Beiträge von jfherden

    Naja, ich bin ebenfalls der Meinung, dass man als SR mindestens 16 Jahre alt sein sollte. Nicht dass die jüngeren das nicht bringen würden, aber es gehört eine gewisse geistige Reife und nicht zuletzt gute Kondition zu diesem Job dazu.

    Wie gesagt: Nichts gegen die Leistung, wir brauchen gute Nachwuchsschiedsrichter.
    Aber diese Liste ist meiner Meinung nach das Ergebnis einiger Funktionäre, die ihre SR-Listen "vollbekommen" wollten. Mehr nicht.

    Bei mir war es die folgende Situation: Trainer meckert die ganze Zeit herum, bekommt von mir dann irgendwann die Gelbe Karte. Diese kommentiert er mit: "Die nehm ich dir gleich weg, du Penner!"
    Naja, daraufhin hat er natürlich Rot gesehen. ;)

    So, damit wir das Original nicht aus den Augen verlieren:

    Zitat

    Original von RolfB
    Hallo,
    Folgende Situation. Weiss führt 5 Minuten vor Schluss mit 5 toren. Das Spiel ist für Rot demnach verloren. Der Torwart von Rot erzielt ein Eigentor beim Abwurf welches normalerweise nicht gegeben werden darf. Abwurfwiederholung. Der Schiri jedoch gibt das Tor. (Wer kennt diese Regel schon, ich kannte sie auch nicht)
    Der Trainer von Rot meckert und animiert seine Spieler auf der Bank es gleichzutun. Folge mehrere zwei-Minuten-Strafen und rote Karten. Rot legt aufgrund der "spielentscheidenden Fehlentscheidung" Protest ein. Angeblich ein offensichtlicher Regelverstoss des Schiedsrichters. Chancen für den Protest???
    Grüsse
    rolf

    @HC: Ob nun Aus oder nicht. Im Beispiel ist gesagt, dass er das Eigentor beim Abwurf erzielt. Wenn er den Ball nicht unter Kontrolle gehabt hätte, hätte er keinen Abwurf machen können, oder? Demnach ist dies hier keine Tatsachenfeststellung sondern ein klarer Regelverstoß.

    Dass es im Einzelfall auf die genaue Situation ankommt, ist klar. Und somit ist man auch vor dem SG auf Augenzeugen angewiesen, sonst muss man sich auf die SR verlassen können, die sicherlich zu ihrem Schutz aussagen werden. Also hängt jeder Einspruch von einer großen Portion Glück ab.

    Danke Schmiddy, ich verstehe genauso wie du nur Bahnhof.

    @HC: Wenn die Situation die folgende ist: Tor geht ins Toraus (folglich Abwurf), der Torwart holt den Ball, er rutscht ihm aber aus den Händen und kullert ins Tor, ohne dass er was machen kann. SR gibt Tor, weil das ja mal so in Ordnung war. Da gibt es doch überhaupt nichts zu diskutieren. Da ist auch nichts mit Tatsachenfeststellung, das ist definitiv ein Regelverstoß, da gibts kein hin und her, oder?

    Den Zusammenhang sehe ich leider auch nicht, Friggi. Hab mittlerweile verstanden, dass du nicht die Unterschrift nach sondern vor dem Spiel meinst. Aber wie Schmiddy verstehe ich nicht den Zusammenhang mit dem Regelverstoß. Denn die Unterschrift hat er vor dem Regelverstoß geleistet, außerdem kann es nicht sein, dass Trainer für Regelverstöße von SR zur Verantwortung gezogen werden.

    Zitat

    Original von Friggi
    Aber zu dem ursprünglich genannten Fall gibt es noch ne andere Schlussfolgerung:
    der Trainer unterschreibt doch auf dem Spielberichtsbogen , hätte er vorher einen Blick drüber geworfen, hätte er es bemerken müssen !
    Also liegt die schuld beim Trainer, nicht beim Schiedsrichter ! :baeh:

    Naja, die Trainer unterschreiben die Spielberichtsbögen nur zur Kenntnisnahme. Das hat nichts mit "Schuldeingeständnissen" zu tun oder so was in der Art.
    Die Schuld des Regelverstoßes liegt bei den SR, keine Frage. Sicherlich ist ein solcher Regelverstoß kein Freibrief zum Meckern, allerdings bleibt nach wie vor die Frage offen, was mit dem Einspruch wäre, wenn das Spiel unentschieden oder mit einem Tor für Rot verloren gegangen wäre.
    Da sehe ich für den Einspruch durchaus Erfolgsaussichten. Oder wie seht ihr das?

