Sommersport-Verbände plädieren für Erhalt des Olympia-Programms
Die 28 olympischen Sommersport-Verbände haben kein Interesse an einer Änderung im Wettkampfprogramm der olympischen Sommerspiele. Dies wurde jüngst auf einer Sitzung der internationalen Dachorganisation ASOIF in Genf deutlich, wo sich die 28 Verbände einmütig gegen Streichungen im Programm künftiger Olympischer Spiele ausgesprochen haben.
Wolfgang Philipps (09.06.2005)
Diese solidarische Haltung wurde am Dienstag auf einer Sondersitzung der internationalen Dachorganisation ASOIF in Genf bekräftigt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wollte auf seiner Vollversammlung am 8. Juli in Singapur über Änderungen des Wettkampfprogramms entscheiden, die bei den Olympischen Spielen 2012 wirksam werden könnten. Die IOC-Mitglieder müssen auf der Singapur-Session in geheimer Wahl über jede der 28 Sportarten einzeln abstimmen.
Doch diese Procedere ist den Verbänden wohl nicht geheuer: "Wir waren einmütig der Meinung, daß man das Risiko vermeiden sollte, die erfolgreiche Balance dieses Programms zu sprengen", wurde ASOIF-Präsident Denis Oswald in den internationalen Medien zitiert, der das aktuelle Olympia-Programm mit einem Kartenhaus vergleich: "Du ziehst eine Karte raus - und das ganze Ding kann in sich zusammenfallen."
Ursprünglich sollte im Vier-Jahres-Rhythmus über alle Sportarten neu abgestimmt werden, wobei dann selbst die olympischen Kernsportarten Leichtathletik und Schwimmen zur Disposition gestanden hätte, auch Handball wäre unter normalen Umständen wohl nicht gefährdet, doch für Singapur lägen dann Ränkespiele in der Luft. Allerdings hätte sich jeder betroffene Verband vier Jahre später um eine Neuaufnahme bewerben können.
Die Zahl von 28 Sportarten, 301 Diszplinen und etwa 10500 Aktiven für die Sommerspiele soll angesichts des jetzt schon kaum zu bändigenden Gigantismus erhalten bleiben. Nur wenn für eine Sportart das "Aus" kommt, können sich andere Verbände Hoffnungen auf olympische Weihen machen. Als neue Kandidaten werden vor allem Golf, Rugby, Karate, Squash und Inline-Skating genannt. Zuletzt war nach den Spielen 1936 in Berlin mit Polo, dem Ball- und Mannschaftsspiel der Reiter, eine komplette Sportart aus dem olympischen Programm gestrichen worden.