Beiträge von jfherden

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    Original von Zbombe
    Bei Situation 1 muss MINDESTENS einmal gepiffen werden, es darf auch 2 mal sein.


    2x ist in den Regeln für den Torpfiff vorgesehen.

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    Original von Zbombe
    Bei Situation 2 muss MINDESTENS zweimal gepiffen werden, es darf auch 3 mal sein.


    Und 3x für den TO-Pfiff.

    Hm,
    entweder ich bin noch zu müde, oder ich finde in den Regeln keine Aussage dazu, wie oft man bei einem FW pfeifen muss. Regel 13:1 spricht nur von "unterbrechen des Spiels". Spontan würde ich sagen: 1 Pfiff für den FW. Da das Spiel dann schon unterbrochen ist, brauche ich nach den Regeln keine weiteren Pfiffe, kann also so die gelbe Karte geben.

    Für das Tor pfeife ich zweimal, da das so in Regel 9:1 so vorgeschrieben ist. Damit ist das Spiel ebenfalls unterbrochen, ich kann die gelbe Karte geben.

    Daher für mich die Antworten:
    Fall 1: 1 Pfiff
    Fall 2: 2 Pfiffe

    Sorry, dass ich den alten Thread nochmal hochkrame, aber mir fehlte darin einfach noch die Antwort auf diese Frage:

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    Original von Lasse
    Diese Formulierung hatte ich auch in Erinnerung, habe sie aber in den Regeln nicht mehr gefunden. Hast du da zufällig eine Regel, bzw. Erläuterung parat?


    Zu finden ist das in der Regel 7:12

    Aber abpfeifen würde ich es auch nicht ;)

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    Original von Oberleutnant
    Ich schaue mir auch gelegentlich ein Handballspiel an und ich halte mich für regelkundig. Ergo haben Zuschauer nicht prinzipiell unrecht wenn sie etwas hinein rufen.


    Das habe ich nicht behauptet. Es gibt unter den Zuschauern genügend, die die Regeln kennen und trotzdem meckern. Dennoch gebe ich nicht viel auf das, was während des Spiels gemeckert und gepöbelt wird.

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    Original von schirilensahn1990
    In letzer Zeit habe ich das Gefühl, dass das gemeckere immer schlimmer wird.


    Das glaube ich weniger. Mal wird mehr gemeckert, mal weniger. Eine Tendenz kann ich nicht erkennen.

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    Original von Keith
    Eine Begründung für eine Hinausstellung wäre doch gerade Erläuterung 5:3 :

    5:3
    a) Wenn der Spieler bei einer Entscheidung gegen seine Mannschaft den Ball nicht sofort fallen lässt oder niederlegt, ebenso, wenn er den Ball wegstößt;


    Nicht nur den Wortlaut lesen, sondern auch versuchen in den Zusammenhang bringen ;)
    Wann ist es denn unsportlich, den Ball wegzuwerfen? Doch nicht, wenn die Zeit eh angehalten ist und es "nur" ein Spielerwechsel ist.

    Ich persönlich pfeife in der Mehrzahl der 7-m sowieso Time-Out. Hintergrund ist der, dass solch eine kleine Auszeit allen Beteiligten mal die Möglichkeit gibt, durchzuatmen und wieder "runterzukommen". Gerade in hektischen Spielen entzerrt das den Spielbetrieb ganz erheblich.

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    Original von Hoertie

    da sind die begründungen für die unsportlichkeit, in diesem von mir konstruierten fall, spielverzögerung kurz vor dem ende wäre die begründung... aber wie gesagt da könnte ich mir eine hinausstellungvorstellen, ob ich sie geben würde kann ch dir nicht sagen... denn einfach ein TO geben ist auch nicht 100% regelkonform ;)

    Hmm, ich finde die Erläuterung 2 eigentlich eindeutig:

    Zitat


    Das bei 7-m-Entscheidungen früher verbindliche Time-out wurde gestrichen. Entsprechend den obigen Grundsätzen liegt es jedoch in einigen Situationen im Ermessen der Schiedsrichter auf Time-out zu entscheiden, etwa wenn eine der Mannschaften die Ausführung deutlich verzögert, z.B. durch Auswechseln des Torwarts oder des Werfers.


