Es geht munter weiter. Hier ein Bericht aus der WAZ:
Durch einen finanziellen Engpass in den Europapokal Klaus Schorn baut auf positive Nachrichten gegen Nordhorn
"Wir haben Sonntag einen Top-Gegner vor der Brust", sagt Klaus Schorn. Der Tabellenvierte HSG Nordhorn kommt in die Grugahalle (16 Uhr). Und wer die Duelle dieser beiden Rivalen in den Jahren zuvor verfolgt hat, weiß: Hochspannung ist angesagt.
Der Tusem muss kämpfen, nicht nur sportlich. Immer lauter wird gemunkelt, dass der Handball-Bundesligist ein Problem habe mit seinem Hauptsponsor "Weinerplan" und damit einen erheblichen Engpass im Etat. Dabei hatte der Verein noch Mitte Dezember des vergangenen Jahres erleichtert verkündet, "Georg Weiner, Präsident und Gesellschafter des griechischen Unternehmens mit deutscher Beteiligung, habe bei einem Essener Notar den Vertrag seines Geschäftspartners Eleftherios Tsiros über ein auf zunächst zwei Jahre begrenztes Engagement beim Tusem hinterlegt." Schorn habe zeitgleich eine Bankbestätigung über den anstehenden Transfer des Betrages erhalten, hieß es damals.
"Planungssicherheit - endlich!"Auf der Margarethenhöhe atmeten sie auf. Nur: Die Stimmen verstummen nicht, das Geld ist bis heute nicht eingetroffen. "Gegen Gerüchte kann ich mich nicht wehren", kontert Klaus Schorn auf Anfrage der WAZ. Man habe einen sauberen, ordentlichen und in zwei Sprachen gefertigten Vertrag mit dem Partner. Allerdings, das räumte der Handball-Chef pauschal ein, wäre eine zügigere Abwicklung der Transfers in Teilbereichen durchaus wünschenswert. Aber die Zahlungsmoral, meint der 70-jährige und pensionierte Direktor der Handelskette Edeka, habe in den letzten Jahren generell ohnehin nachgelassen. "Und wir haben ja von Januar bis jetzt keine eigenen Einnahmen mehr gehabt, aber die Kosten laufen weiter. Das führt dann zwangsläufig zu Engpässen."
Die sind zweifelsohne entstanden, doch Klaus Schorn gibt sich geduldig und diplomatisch, beruft sich weiterhin auf den sportlichen Bereich, auf die positiven Nachrichten, "die allein weiterhelfen". "Wir haben hier eine Plattform, die blank und sauber ist."
Georg Weiner sieht ebenfalls keine Probleme in der Partnerschaft. Das man nicht zahlen wolle, sei "absoluter Quatsch", sagte er der WAZ. Er stehe nach wie vor zum Tusem, das Geld werde in jedem Fall überwiesen. Es habe "Verzögerungen" gegeben, wie sie immer mal vorkommen können.
Gleichwohl lässt sich mit fehlender finanzieller Sicherheit ausgesprochen schwer planen, der zum Teil übermäßige Anspruch ist dadurch kaum mehr zu erfüllen. Mit den Branchenführern Flensburg oder Kiel jedenfalls können die Essener längst nicht mehr mithalten. Allerdings können gerade diese beiden Klubs auch auf eine weitaus größere Unterstützung im Umfeld bauen. Sowohl von den Verantwortungsträgern aus Politik und Wirtschaft, als auch von den Fans.
Doch gerade die Hilfe des Anhangs, die Kraft von den Rängen benötigt der Tusem dringend. Auch, aber nicht nur gegen Nordhorn. Tusem-Trainer Iouri Chevtsov und seine Spieler haben jedenfalls die Qualifikation für einen Europacup-Wettbewerb noch nicht abgeschrieben.
WAZ-Online vom 10.02.2005