Hier mal etwas mehr zum Spiel:
REGIONALLIGA / Tusem stellt Sieg in Schalksmühle vor 1000 Fans in der Schlusskurve sicher.
Da war Musik drin, im wahrsten Sinne des Wortes. Zunächst spielte das Musikcorps auf, danach die SG Schalksmühle-Halver. In ihrem "Spiel des Jahres" gegen den Tusem in der Handball-Regionalliga unternahm die Mannschaft von Trainer Grasediek alles, um die ausverkaufte Kulisse von 1000 Zuschauern bei Laune zu halten.
40 Minuten lang konnten die Sauerländer das Spiel offen halten, danach setzten sich die gute Physis und die individuelle Stärke des Aufstiegskandidaten durch und der Tusem gewann mit 30:26 (12:10).
Die Essener führten mit 3:0, konnten sich aber nicht wie gewohnt gleich deutlich absetzen. Mit ihren Zuschauern im Rücken, die jedes Tor gegen die Essener wie den Gewinn der Meisterschaft feierten, wuchs Schalksmühle fast über sich hinaus, führte sogar mit 7:6 und 8:7.
Im Tusem-Tor verhinderte Mareks Skabeikis sogar noch einen größeren Rückstand des Tusem, der sich auf dem heißen sauerländischen Pflaster erst zurechtfinden musste.
Im Vorfeld hatte sich Schalksmühle auf seiner Homepage festgelegt: Gegen den Tusem, hieß es da, könne man nicht gewinnen. An der Ausnahmestellung der Margarethenhöher, die vor Jahresfrist im Europapokal-Finale standen, ist schlicht nicht zu rütteln. Eine Tatsache, mit der sich nicht alle Regionalliga-vereine von Anfang an anfreunden konnten. Die Essener waren als Zwangsabsteiger nicht beliebt. Als Kassenfüller jedoch in fremden Hallen ein durchaus gern geduldeter, weil attraktiver Gast.
Wie schon zuletzt gegen Aldekerk fehlten Ingo Stary, der am heutigen Mittwoch in Bremen an der lädierten Schulter operiert wird, Ben Schütte, Dennis Tenberken und Mark Schmetz. Trainer Ion Bondar griff wieder auf Nachwuchsspieler aus der "Zweiten" zurück mit Martin Wozniak und Benjamin Kalinowski, die auf der linken Seite aushalfen. Kalinowski sah nach einem Foul kurz vor Ende der ersten Halbzei die "rote Karte".
Im zweiten Durchgang legten die Essener nach einem Zwischenstand von 23:20 einen Gang zu und zogen vorentscheidend auf 27:20 (45. Spielminute) weg. Im Tor stand Mareks Skabeikis acht Minuten nach dem Seitenwechsel wieder in der Verantwortung und machte seine Sache absolut souverän. Im Angriff überragten Casanova und Dragunski.
Tusem-Tore: Casanova 7, Dragunski 6, Sigfusson 6/4, Klesniks 4, Sharnikau 3, F. Busjan 2, Wozniak 1, Reiners 1.
NRZ Online 04.04.2006