    D.h.: Wenn der Spieler/TW wechseln will, sollte eh TO gegeben werden. Dann kann sich der Spieler/TW durch das Mitnehmen des Balls auch keinen Vorteil verschaffen.
    Auch bei einer 7m-Situation kurz vor Ende des Spiels sollte aus Gründen der Zeitschinderei (wodurch auch immer) fast immer TO gegeben werden.

    Wer meint, hier eine Unsportlichkeit erkennen zu können, der sollte sich in aller Ruhe nochmal die Erläuterung 5 durchlesen und einen handfesten Grund für eine Hinausstellung geben. Danke ;)

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    Original von sunny-1
    (Warum du diesen alten Thread wieder ausgräbst weis ich nicht , aber bitte, dann die Antwort.)


    Warum nicht? ?( Ich dachte, Meinungsaustausch wäre dir wichtig, wenn man deine Antworten zu dem Thema liest. Und sooo alt ist der Thread nun auch wieder nicht, ich war nur lange nicht online.

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    Original von sunny-1
    Ich höre mir mit Sicherheit nicht alle Kommentare an. Ich bekommen aber mit, ob gelegentlich ein Ruf erfolgt, oder ob das rufen und Zetern immer mehr wird.Und dann mache ich mir einfach mal Gedanken.


    Meine Erfahrung zeigt mir, dass die Zuschauer, die am Anfang des Spiels noch lammfromm auf der Tribüne saßen, immer lauter werden, je spannender und enger das Spiel am Ende wird. Wir hatten neulich ein Spiel, da tobten die Zuschauer am Ende des Spiels, weil es absolut gleichwertig zuging und jeder versucht, was in seinem Sinne zu "drehen". Das Spiel ging letztlich Unentschieden aus.

    Um alles, was die Zuschauer da sagen, verstehen zu müssen, hätte ich die ganze Zeit an der Tribüne stehen müssen, dann kann ich aber kein Spiel leiten. Wenn du ein Teil deiner Konzentration dazu verwendest, drauf zu achten, was die Zuschauer sagen, hast du m.E. nach nicht genug Konzentration auf das Spiel verwendet.

    Abgesehen vom emotionalen Empfinden der Zuschauer und der versuchten Einflussnahme (wie das schon angesprochene "versuchen kann man's ja mal") ist es auch eine Frage des Standpunktes: Wie will ein Zuschauer oben auf der Tribüne besser gesehen haben, ob es Kreis war als du, der 3 Meter daneben steht. Klar kann es vorkommen, dass du aus deinem Blickwinkel etwas nicht sehen kannst, der Zuschauer aber durchaus. Das hat aber nichts mit "schlechtem Pfeifen" zu tun, sondern mit dem "schicksalhaften" Problem, dass man als SR nicht alles sehen kann.

    Zitat

    Original von sunny-1
    Dann wirst du wohl selten über Dinge diskutieren, die dein vielleicht schlechtes Pfeifen betreffen. Das liegt einfach daran das die, welche mit dir sprechen möchten, im Regelfall emotional sehr belastet sind und deshalb keinen ruhigen Ton finden.


    Wenn mir jemand etwas sagen will, dann habe ich nach dem Spiel ein offenes Ohr dafür, höre mir an, was er besser gemacht hätte. Entweder ich kann ihm erzählen, wie die Regeln dazu sind oder ich diskutiere es wie angesprochen mit meinem Partner aus. Wenn jemand nicht in der Lage ist, mich ruhig und gelassen anzusprechen (es ist letztlich nur ein Spiel), der wird für sich auch nicht in Anspruch nehmen können, sich emotionslos über kritische Situationen eine Meinung bilden zu können.
    Sprich: Wenn es jemand nicht schafft, mich ruhig nach dem Spiel anzusprechen, dann wirds nicht "so schlimm" gewesen sein.