    Und wenn das Spiel mit einem Tor für Rot verloren geht? Oder gar unentschieden?

    Sicherlich waren die Strafen berechtigt. Aber der Ursprung des "Ausflippens" war ja nun mal eine Regelwidrigkeit. Wäre die nicht geschehen, hätte sich niemand aufgeregt.

    Naja, die Entscheidung, ob ein Spiel wiederholt wird, wird nicht an den nachfolgenden Strafen (oder wie stark ein Mannschaft mit und in Folge des Regelverstoßes benachteiligt wird) entschieden, sondern ob der Regelverstoß spielentscheidend war, also ob das regelwidrige Geben des Tores das Spiel hätte entscheiden können.
    Das ist in diesem Fall meiner Meinung nach deutlich zu verneinen, wenn der Spielstand jedoch enger steht, dann kann es schon sein, dass der Protest zieht. Im Endeffekt ist es schon entscheidend, wie das Spiel im Endeffekt ausgegangen ist.

    Auch wenn das Spiel mit 5 Toren 5 Min vor Schluss noch nicht entschieden sein muss, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Rot die Tore in deutlicher Unterzahl (div 2-Min und Dq) aufholt.
    Wobei bei der Bewertung die zusätzlichen Hinausstellungen mit berücksichtigt wären. Wenn das Tor nicht gegeben worden wäre, hätten die Spieler nicht reklamiert und keine Strafe erhalten. Somit wäre der Vorsprung von 5 Toren mit voller Spieleranzahl durchaus zu schaffen gewesen.

    Also muss ich meine Meinung von vorhin etwas korrigieren. Wenn davon ausgegangen wird, dass Rot in voller Mannschaftsstärke den Vorsprung hätte aufholen können, müsste der Einspruch durchkommen. Wenn das Spiel Tabellenerster (Weiß) gegen Tabellenletzter (Rot) war, dann ist dies nicht ohne weiteres vorauszusetzen. Aber wenn die Mannschaften gleich stark sind, bin ich der Meinung, dass der Einspruch durchkommen müsste.

    Zwar ist die Entscheidung auf Tor regelwidrig gewesen, das wird (je nach Klasse) auch Konsequenzen für die SR haben. Ich denke eher, dass der Einspruch keinen Erfolg haben wird.

    In der Situation gebe ich dir Recht. Nur ist die Fußabwehr kein Foul, sondern eine Unsportlichkeit. Sicherlich beides Regelwidrigkeiten. Aber bei den Unsportlichkeiten kannst du sehr wohl zwischen normalen und groben Unsportlichkeiten unterscheiden. Und da meine ich auch nach der Situation urteilen zu können, und in einer spielentscheidenden Szene bin ich der Meinung ist die Aktion unsportlicher als am Anfang des Spiels.
    Bei einer Unsportlichkeit kannst du ja nicht danach beurteilen, wie "hart" sie war. Da musst du im Gegensatz zum Foul andere Maßstäbe ansetzen.

    Mal abgesehen davon, dass es in den letzten Sekunden keinen Unterschied macht, ob nun 2-Min oder Rot, sehe ich durchaus Unterschiede, ob es in der zweiten Minute oder 10 Sekunden vor Schluss ist.
    Denn wenn der Spieler kurz vor Schluss den Ball nur noch mit regelwidrigen Mitteln aufhalten kann, dann ist das klar unsportlich. Und somit progressiv zu bestrafen.
    Wenn jedoch diese Regelwidrigkeit spielentscheidend ist, dann ist das in meinen Augen grob Unsportlich, zumal es das Endspiel war.

    Dass wir grundsätzlich nach den Regeln her gleich entscheiden sollen ist ja richtig. Nur ist ein regelwidriger (!) Eingriff, der ein Endspiel hätte entscheiden können, meiner Meinung nach nicht mehr normal unsportlich. Diesen spielentscheidenden Charakter hat die Regelwidrigkeit in der zweiten Spielminute sicherlich nicht. Und somit ist es für mich auch nicht grob unsportlich, sondern nur normal unsportlich.

