Beiträge von Gottfried

    Ja meint denn irgendeiner, daß es Lobbyismus erst seit Sonntag gibt (ohne daß ich ihn gutfinden würde)? Juristen, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Kirchen undsoweiterundsofort. Das ist doch nichts Neues.

    Nun mit dem Finger nur in eine Richtung zu deuten, ist unangebracht. Lauterbach war / ist ein Lobbyist der übelsten Sorte, die Solarenergie hat ihre Lobbyisten, die Atomkraftbetreiber auch.

    Ja, da hast Du nicht unrecht. Eigentlich, also tatsächlich, ist der Begriff sehr unscharf.

    Leistungsträger sind für mich natürlich auch die Krankenschwester und der Müllmann. Jeder hart arbeitende Mensch ist für mich einer, egal ob er sich Chef oder Mitarbeiter (früher hieß das ja Arbeitnehmer) nennt.

    Wir sollten nicht den Fehler machen, diese plakativ genannten Nieten oder Spekulanten generell mit Arbeitgebern in einen Topf zu werfen.

    Mit Sicherheit würdest Du Dich dann nicht mit 90% besteuern lassen. Du würdest Dein ganzes Geld in die Schweiz überweisen, und keine Steuern mehr zahlen wie all die anderen Reichen, die Klientelpartei FDP wählen und das Bäfög genauso abschafffen wie den Kündigungsschutz. Am Ende wirst Du die Hartz IV Sätze auf minus 300 € herunterfahren, damit wir endlich wieder Zeltstädte vor unseren Stadttoren finden.

    So. Nun mal ernsthaft. Noch zahlen immer noch die - Neusprech - Leistungsträger die meisten Steuern. Und das wird sich auch nicht ändern, da kann Herr Bednartz bei Plaßberg noch so sehr mit rotem Kopf auf den Tisch hauen. Und beispielsweise Du bekommst einen Teil davon als Bafög. Die Leistungsträger arbeiten - Neusprech - tatsächlich auch immer mal mehr oder weniger hart für ihr Geld. Nicht alle sitzen herum und lassen - Altsprech - den armen Arbeiter für das böse Kapital arbeiten. Mit diesen klassenkämpferischen Parolen kommen wir doch nicht mehr weiter, so verlockend und einfach sie sich auch daherreden.

    Selbst wenn ich 90% Steuern zahlen müßte, das ist doch das Problem, würde bei Dir nicht mehr ankommen. Das trifft sowohl Dich als auch mich. Ich für meinen Teil zahle - mehr oder weniger gerne - auch meine Steuern. Aber schau Dir bitte mal den Bundeshaushalt an und erzähl mir, wo das Geld hingeht. Schuldendienst, Zinsen und Rentenzuschuß sind die größten Posten. Und nein, ich habe keinerlei Bundesanleihen und werde auch nie welche haben.

    Es ist Schröder und auch Steinmeier nicht hoch genug anzurechnen, daß er im Gegensatz zu Kohl den Mut gehabt hat, dies zu erkennen und festzustellen, daß der Staat, um handlungsfähig zu bleiben, Kürzungen und Einschnitte vornehmen muß. Daß die große Koalition das nicht merklich weiter vorangetrieben hat, war ihr großer Fehler.

    Und da sitzen Arm und Reich, Politiker und Wähler, im gleichen Boot. Das läuft immer mehr voll Wasser und jeder nimmt - wie ein Alkoholiker - noch den "letzten Schluck" aus der Pulle, weil es bis jetzt ja immer noch gut gegangen ist.

    Zitat

    Original von tausendfeuer
    Was es geben wird:
    Steuersenkungen für die Vermögenden (Leistungsträger), am Anfang wird die besonders leistungsbezogene Erbschaftssteuer reduziert :wall:

    Du weißt schon, wie hoch die Steuersätze bei der Erbschaftsteuer sind? Die Erbschaftsteuer hat mit Besteuerung nach Leistung nichts zu tun, weil sie keine Ertragsteuer ist, sondern im Prinzip eine nachgelagerte Vermögensteuer. Sie ist auch im europäischen Kontext mittlerweile ein erheblicher Standortnachteil für Deutschland. Aber keine Angst, sie wird nicht abgeschafft werden, weil sie das Neidgefühl der Masse bedient. Und für die Steuerberater und Notare ganz nette Einnahmen bedeutet. ;)


    Ich glaube auch nicht an die Senkung des Spitzensteuersatzes. Allerhöchstens an die Abschaffung der "Reichensteuer". Was ja de facto zumindest teilweise gleiche ist. Eher an eine Entlastung der unteren Einkommen und speziell der Familien mit Kindern. Ob es dazu führen wird, daß eine Familie mit Kindern keine Steuern bei einem Jahreseinkommen von T€ 40 mehr zahlen wird, wird man sehen (rechnen) müssen.

    Es ist ja unbestritten, daß die SPD in der letzten Zeit einen erheblichen Aderlaß zu den Linken zu verkraften hatte. Nichtsdestotrotz sollte sie nun nicht panisch werden und ihr Glück im Gestern suchen wollen.

    Die Linke alleine hatte ja aufgrund der SED-Kader im Osten bundesweites Potential für 6 bis 7%. Den weiteren 5% stehen aber - immerhin - noch 23% der Wähler entgegen, die ihr Kreuzchen bei der SPD gemacht haben. Da sollte man Lautstärke nicht mit Masse verwechseln.

    @ Michel

    Es ist ein Grundrecht, nicht zu wählen. Das mag Dich und mich stören, aber es bleibt jedem selbst überlassen, aus Protest nicht oder Mist zu wählen.

    Zitat

    Original von eckes99
    Nach den Auftritten von Merkel und Steinmeier im Wahlforum der ARD
    habe ich mich entschlossen diesen beiden Volksparteien meine Stimme
    zu verweigern und aus Protest die Linken zu wählen.

    Ich kann diese gesülze nicht mehr ab,und jetzt ist die Zeit genau
    richtig diese beiden Patreien für ihr Versagen zu bestrafen.

    Erst wenn die Linken,die Grünen und die FDP so richtig zulegen werden
    diese beiden Parteien aufwachen


    Die SPD bestrafst Du mit den Linken bestimmt nicht. Aber lächerlich machst Du Dich selbst schon. "Bestrafen" in dem Sinne wäre ungültig oder nicht wählen.