    Zitat

    Original von sunny-1
    Das was du da beschreibst, kommt aber eigentlich eher nach dem Pareto Prinzip. Die wenigen Regelkundigen in der Zuschauermenge bringen die große Masse dazu, Ihnen nachzueifern.


    Das funktioniert beim Handball nicht, dafür ist dieser Sport zu schnell. Wenn die Regelunkundigen "Kreis" schreien würden, obwohl der Ball schon wieder im TG ist, dann wäre das erst recht unglaubwürdig. Nein, so einfach ist es nicht.
    Das läuft anders ab: Ein Zuschauer sieht, dass da ein Spieler "gefährlich nahe" am Kreis ist und brüllt sofort "Kreis - Schiri, der war im Kreis", um den SR zu beeinflussen, für "seine" Mannschaft zu pfeifen.

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    Original von sunny-1
    Stell dich mal in eine Halle und probiere das mal aus. Du wirst überrascht sein.


    Ich stand schon oft genug in der Halle, sowohl als Spieler als auch als Zuschauer als auch als SR, um dies beurteilen zu können.

    Und verharmlosen will ich nichts. Ich sage nur, dass emotional getriebene Äußerungen während des Spiels nur sehr sehr schwach zu werten sind. Wenn es tatsächlich eine kritische Sache ist, dann kann man da nach dem Spiel ohne Probleme drüber diskutieren. Dabei kann natürlich auch rauskommen, dass ein Fehler passiert ist. Daraus kann man lernen, es sagt aber nichts über "grundsätzlich schlecht gepfiffen" aus.
    Wenn du bei meinen Spielen dir alles das, was die Zuschauer brüllen, "anziehen" wollen würdest, dann würdest du dich hinterher deprimiert ins Klo einschließen wollen. Abgesehen davon, dass du ein Spiel nicht mehr vernünftig leiten kannst, wenn du den Zuschauern zuhören willst.

    Wie gesagt: Gegen klar und ruhig formulierte Anregungen nach dem Spiel habe ich nichts, im Gegenteil: Das kann einen sogar weiterbringen. Auf aus einem hitzigen Spiel heraus gebrüllte subjektive Sichtweisen, die über bis zu 50 Meter genau gesehen haben wollen, was passiert ist, gebe ich nicht einen Deut.

    Zitat

    Original von BigLuke
    und eben versucht, den ball nicht zu verlieren.


    Genau das ist ja Haupterkennungsmerkmal des passiven Spiels. Ich kann es mir gerade nicht wirklich bildlich vorstellen, aber wenn zwei Spieler 10 Sekunden den Ball hin und her spielen, ohne Druck zu machen, dann hab ich als SR doch irgendwann keine andere Wahl. Es ist doch ein reines "Ball halten", damit möglichst bald die 2Min rum sind. Und genau das soll mit dem passiven Spiel vermieden werden. M.E. nach zu Recht in dem von dir geschilderten Fall.
    Ob nach 2 Sekunden der Abpfiff schon kommen sollte, darüber kann man sicherlich trefflich streiten. Insbesondere bei nur noch 2 Spielern halte ich es für zu knapp.

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    Original von sunny-1
    Aber Sie sind dennoch ein Indikator dafür, dass vielleicht etwas nicht gestimmt hat.


    Wenn du die Zeit hast, dir alle Zuschauerkommentare anzuhören, dann hast du als SR irgendwas falsch gemacht.

    Wenn mir jemand etwas in normalem Ton ins Gesicht sagt und somit höchstwahrscheinlich auch ernst meint, dann denke ich durchaus drüber nach und diskutiere es auf der Rückfahrt mit meinem Gespannspartner genauso aus wie Situationen, die uns selbst aufgefallen sind. Reflektion ist wichtig, aber wenn Zuschauer irgendwas irgendwie von der Tribüne brüllen, höre ich das schon längst nicht mehr.

