ABSCHIED VON STEVE IRWIN
"Mein Daddy war mein Held"
Ein Chor in Khaki, Videobotschaften von Hollywoodstars und Millionen TV-Zuschauer: Australien hat Abschied genommen von dem tödlich verunglückten Tierfilmer Steve Irwin. Der charismatische Naturschützer hat schon eine Nachfolgerin gefunden - sie ist acht Jahre alt.
Beerwah - Mehr als 5000 Fans von Steve Irwin durchlebten im Zoo von Beerwah eine einstündige Achterbahn der Gefühle, als dessen Familie, Freunde und Prominente an den beliebten Draufgänger erinnerten, der Anfang des Monats beim Tauchen von einem Stachelrochen erstochen wurde.
Für den wohl ergreifendsten Moment sorgte Irwins Tochter Bindi, die ihrem toten Vater versprach, in seine Fußstapfen zu treten. "Mein Daddy war mein Held", sagte sie. "Wir haben zusammen gefilmt, haben zusammen Krokodile gefangen, sind so gerne zusammen im Busch gewesen. Ich will, dass Daddys Leidenschaft nie zu Ende geht, ich will bedrohten Wildtieren genauso helfen, wie er es getan hat."
Für Lacher sorgten hingegen kurze Video-Einspielungen, die Irwin bei seinen Abenteuern und bei Stürzen aus Bäumen und Booten zeigten. Stars wie Russell Crowe, Cameron Diaz, Kevin Costner und Justin Timberlake meldeten sich per Videobotschaft zu Wort. "Wir haben alle einen Freund, einen Champion verloren", sagte Russel Crowe aus New York. Hollywood-Star Diaz erklärte, die USA seien verrückt nach Irwin gewesen. "Jedes Kind liebte die Vorstellung, so sein zu können wie er." Auch Premierminister John Howard sagte, Australien habe einen bemerkenswerten Mann verloren.
"Trauert nicht um Steve, er hat Frieden gefunden", sagte sein Vater Bob Irwin, "aber bitte trauert um die Tiere, denn sie haben ihren besten Freund verloren, den sie jemals hatten, genau wie ich".
Ein Chor, ganz wie oft Irwin in Khaki gekleidet, sang zusammen mit dem populären Folksänger John Williamson Irwins Lieblingslied "True Blue". Die Gedenkfeier wurde live im australischen Fernsehen übertragen und soll Schätzungen zufolge weltweit rund 300 Millionen Zuschauer gefunden haben.
Irwin war über die Grenzen Australiens hinaus mit Fernsehsendungen bekannt geworden, in denen er ohne Scheu mit wilden Tieren umging. Er hinterlässt seine Frau Terri, Tochter Bindi und den zweijährigen Sohn Robert. Terri Irwin hatte sich für die öffentliche Gedenkfeier im "Crocoseum", dem Herzstück des von Irwins "Australia Zoo" entschieden. Den Vorschlag, die Feier wegen der großen Anteilnahme und des immensen Interesses in das Football-Stadtion von Brisbane zu verlegen, hatte sie abgelehnt.