    Will damit sagen, dass die Situation für mich auch mit 2-Min erledigt wäre (auch 10 Sek vor Ende), wenn diese Regelwidrigkeit nicht spielentscheidend wäre, sprich bei einem Spielstand von 26:23 oder so.

    Zitat

    Original von kleener312
    das mit der klaren Torgelegenheit ist wirklich ein Problem. Was, wenn der Aussen quasi an der "eckfahne" steht? Da auf wirklich klare Torgelegenheit zu tippen wäre weit hergeholt. Nur wo fängt der Winkel für eine klare Torgelegenheit von aussen an??

    Naja, die Erläuterung 8a sagt eindeutig aus, dass der Spieler unter Ball- und Körperkontrolle am gegnerischen 6-m-Kreis stehen muss, um eine klar Torchance zu erhalten. Es geht dabei um die Chance, ein Tor erzielen zu können. Was er daraus macht, ist seine Sache, aber in diesem Zusammenhang hat er (laut Regeln) eine klare Torgelegenheit. Unabhängig vom Winkel zum Tor. Daher für mich in beiden Fällen 7-m!
    Bei der Bestrafung des absichtlichen Fußspiels muss man sicherlich die Situation betrachten. Dass es eine Unsportlichkeit nach Erläuterung 5h ist, da sind wir uns doch alle einig, oder nicht? Demnach muss es eine Bestrafung mit Progression geben. Auch wenn noch kein Wiederholungsfall aufgetreten ist.

    Zitat

    Original von Schmiddy
    Moin Moin :hi:
    Um euch vielleicht noch auf andere Gedanken zu bringen, hier ein neues Beispiel:
    Mannschaft A ist im Angriff und spielt den Ball durch. A 3 spielt jetzt zu A 5, der einen Aufsetzerpass zu den völlig freistehenden A 7 auf Aussen spielen will. Abwehrspieler B 3 kann den Aufsetzerpass gerade noch durch ein absichtliches Fußspiel verhindern.

    Hier wäre A 7 also auch frei zum Torwurf gekommen. Würdet ihr da Rot geben wegen grob unsportlichen Verhaltens und 7-m wegen einer "klaren Torgelegenheit".:pillepalle: :/:

    7-m auf jeden Fall, denn durch die Regelwidrigkeit wurde eine klare Torgelegenheit (Erläuterung 8c) vereitelt, auch wenn A7 noch nicht im Ballbesitz war.

    Über die Rote Karte kann man diskutieren, wie man will. Unsportlich ist es auf jeden Fall. Auch ist es sicher von der Situation abhängig, ob das Vergehen als unsportlich oder grob unsportlich eingestuft wird.
    Wenn durch die Unsportlichkeit versucht wird, ein Spiel zu entscheiden (1. Situation), dann ist dies meiner Meinung nach grob unsportlich.
    Das Vergehen in der 2. Situation ist sicherlich nur unsportlich. Demnach Progressionsreihe, mit Tendenz zur 2-Min-Strafe.

    Das stimmt schon. Nur bin ich der Meinung dass jeder der Beteiligten wissen sollte, warum was wie gepfiffen wird. Und dazu gehört nun mal sicherlich die Kenntnis der Regeln. Auch dass Zuschauer die Regeln nicht so genau kennen brauchen wie Trainer/Spieler ist klar, und die müssen die Regeln auch nicht so genau wissen wie die Schiedsrichter. Aber man sollte einigermaßen auf dem Laufenden sein, was Regeln anbelangen.
    Auch wenn das ein wenig Aufwand bedeutet.

    Mal ganz abgesehen davon, ob man Schiedsrichter, Spieler, Trainer oder auch "nur" Zuschauer ist: Jeder sollte die Handballregeln beherrschen.
    Damit meine ich ausdrücklich nicht die Rechtschreibung der Regeln, sondern in erster Linie deren Anwendung!
    Nur wenn alle Beteiligten die gleiche Sprache sprechen (in Bezug auf die Regeln), kann es zu einem reibungslosen Ablauf kommen. Wie oft ist es so,dass Spieler, Trainer oder Zuschauer aus Unwissenheit rummeckern.
    Und was meiner Meinung nach noch sehr wichtig ist: Regelmäßiges Auffrischen der Regel ist Pflicht!
    Ich kenne einige älteren SR, die anscheinend noch Vorkriegsregeln gelernt haben. Die pfeifen heute noch in der Kreisliga SR-Ball! So etwas darf nicht sein! Aber genauso habe ich in einem Spiel vor kurzem einen Zuschauer brüllen gehört: "Mensch du Pfeife, das muss doch Hochball geben!" Sicherlich kann man das als SR abhaken und sagen: Lass ihn doch reden. Aber wenn die Bereitschaft seitens der Nicht-SR nicht da ist, sich in die Situation der SR hineinzuversetzen (dazu gehört auch die Regelnkenntnis).