    Meine Erfahrung zeigt, dass die Regelkenntnis der Zuschauer mit wachsenden Fähigkeiten der Mannschaften abnimmt. Sprich: In der untersten Liga stehen 10 Mann auf der Tribüne und melden sich zu Wort, die meist selbst Spieler, Trainer oder SR sind. Da sind nur wenige Unkundige dabei. Die meckern dafür auch meist nur sporadisch.
    In höheren Ligen sind dafür mehr Zuschauer, die nicht mal ansatzweise Ahnung von Regeln haben. Die brüllen dafür umso mehr und umso lauter.

    Oft ist es aber auch so, dass - wie der Zickenbändiger es schon schrieb - vieles emotional und subjektiv gefärbt ist. Weil eben nicht sein kann, was sein darf.

    Und das ist auch oft bei Spielern oder Trainern zu finden. Da wird reklamiert, gemosert gemeckert. Damit kann ich recht gut umgehen, meist reichen drei Worte um zu erläutern, was man gesehen hat oder warum man es nicht gesehen haben kann, dann ist Ruhe. Ich selbst bin da kein "besserer" Spieler. Wichtig ist, dass solche Dinge auf einem sportlichen Niveau ablaufen und eben keine Beleidigungen beinhalten. Da ist für mich persönlich Schluss. Das mache ich als Spieler nicht und lasse es mir als SR auch nicht gefallen. Beleidigungen gehören nicht in den Sport.

    Aber letztlich halte ich es wie Ellob: Würde keiner meckern, würde das Pfeifen langweilig werden ;)

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    Original von Hoertie
    richtlinien zur Bestrafung im Bezirk ...


    Wenn Spieler B Spieler A von hinten am Fuß trifft, will ich den Spieler A sehen, der nicht die Körperkontrolle verliert.

    Tempogegenstöße sind ein äußerst heikles Thema. In den meisten Fällen konzentriert sich der laufende Spieler ausschließlich auf das, was vor ihm liegt, das ist meist nur noch der Torwart. Alles was hinter ihm liegt, blendet er - zu Recht - aus.

    Wenn also nun ein Gegenspieler hinterherläuft, hat er eine erhöhte Sorgfaltspflicht gegenüber dem Tempogegenstoßläufer, denn er hat es in der Hand was mit seinem Gegenspieler passiert. Ist er fair, sieht er ein, wenn er verloren hat.

    Da Tempogegenstöße i.d.R. mit äußerst hohem Tempo gelaufen werden, ist auch die Verletzungsgefahr des Läufers äußerst hoch. Von daher bewerte ich jede Attacke, mit der der Tempogegenstoßläufer nicht rechnen konnte oder musste (i.d.R. von hinten oder von der Seite) als gesundheitsgefährdenden Angriff und damit einer roten Karte.
    Ausnahme ist dabei der äußerst seltene Fall, dass der Gegenspieler auf- bzw. überholt und bei gleichem Tempo eine vergleichsweise faire Attacke startet, bei der der Tempogegenstoßläufer auch die Möglichkeit hatte, dies wahrzunehmen.

    Das klingt zwar im ersten Moment hart, ist aber - übertrieben gesagt - eine Lebensversicherung für die Spieler, die sich trauen, einen TG zu laufen. Die Gesundheit der Spieler zu schützen ist - insbesondere bei Tempogegenstößen - eine wichtige Aufgabe der Schiedsrichter.

    Ein recht häufig beobachtetes Verhalten ist das "Auftrampeln" des Gegenspielers knapp hinter dem TG-Spieler, um ihn zu irritieren. Das ist unsportliches Verhalten und wird von mir regelmäßig mit 2 Minuten quittiert.

