschmolz. Mehr als die Aufholjagd der Gäste beschäftigte nach dem Spiel aber eine Frage die Zuschauer und Journalisten: Gibt es einen Protest des Gastes, denn nicht nur viele der Fans sondern auch die meisten Journalisten hatten ein Tor mehr für die Nordhorner auf der Rechnung. Auf der Rechnung haben nach der Begegnung aber die Lemgoer einen Sieg und die Nordhorner eine Niederlage mehr, zumindest vorübergehend.
Als dieses Tor fiel oder besser gesagt gefallen zu sein schien, schien es keineswegs von der Bedeutung, die es am Ende noch bekam, denn der Treffer von Andreas Larsson wäre das 6:14 gewesen. Larsson selbst meinte nach dem Spiel, daß sein Treffer ein klares Tor gewesen wäre und teilte damit die Meinung des Großteils der Anwesenden. Nicht dieser Meinung waren aber die beiden Zeitnehmer Rainer Laag und Friedel Rethmeier von der HSG Bad Salzuflen, die das Tor nicht notierten und es auch nicht an der Anzeigetafel anzeigen ließen. Hinter der Wertung des Sieges für die Lemgoer steht somit ein Fragezeichen, denn Nordhorn überlegt nach dem Studium des Videomaterials Einspruch gegen die Wertung des Spiels einzulegen.
Dabei hatte es zu dem Zeitpunkt, als sich dieser Treffer nicht ereignete, so ausgesehen, als würde dieser auch keineswegs von Bedeutung für den Ausgang der Begegnung sein. Nur wenige Minuten später hatten sich die Gastgeber beim 15:5 auf zehn Tore abgesetzt und schienen auf sicherem Wege zum elften Sieg im elften Heimspiel. Bis zum 17:7 blieb es bei der deutlichen Führung, die dann aber bis zur Halbzeit auf sechs Tore zum 22:16 schmolz.
Bei den Lemgoern fehlten neben Daniel Stephan auch die grippekranken Christian Ramota und Carlos Lima, zudem machte die gesamte Mannschaft gegen Ende der ersten Halbzeit bereits einen müden Eindruck. Vielleicht war man in der Anfangsphase ein zu hohes Tempo gegangen. In der Halbzeitpause schien der Gastgeber frische Kräfte gesammelt zu haben und setzte sich wieder auf 27:19 ab, bevor die Nordhorner immer besser ins Spiel kamen, auch weil Peter Gentzel sich steigerte und für die Lemgoer nun immer wieder zu einem unüberwindbaren Hindernis wurde. Für Spannung hatte zuvor zumeist lediglich das Privatduell zwischen Vranjes und Zerbe gesorgt, nun sorgte aber das Spiel vermehrt für Unruhe auf der Tribüne. Zehn Minuten vor Spielende waren die Nordhorner auf 31:27 heran und eine Überraschung lag in der Luft. Lemgo agierte routiniert aber keineswegs überzeugend. Die Spieler schienen platt, auch weil außer Binder und Tempelmeier fast keine Entlastung von der Bank eingewechselt wurde.
Am Ende reichte es für die Lemgoer, doch es stellt sich die Frage, wie die Begegnung ausgegangen wäre, wenn sie fünf Minuten länger gedauert hätte oder aber der Treffer von Larsson gezählt worden wäre. Insbesondere den Flensburgern wird das heutige Spiel aber Auftrieb für den Meisterschaftskampf gegeben haben, denn die Nordhorner haben gezeigt, daß die Lemgoer selbst in eigener Halle zu schlagen sind.
TBV Lemgo - HSG Nordhorn 35 : 33 (22:16)
Lemgo:
Baur 8/1, Baumgartner 7, Zerbe 6, Kehrmann 6/1, Schwarzer 4, Binder 4
Nordhorn:
Fog 7, Machulla 6, Jansen 5/1, Filip 4, Glandorf 3, Larsson 3, Vranjes 3, Schumann 2
Zuschauer: 3.763 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Geipel / Helbig
Strafminuten: 4 / 8