Unterhaltung auch abseits des Spielfelds
Petkovic im Zwist mit Stemberg
Beim dramatischen 25:25-Unentschieden zwischen der HSG Nordhorn und Frisch Auf Göppingen boten nicht nur die Spieler auf dem Feld gute Handball-Unterhaltung. Die Offiziellen hatten alle Hände voll zu tun.
Velimir Petkovic und der DHB-Männerspielwart Uwe Stemberg sind am Freitagabend im Nordhorner Euregium nicht die dicksten Freunde geworden - obwohl sich beide nicht selten ziemlich nahe gekommen sind. Der Trainer des Handball-Bundesligisten Frisch Auf Göppingen lieferte sich abseits des Spielfeldes mit dem gebürtigen Neuenhauser, der in der Partie der Göppinger bei der HSG Nordhorn die Spielleitung innehatte, eine kleine Privatfehde. Diese änderte zwar nichts am dramatischen Spielverlauf mit einem am Ende für beide Mannschaften gerechten 25:25-Unentschieden, brachte aber eine weitere Note in das für 3050 Zuschauer in der Halle überaus unterhaltsame Bundesligaspiel.
In der 25. Minute lieferten sich Petkovic und Stemberg erstmals ein eifriges Wortduell; der FA-Trainer hatte fälschlicherweise angenommen, dass ein Göppinger Treffer nicht notiert wurde. "Ich habe mich vertan und deshalb entschuldigt", sagte Petkovic. In der zweiten Halbzeit, als die HSG Nordhorn Tor um Tor aufholte, rieb sich der Handballtrainer weiter eifrig mit den Offiziellen, wütete und schimpfte am Spielfeldrand. Die Nordhorner Verantwortlichen auf der anderen Seite des Zeitnehmertischs blieben ziemlich gelassen. Als sich Coach Ola Lindgren aber doch einmal lauthals über eine zweifelhafte Schiedsrichterentscheidung ärgerte, verwarneten ihn die Schiedsrichter prompt.
Diese gelbe Karte passte ein bisschen zu demEindruck, den die HSG-Verantwortlichen vor allem in der Schlussphase der Partie von den Referees hatten. "Sie haben Göppingen am Ende etwas geholfen", meinte Kreisläufer Rastko Stojkovic. Seine Argumentation: Während er ständig am Trikot gezerrt wurde und Maik Machulla bei einem Wurfversuch regelwidrig gestört wurde, pfiffen Hagen Becker und Axel Hack bei den Nordhorner Abwehrbemühungen kleinlicher. Daniel Kubes war einer der Leidtragenden: Er sah in der 56. Minute wegen der dritten zeitstrafe die rote Karte - und fehlten der HSG beim Versuch, die mittlerweile hart erkämpfte Führung zu verteidigen. Die Göppinger warf drei schnelle Tore, und Nordhorn musste am Ende wieder froh sein, noch das Remis erreicht zu haben. Entsprechend fiel das Urteil von Stojkovic aus: "Wie das Spiel gelaufen ist, haben wir einen Punkt gewonnen."
von Holger Wilkens