    Wir können vielerlei Situationen kreiren, das kann bis ins Extrem hinein gehen, dass beide (Angreifer sowie TW) duschen gehen können (im Idealfall natürlich nicht zusammen ;)) Beide nach Regel 8:5d.
    Im vorliegenden Fall hätte "Heinz" mit Rot gehen müssen. Ich unterstelle keinem Kollegen Schiebung, aber hier vermute ich (da er "Heinz" ja anscheinend persönlich gut kennt, sonst hätte er ihn nicht vor der gegnerischen Mannschaft gerechtfertigt - was ein SR sowieso nieeee tun sollte, also immer schön sachlich bleiben), dass er "Heinz" (und seiner Mannschaft) die schlimmere Strafe "Rot" ersparen wollte und hat in die Regel 8:5d einen Spielraum reininterpretiert, der dort so nicht steht.

    Dany: Pässe werden bei uns schon seit Jahren nicht mehr eingezogen. Wie in Lasses Signatur richtig steht: "Andere Verbände, andere Sitten". Ich meine, was soll es auch bringen. Gesperrt ist er, da passt die Spielleitende Stelle schon auf.

    Thorsten: Mit Verlaub: "Mannschaftsintern" ist auf dem Spielfeld GAR NIX. Wenn er ihn in der Umkleide während der Pause beleidigt, soll mir das egal sein. Aber nicht auf dem Spielfeld. So viel Intelligenz sollte ein Spieler schon haben. Beleidigungen gehören einfach in den Handball, allgemein nicht in den Sport. Eine Beleidigung kann das ganze Spiel kaputt machen.

    gratfireball: So eine Situation, wie du sie beschrieben hast, habe ich auch schon erlebt. Wobei der Spieler mich beleidigt hat. Ein weiterer Spieler, der daneben stand, sagte: "Der hat doch mich gemeint", während ein dritter (der die Aussage des zweiten nicht gehört hat) sagte: "Der hat doch gar nichts gesagt". So haben sich mehrere seiner Mitspieler gegenseitig widersprochen.
    Zur Geschichte des (angeblichen) Beisitzers im Sportgericht: Leute, die so etwas von sich behaupten, sind es meistens gar nicht. Erzählen können die Leute viel, wenn der Tag lang ist. Diejenigen, die wirklich im Sportgericht sitzen, die gehen da wesentlich emotionsloser ran und versuchen auch nicht, irgendwen zu bedrängen. Lass sie doch einfach labern.

    Zitat


    Wenn sich ein ballbesitzender Spieler mit dem Fuß oder beiden Füßen außerhalb der Spielfläche bewegt (während der Ball sich noch innerhalb befindet), z.B. um einen Abwehrspieler zu umlaufen, ist auf Freiwurf für die andere Mannschaft zu entscheiden (13:1a).


    Regel 7:10

    Freiwurf, nur wenn er sich durch das Durchlaufen des Aus einen Vorteil verschafft. Ansonsten bleibt es straffrei.

    Zu den konkreten Fällen:
    Im ersten Fall müsste der Spieler wissen, wo er steht, daher würde ich hier auf Freiwurf für den Gegner entscheiden.

    Im zweiten Fall (sofern das Dribbeln sich auf ein paar cm erstreckt) würde ich es straffrei ausgehen lassen, sofern sich der Spieler keinen Vorteil verschafft (Gegen- oder Mitspieler umlaufen etc.)

    Zitat

    Original von TLpz
    Hat ja auch keiner behauptet! Man beachte den Unterschied zwischen "Abwehraktion" und "Abwehrsituation".


