Zitat
Original von nadiner
Hmm, na was denn dann? Die Diskussion hatten wir glaube ich schon einmal...
Hesse, Schalker und Socceroo.
@ Snuffi
Es ist nur eine Frage des Standpunktes, wer die Fundamentalopposition betreibt. Die SPD wird ihr Programm versuchen einzubringen und die CDU das ihrige. Und da die Linien einigermaßen voneinander entfernt verlaufen, wird die jeweils andere Seite immer mit diesem Vorwurf überschüttet werden. Der eine denkt, daß die Studiengebühren abgeschafft gehören, der andere will sie beibehalten. Der eine will Gesamtschulen (schickt seine Kinder aber selbst auf Privatschulen), der andere eben nicht. Der eine 12 Jahre bis zum Abi, der andere nicht.
Im Kern geht es ja schon immer um die Sache, und die ist nun mal mit einer Partei verknüpft. Von daher geht es also auch immer um sich...
Ich habe mich zugegebenermaßen noch gar nicht damit beschäftigt, was denn nun passiert, wenn die einen nicht können und die anderen ohne Mehrheit im Amt bleiben (aber ich denke, da bin ich nicht alleine). Wenn es auf Stillstand hinausläuft, dann dürfte der Wähler schon ein Einsehen haben, daß Neuwahlen eine stabile Regierung bringen müssen. Aber natürlich spielt auch da wieder die Parteitaktik eine Rolle. Ruft die CDU sie aus, weil sie die SPD als demoliert genug ansieht, um selbst wieder mit einem blauen Auge ins Amt gewählt zu werden? Das wäre wohl eher wahrscheinlich, als daß die SPD einen zweiten Anlauf nimmt, bekennt sich zur Linken-Option und hofft, daß ihr ihre Stammwähler nicht von der Stange springen?
Ich glaube, ohne eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der "Linken" wird das Fünfparteiensystem dauerhaft bleiben, wobei es natürlich immer schwer ist, die Wähler einer - zumindest im Westen - rein auf Populismus fixierten Partei wieder abspenstig zu machen. Hätte mal einer der etablierten Parteien ein Mitglied in den Landtag wählen lassen, der nach der Wiedereinführung der Stasi schreit - das Geschrei wäre riesengroß gewesen. Der Linken sieht ihr Wähler so was nach - die anderen haben es ja nicht besser verdient. Da nutzt es auch nichts, die Dame postwendend aus der Fraktion auszuschließen - sie hat diese Gesinnung ja nicht seit heute erst.
Wie hier in Hessen kann die Linke auch fünfzehn Mehlsäcke aufstellen. Da geht es nicht um irgendwelche Positionen, sondern darum, es den anderen zu zeigen. Oskar und Gregor helfen uns schon. Solange man speziell den Flaschengeist Lafontaine nicht wieder ins die Flasche stopft und den Stöpsel oben drauf setzt, wird sich an der derzeitigen Lage nichts ändern.
Ich habe auch meine Zweifel, ob es der CDU damit gedient ist, immer weiter nach links zu rutschen und die SPD an der Linken aufzureiben. Ein wenig mehr Unterstützung - gerade bei einer Großen Koalition - wäre da sicher angebracht.