    Noch eine Sache zu deiner Aussage mit dem verlorenen Spiel, Anika.
    Zähl einfach mal spaßeshalber, wie viele persönliche Fehler du (bzw. auch andere Spieler) in einem Spiel machst. Sei es als Torwart sichere Bälle durchzulassen oder als Rechtsaußen im Tempogegen den Ball drei Meter übers Tor zu donnern. Und dann zähl mal die Fehler eines SR im Spiel zusammen (wie gesagt: Eines SR, denn wenn du beide zusammenrechnest, dann müsstest du auf der anderen Seite die Fehler einer Mannschaft auch zusammenrechnen und dagegenhalten). Bei wem kommst du auf das höhere Ergebnis?

    Noch eins: Im Normalfall sind SR-Entscheidungen nicht spielendscheidend. Auch wenn einige Trainer für ihre Niederlagen gern die SR verantwortlich machen. Wenn diese eine SR-Entscheidung spielentscheidend war, warum waren es dann drei oder vier vergebene 100%ige Torchancen nicht?

    Im Endeffekt ist es Inkonsequenz, denn die Progressionsreihe sieht für darauffolgende Vergehen die nächsthöhere Strafe vor. Also wenn schon mal 2-Min gegeben wurden, kann es nur mit der 2. Hinausstellung weitergehen.
    Wie Schmiddy schon gesagt hat, ist das sollte nur für Situationen gedacht, in denen dem SR die Übersicht abhanden gekommen ist und schützt eben genau vor Einsprüchen.
    Also schließe ich mich allen an, die gesagt haben, dass dieser SR-Fehler kein Einspruchsgrund ist.

    : )

    Naja gut, dann ist die Situation ne andere. Ich hatte sie so verstanden, dass er euch beide nicht gesehen hat. Dann hätt ich das auch verstanden als SR. Aber wie du schon gesagt hast: Es ist gelaufen.

    Ich denke, was Todde auch schon gesagt hat, dass wir uns hier auf eine Sache einigen können:
    Es kommt stark auf die Wort- und Tonwahl an, ob und wie bestraft wird. Sicherlich müssen wir auch ab und zu mal weghören. Allerdings sind Beleidigungen beim Sport völlig fehl am Platze...

    Sicherlich macht die Wortwahl aus, wie und ob bestraft wird. Aber Genauso macht der Ton die Musik. Je lauter und energischer die Aussagen, desto eher kommt die Bestrafung, so denke ich.
    Ich kenne genug Spieler, die meinen dass sie die Besten sind (jede Möglichkeit nur irgendwie möglich vergeben) aber jeden anderen anmachen. Und je länger das Spiel dauert, desto lauter werden sie.
    Bei diesen Spielern habe ich nach 20 Minuten keine Geduld mehr.
    Grundsätzlich gebe ich Andre recht, dass sich die Spieler so gegenseitig anspornen, aber die Grenze zum Beleidigen ist fließend.

    Also klar muss man die Situationen sehr differenziert betrachten. Allerdings sollte man ein feines Gespür dafür haben, wie sich (wie Andre es formuliert hat) die Atmosphere entwickelt. Und man sollte nicht von vornherein bei Unterhaltungen zwischen Mitspielern weghören.

    Und noch eins zu jhl: Ich denke der SR hat die Situation völlig falsch verstanden, oder stand er nicht mit dem Rücken zu euch? Und wie interpretierst du eine solche Äußerung, wenn du nicht wusstest, dass es gut gemeint war? Ich denke nicht, dass du das in ruhigem Ton zu eurem Torwart gesagt hast, sondern wahrscheinlich etwas lauter. Die Situation ist sicherlich unglücklich für dich gewesen, aber ich kann auch den SR verstehen, dass er so entschieden hat. Denn schließlich hättest du das auch anders sagen können oder? Etwas moderater?