Zitat
Original von sunny-1
(Warum du diesen alten Thread wieder ausgräbst weis ich nicht , aber bitte, dann die Antwort.)
Warum nicht?
Ich dachte, Meinungsaustausch wäre dir wichtig, wenn man deine Antworten zu dem Thema liest. Und sooo alt ist der Thread nun auch wieder nicht, ich war nur lange nicht online.
Zitat
Original von sunny-1
Ich höre mir mit Sicherheit nicht alle Kommentare an. Ich bekommen aber mit, ob gelegentlich ein Ruf erfolgt, oder ob das rufen und Zetern immer mehr wird.Und dann mache ich mir einfach mal Gedanken.
Meine Erfahrung zeigt mir, dass die Zuschauer, die am Anfang des Spiels noch lammfromm auf der Tribüne saßen, immer lauter werden, je spannender und enger das Spiel am Ende wird. Wir hatten neulich ein Spiel, da tobten die Zuschauer am Ende des Spiels, weil es absolut gleichwertig zuging und jeder versucht, was in seinem Sinne zu "drehen". Das Spiel ging letztlich Unentschieden aus.
Um alles, was die Zuschauer da sagen, verstehen zu müssen, hätte ich die ganze Zeit an der Tribüne stehen müssen, dann kann ich aber kein Spiel leiten. Wenn du ein Teil deiner Konzentration dazu verwendest, drauf zu achten, was die Zuschauer sagen, hast du m.E. nach nicht genug Konzentration auf das Spiel verwendet.
Abgesehen vom emotionalen Empfinden der Zuschauer und der versuchten Einflussnahme (wie das schon angesprochene "versuchen kann man's ja mal") ist es auch eine Frage des Standpunktes: Wie will ein Zuschauer oben auf der Tribüne besser gesehen haben, ob es Kreis war als du, der 3 Meter daneben steht. Klar kann es vorkommen, dass du aus deinem Blickwinkel etwas nicht sehen kannst, der Zuschauer aber durchaus. Das hat aber nichts mit "schlechtem Pfeifen" zu tun, sondern mit dem "schicksalhaften" Problem, dass man als SR nicht alles sehen kann.
Zitat
Original von sunny-1
Dann wirst du wohl selten über Dinge diskutieren, die dein vielleicht schlechtes Pfeifen betreffen. Das liegt einfach daran das die, welche mit dir sprechen möchten, im Regelfall emotional sehr belastet sind und deshalb keinen ruhigen Ton finden.
Wenn mir jemand etwas sagen will, dann habe ich nach dem Spiel ein offenes Ohr dafür, höre mir an, was er besser gemacht hätte. Entweder ich kann ihm erzählen, wie die Regeln dazu sind oder ich diskutiere es wie angesprochen mit meinem Partner aus. Wenn jemand nicht in der Lage ist, mich ruhig und gelassen anzusprechen (es ist letztlich nur ein Spiel), der wird für sich auch nicht in Anspruch nehmen können, sich emotionslos über kritische Situationen eine Meinung bilden zu können.
Sprich: Wenn es jemand nicht schafft, mich ruhig nach dem Spiel anzusprechen, dann wirds nicht "so schlimm" gewesen sein.
Zitat
Original von sunny-1
Das was du da beschreibst, kommt aber eigentlich eher nach dem Pareto Prinzip. Die wenigen Regelkundigen in der Zuschauermenge bringen die große Masse dazu, Ihnen nachzueifern.
Das funktioniert beim Handball nicht, dafür ist dieser Sport zu schnell. Wenn die Regelunkundigen "Kreis" schreien würden, obwohl der Ball schon wieder im TG ist, dann wäre das erst recht unglaubwürdig. Nein, so einfach ist es nicht.
Das läuft anders ab: Ein Zuschauer sieht, dass da ein Spieler "gefährlich nahe" am Kreis ist und brüllt sofort "Kreis - Schiri, der war im Kreis", um den SR zu beeinflussen, für "seine" Mannschaft zu pfeifen.
Zitat
Original von sunny-1
Stell dich mal in eine Halle und probiere das mal aus. Du wirst überrascht sein.
Ich stand schon oft genug in der Halle, sowohl als Spieler als auch als Zuschauer als auch als SR, um dies beurteilen zu können.
Und verharmlosen will ich nichts. Ich sage nur, dass emotional getriebene Äußerungen während des Spiels nur sehr sehr schwach zu werten sind. Wenn es tatsächlich eine kritische Sache ist, dann kann man da nach dem Spiel ohne Probleme drüber diskutieren. Dabei kann natürlich auch rauskommen, dass ein Fehler passiert ist. Daraus kann man lernen, es sagt aber nichts über "grundsätzlich schlecht gepfiffen" aus.
Wenn du bei meinen Spielen dir alles das, was die Zuschauer brüllen, "anziehen" wollen würdest, dann würdest du dich hinterher deprimiert ins Klo einschließen wollen. Abgesehen davon, dass du ein Spiel nicht mehr vernünftig leiten kannst, wenn du den Zuschauern zuhören willst.
Wie gesagt: Gegen klar und ruhig formulierte Anregungen nach dem Spiel habe ich nichts, im Gegenteil: Das kann einen sogar weiterbringen. Auf aus einem hitzigen Spiel heraus gebrüllte subjektive Sichtweisen, die über bis zu 50 Meter genau gesehen haben wollen, was passiert ist, gebe ich nicht einen Deut.