    Lass die Goldwaage mal in deiner Tasche. Dass es auch in solchen Situationen zum Ausschluss kommen kann, ist klar. Dass ein direkter (gezielter!) Schlag ins Gesicht ein Ausschluss ist, ist völlig logisch und klar. Wie Lasse es schon gesagt hat, ist dies eindeutig keine Abwehraktion.
    Jetzt kommen wir aber zum eigentlichen Problem des Ausschlusses (jedenfalls derjenigen, die ich miterleben "durfte" genauso wie die von Trapp geschilderte Situation:

    Zitat


    er schlug seinem Gegenspieler bei einem Tempogegenstoß mit der Hand/Faus7 (weiß ich nicht mehr genau) ins Gesicht


    Je schneller die Situation (Handball ist nun mal ein schneller Sport), desto schwieriger die Unterscheidung zwischen absichtlicher Aktion und "Abwehraktion". Oder anders formuliert: Versuch mal absichtlich und gezielt einen im vollen Lauf befindlichen Spieler direkt ins Gesicht zu schlagen.
    Ein wegschubsen kann schon wieder als Abwehrversuch gewertet werden. Ein Bein stellen ist nach Regel 8:5 grob unsportlich und damit "nur" Rot.
    Insofern ist es ziemlich schwierig, in einer Abwehrsituation (und damit meine ich keine 6:6 Abwehrsituation, aber ich denke, das hast du schon verstanden) eine Aktion gegen den Spieler zu starten, den man zweifelsfrei als "nicht Abwehrversuch" (auch nicht unachtsam oder übertrieben) werten kann. Also: Im Zweifel für den Täter und dann eben Rot.

    PS: Wenn man es gaaaaaanz eng an den Regeln beurteilen wollte, dann wäre jede Aktion im Zuge eines TG ein Abwehrversuch. Es sei denn (als Ausnahme davon), er wollte nur den Gegenspieler schädigen. Wenn man bejaht, dass der "Täter" nicht wollte, dass der Angreifer ein Tor wirft, ist es eben schon ein Abwehrversuch. Auch wenn er dummdreist und brutal war.

    Zitat

    Original von Trapp
    Einspruch wurde auch angeündigkt, mit der Begründung " bei der Entscheidung bzgl. des Ausschluß von Spieler XY handelt es sich um eine krasse Fehlentschiedung".


    Ich gehe mal davon aus, dass nur die Ankündigung des Einspruchs (mehr ist es ja auf dem Spielberichtsbogen nicht) so komisch formuliert wurde, der Einspruch ist (hoffentlich) besser formuliert.
    Daher die Frage: Wie muss man förmlich korrekt einen Einspruch ankündigen? Reicht das oben geschriebene?

    Nebenbei mal die Regel 8:7 zitiert:

    Zitat


    Eine Tätlichkeit ist im Sinne dieser Regel ein besonders starker und absichtlicher Angriff auf den Körper einer anderen Person (Spieler, Schiedsrichter, Zeitnehmer/Sekretär, Mannschaftsoffizieller, Delegierter, Zuschauer, usw.) definiert, also nicht nur eine Reflexhandlung oder das Ergebnis unachtsamer und übertriebener Methoden beim Abwehrversuch. Anspucken ist, sofern das Opfer getroffen wird, eindeutig eine Tätlichkeit.


    Ohne jetzt die Situation weiter zu kennen, würde ich spontan sagen: Fehlentscheidung, Einspruch korrekt.

    Ziehen solche Fehlentscheidungen eigentlich auch Konsequenzen für die SR nach sich? Ohne es irgendwem unterstellen zu wollen: Mit zwei Wochen automatischer Sperre kann man in unteren Klassen schon einiges erreichen. Dann ist halt der Star (wenn er sich dummerweise mal etwas "schlimmeres" erlaubt) der Mannschaft eben automatisch für zwei Wochen gesperrt. Vielleicht muss ja die Mannschaft dann genau gegen den Lieblingsverein des SR antreten, der falsch bestraft hat.
    Gut: Hoffen wir alle, dass alle SR gut sind und niemand so etwas wagen würde. Aber dennoch ist die Frage: Wieso gibt jemand einen Ausschluss mitten in einer Abwehrsituation. Das muss doch jeder SR wissen, dass das nicht geht?!?!? Insofern denke ich, sind Disziplinarmaßnahmen gegen den SR nicht wirklich abwegig, oder?
    Und wehe, es kommt jetzt jemand mit "Wir haben doch sowieso schon zuwenig SR".

