Beiträge von Gottfried

    Nein, das liegt einfach daran, daß bei höherem Einkommen eine höhere Progression greift und bei Senkung der Grundfreibeträge - nur durch Beseitigung der kalten Progression - der "Besserverdienende" in der Progression wieder heruntergleitet und so eine höhere steuerliche Entlastung erfährt.

    Nichts desto trotz zahlt der Zahnarzt, wenn wir bei dieser plakativen Darstellung bleiben wolle, immer noch mehr Steuern als die Arbeiterfamilie. Vorher und nachher. Blablabla, 10% zahlen 90% der Steuern und so.

    Guido meinte bestimmt seine steuerfreie Abgeordnetenpauschale, aber die hat mit der Zahnarztrealität auch nichts zu tun.

    Mit der Realität hat auch nichts zu tun, daß jeder Besserverdienende ein Steuersparmodell mit sich herumtragen würde. Auch wenn es in den politischen Diskussionssendungen immer wieder so plakativ und dick aufgetragen wird.

    Im übrigen erhält ein Großteil der Personen, die auf ihrer Lohnabrechnung das Kindergeld hinzugerechnet bekommen, eine Menge steuerfreie Zuschläge, die Otto Normalverdiener nicht kennt.

    Wenn Du das nicht verstehst, dann verstehst Du vielleicht auch Deine Lohnabrechnung nicht. Oder Deine Steuererklärung.

    Diese Pauschalierung von Bankern, Managern, Politikern ist dumm. Richtig. Das "Verteilen von Steuergeschenken an die Besserverdienenden" ist aber mal wirklich ein knallharter Fakt. Sagt zumindest der Oskar bei der Anne immer wieder. Das muß ja stimmen. Und daß der Spitzensteuersatz beim Facharbeiter beginnt, ist auch nicht wahr.

    Steuerberater - das ist alle vier Jahre so - wählen übrigens SPD. Das sichert die Arbeit.

    Zitat

    Original von Felix0711
    Was Schalke mit Mohammed am Hut hat, hab ich noch nie wirklich verstanden. Zumal das "war" in Verbindung mit dem "versteht" auch kein gutes Deutsch ist. Aber sei's drum...

    Diesen Zusammenhang findest Du auch hier.

    Was ist eigentlich mit dem Lied "C A F F E E, trink nicht so viel Kaffee...."? Das haben wir noch in der Schule gesungen. Oder dem Spiel "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann"? Gibts das heute auch nicht mehr - abgeschafft von der Doppelnamenarmada in den Lehrplancombos?

    Zitat

    Original von Felix0711
    "angfristigen politischen Aktionen"

    Meintest Du "Langfristig" oder "arglistig"? ;)

    Ich kann mich erinern, mir selbst einmal eingeredet zu haben, daß eine große Koalition eigentlich alle Macht und alles Sitzfleisch der Republik haben sollte, große Reformen anzuschieben. Wirklich große.

    Es ist leider nicht so gekommen, so nimmt es der Wähler wahr. In der Parteidiktion hört es sich aber anders an. Massive Änderungen und Einschnitte habe es gegeben, verlautet es dort.

    Nun denn. Die Rente war unter Blüm nicht sicher, sie ist es unter Scholz nicht geworden. Sie wird zu einem Drittel aus Steuermitteln aufgefüttert, Tendenz steigend. Man (Schröder) hat einen Demographiefaktor eingeführt. Merkelrot hat ihn ausgesetzt. Man hat gegen jede wirtschaftliche Vernunft in 2009 die Renten erhöht. Man hat die Rente mit 67 beschlossen, wohl beraten darüber, daß die Rente bei den erwarteten Einnahmen und unveränderten Steuerzuschuß und RV-Beitrag eigentlich ab 2030 erst ab 75 gelten müsse.

    [URL=http://www.spiegel.de/politik/deutsc…,640493,00.html]SPD sackt auf 20% und darunter.[/URL]

    Die Erosion der fast ehemaligen Volkspartei geht munter voran.
    Nun kenne ich das Innenleben des typischen ehemaligen SPD-Wählers nicht wirklich, aber ich wundere mich schon, daß so eine Dienstwagenaffäre die SPD weitere drei Prozentpunkte kostet. Geht man von vorher 23% Anhängern aus, sind das ja 13% oder jeder Siebte.

    Ganz ehrlich ist diese Affäre von Ullatrulla ja auch nicht gerade ein Ruhmesblatt für sie und ihre Partei. Besonders die Reaktionen ihres eigenen Hauses (ein Kilometer Dienstwagen kostet nur 10 cent, nämlich die Spritkosten...) waren mehr als unglücklich, um es einmal wohlwollend auszudrücken.

    Es scheint wohl so zu sein, daß bereits solche - im Vergleich zu Rentennichtkürzungen - finanziellen Lappalien heutzutage schon so erhebliche Ausschläge in der Wählergunst nach sich ziehen. Das bedeutet für mich aber auch, daß die Wählerschaft immer leichter beeinflußbar ist, einerseits. Andererseits werden den Regierenden persönliche Verfehlungen immer mehr übel geworden, während die langfristigen politischen Aktionen kaum noch beurteilt werden.

    Oder täusche ich mich da?

    Der Staat ist so oder so marode und schuld daran sind nicht nur die Politiker, sondern auch das Volk, das die Politiker so handeln läßt, daß es keine wesentlichen Änderungen gibt aus der Angst um die eigene Wiederwahl. Dazu kommt die Übermacht der Parteien, nicht umsonst spricht man von einer Parteiendiktatur. Und schaut man sich den Großteil der Volksvertreter an, so muß man Führungspersonal schon mit der Lupe suchen. Vielleicht der Küchenchef des Bundestages...


    Was das Thema "Mitmachen statt Kritisieren angeht" - gerade aus 68er Mündern klingt das ein wenig fade. "Marsch durch die Institutionen" bringe ich mit diesen Mündern auch immer wieder in einen Zusammenhang. Nun sitzen sie fett und träge in den Stühlen, die sie früher absägen wollten und merken, daß sie ihre Pfründe auch nicht mehr hergeben wollen.