Von Sachlichkeit muss unser lieber mhs gerade reden.
Insbesondere dein obiger Beitrag zeugt davon, dass du den Sinn des Wortes Sachlichkeit nicht verstanden hast.
Aber gut, werden wir sachlich: Es gibt Regeln, die uns den Rahmen unseres Handelns vorgeben. Diese Regeln geben uns in gewissen Dingen Spielräume, in anderen nicht. Um genau zu werden: Wenn die Regeln keine klaren Wortlaut haben, oder nicht alle Fälle abdecken, dann (aber auch nur dann) haben wir einen Ermessensspielraum.
Wenn wir beim Beispiel bleiben, um das es solche Diskussionen gegeben hat: Die Regeln unterscheiden zwischen Beschimpfen (unsportliches Verhalten lt. Erläuterung 5c) und Beleidigen (grob unsportliches Verhalten lt. Erläuterung 6a). Wenn man davon ausgeht, dass Beleidigen eine Beschimpfung mit einem dem Gegenüber persönlich angreifenden Anteil ist, ist eine Beleidigung die Steigerung der Beschimpfung. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sobald eine Aussage nicht beleidigend ist, sie eine Beschimpfung ist. Das soll deutlich machen, dass dort keine Lücke zwischen den beiden Definitionen ist.
Demnach ist eine Aussage entweder eine Beschimpfung oder eine Beleidigung, dazwischen gibt es nichts. Also auch kein Ermessensspielraum.
So, nun müssen wir nur noch prüfen, ob die entsprechende Aussage beleidigend war oder nicht. Dass es oft Aussagen gibt, die zwar nicht explizit beleidigend sind, habe ich nie bestritten (sprich auch, dass nicht deine überragende Erfahrung mir die Erleuchtung gebracht hat, davon habe schon vor deinem Beispiel geschrieben). Aussagen wie "Du Witzfigur" sind auch nur indirekt beleidigend.
Aber jetzt kommt der Knackpunkt: Eine Aussage: "Gib mir doch die Rote Karte, mein Spieler hatte an der Situation keine Schuld" ist nicht beleidigend. Weder direkt, noch indirekt. Auch eine Anzweiflung der Authorität, insofern, dass derjenige uns eine Entscheidung vorschreiben will, ist an den Haaren herbeigezogen.
Und somit muss auch eine Begründung der Roten Karte an den Haaren herbeigezogen sein. Denn einen Ermessensspielraum gibt es hier nicht. Die Aussage ist allenfalls eine Beschimpfung, und damit progressiv zu bestrafen, da "nur" normal unsportlich.
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Nur noch etwas zum Thema "alt" und "jung". Es hat nichts damit zu tun, dass hier irgendwer keinen Respekt vor Erfahrung hat. Im Gegenteil: Erfahrung kann in etlichen Situationen wichtig sein, um Entscheidungen richtig zu treffen.
Es ist auch nicht so, dass hier nicht auf andere Argumente eingegangen wird. Das ist absoluter Quatsch. Vielleicht solltest du dir die Argumente nochmal genau durchlesen, dann siehst du es vielleicht selbst ein.
Außerdem berechtigt Erfahrung (sei noch soviel davon vorhanden) nicht dazu, sich einfach über definite Regel-Sachverhalte hinweg zu setzen. Erst die Aussage, dass man einen Ermessensspielraum hat, wo nach den Regeln keiner existiert, führt zu der Aussage "arrogant". Das Wort "arrogant" ist im Übrigen erst gefallen, nachdem anderen (u.a. mir, wenn ich das nicht falsch verstanden habe) vorgeworfen wurde, dass sie sich "(sehr verkrampft) an den Buchstaben des Gesetzes fest"halten und dass sich jemand dazu bekannt hat, sich in solchen Situationen (wo SR und Offizielle/Spieler aneinander geraten) auf einen Machtkampf zwischen sich und dem Gegenüber einzulassen.
Wer sich über solche Machtkämpfe profilieren muss und seine Authorität so erhalten muss, der kann noch so viel Erfahrung haben, der ist nicht arrogant, sondern einfach nur zu bemitleiden. Denn er hat den Sinn des SR-Jobs nicht verstanden.