    Zitat

    Handballregeln vom 01.08.1997
    18:15 Die schwarze Spielkleidung ist den Schiedsrichtern vorbehalten.


    Diese Regelung verbot sowohl Mannschaften, schwarz zu tragen als auch den Schiedsrichtern farbige Trikots zu verwenden.
    Ich erinnere mich noch an 1998, als es tierisch schwer war, an farbige Trikots heranzukommen, die gab es damals "nur" als Fußball-SR-Trikots (wo es damals schon erlaubt war).

    Die Regelung wurde (quasi wie so oft als Fußball-Nachzügler) 2001 aufgeweicht, um beiden Seiten gerecht zu werden. Viele SR-Kollegen haben gesagt: Wow, solche bunten Trikots will ich auch haben. Mannschaften wollten mit schwarz auflaufen.

    Und nebenbei: Vorrang heißt: Im Zweifelsfall hat der, der den Vorrang hat, Recht. Ist im Verkehr so, überall anders auch:

    Zitat


    Der Gesetzesvorrang besagt, dass staatliches Handeln nicht gegen höherrangiges Recht verstoßen darf. Sollte es doch zu einem Verstoß kommen, so ist der staatliche Akt rechtswidrig.


    Übertragen auf den Handball heißt das, dass wenn der SR schwarz anhat, dass die Mannschaft dann eben kein schwarz tragen darf.

    Zitat

    Original von Handball-SR
    hier handelt es sich um ein an die dhb-sr gerichtetes, persönliches anschreiben vom dhb-lehrwart. wie kann sowas überhaupt in andere hände kommen ? meines wissens erfolgte auch keine veröffentlichung auf der dhb-hp, oder ähnlichen seiten.


    Sind wir nicht alle DHB-SR? Auf meinem Ausweis prangt zumindest (auch wenn noch das alte) das DHB-Logo.
    Außerdem ist die Anrede sehr allgemein gehalten (Liebe Kollegen), also können (und sollten) sich alle Kollegen das ganze zu Herzen nehmen.

    Zitat

    Original von Handball-SR
    meines wissens erfolgte auch keine veröffentlichung auf der dhb-hp, oder ähnlichen seiten.


    Sorry, aber da bist du wohl falsch informiert. Zumal Theo im Beitrag direkt vor deinem die Veröffentlichung auf der DHB-HP gezeigt hat.

    Die Regeln (hier die 8:7) sagen es klar aus:
    "Eine Tätlichkeit ist im Sinne dieser Regel ein besonders starker und absichtlicher Angriff auf den Körper einer anderen Person (Spieler, Schiedsrichter, Zeitnehmer/Sekretär, Mannschaftsoffizieller, Delegierter, Zuschauer, usw.) definiert, also nicht nur eine Reflexhandlung oder das Ergebnis unachtsamer und übertriebener Methoden beim Abwehrversuch."
    Dabei kommt es weniger auf die Situation an (ob ballbezogen oder nicht), sondern eher auf die Aktion des Spielers. Wenn mir ein Spieler mit Ball entgegenläuft und ich ihm direkt ins Gesicht schlage, ist das vielleicht eine ballbezogene Situation, aber die Aktion war ganz deutlich eine Tätlichkeit. Also ein Ausschluss.
    Wenn ich jemanden im 1:1-Kampf zu Boden ringe oder ihm in diesem Zusammenhang ins Gesicht schlage, ist es keine Tätlichkeit mehr. Kann aber dennoch als Rote Karte (Revanchefoul=Grobe Unsportlichkeit) geahndet werden.
    Und die kann m.W. sehr wohl eine Sperre nach sich ziehen. Da kann dir aber sicher Schwaniwolli weiterhelfen.