Es ist echt nur noch alles sehr schwer zu ertragen. Schwerin konnte seine Zahlen also nachhaltig begründen. Was ist das denn für eine Aussage?? Wenn eine Angabe bei der ersten Prüfung nicht eindeutig zu "lesen" war, oder man nicht wußte, was genau dahinter steht, sollte man in dem Fall das Telefon nehmen und die entsprechenden Herrschaften anrufen.
Essen und Wallau waren also nicht in der Lage, einen positiven Einfluß auf die Herren Gutachter zu nehmen. Ich zweifel leider sehr an der Neutralität einiger Personen. Schorn hat schon nicht ganz Unrecht! Es kann nicht sein, dass dort Leute zu Gericht sitzen, die Interesse an dem Abstieg von Wallau und Essen haben. Da kommen eine Menge von guten Spielern auf den Markt. Selbst wenn wirklich alles von den Fakten gegen Wallau und Essen spricht, bleibt ein scheiss Beigeschmack.
Hier ein Bericht aus der NRZ:
Nein! Doch Schorn kämpft weiter
HANDBALL / Tusem reagiert auf Lizenzverweigerung mit 24-seitiger Beschwerde und will alle Rechtsmittel ausschöpfen.
Die Hoffnungen der Essener Handball-Fans, Bundesligist Tusem würde mit seinem Einspruch gegen die Lizenzverweigerung Erfolg haben, erfüllten sich nicht. Gestern Vormittag gab der Vorstand der Handball-Bundesliga (HBL) bekannt, dass es beim Aus für die Essener bleibt. Von den sechs betroffenen Klubs erhielt allein Erstliga-Schlusslicht Post SV Schwerin im zweiten Anlauf "grünes Licht". "Die Schweriner haben ihre Zahlen plausibilisiert. Wir sind ihrer Beschwerde gefolgt, den anderen nicht", erklärte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.
Bei Tusem-Boss Klaus Schorn rief zwar die Entscheidung zugunsten Schwerins, nicht aber das Nein für die Essener Verwunderung hervor: "Es hat doch wohl keiner erwartet, dass ich überrascht bin. Von diesem Gremium war nichts anderes zu erwarten."
Deshalb war bereits die 24-seitige Beschwerde gegen die erneute Lizenzverweigerung fertig und wurde gestern auf den Weg gebracht. "Wer nicht kämpft, hat von vornherein verloren. Deshalb kämpfen wir weiter und werden alle Rechtsmittel ausschöpfen", kündigte Schorn an.
Verlustvortrag nicht akzeptiert
Und ließ durchblicken, dass man es nicht beim Gang vors Ständige Schiedsgericht - die letzte vorgesehene Möglichkeit für die Handball-Bundesligisten - belassen werde, sollte man auch dort scheitern.
Entscheidend für den drohenden Sturz der Essener in die Regionalliga ist unverändert die finanzielle Lücke, die das Ausbleiben der zugesagten 2,77 Millionen Euro von Weinerplan Hellas verursacht hat. Von dieser Summe seien 2 Millionen Euro vom Tusem in seinen Etatplanungen eingesetzt worden. Die Bemühungen, diesen Betrag anderweitig aufzutreiben, fruchteten nur bedingt. Schorn: "Es gibt noch immer ein Loch von 1,4 bis 1,5 Millionen Euro."
Hilfe aus der Wirtschaft
Das Vorhaben des Tusem, diese Summe als Verlustvortrag in die nächste Spielzeit mitzunehmen und ihn Jahr für Jahr abzubauen, wird vom HBL-Vorstand offensichtlich nicht akzeptiert.
"Wir sind nachweislich das Opfer krimineller Machenschaften geworden und werden nun zusätzlich nochmals bestraft", hofft Klaus Schorn auf Hilfe aus der Wirtschaft und vermisst die Solidarität im Handball-Lager.
Für die Spieler des Tusem ist die jetzige Situation mit der ungewissen Zukunft nicht einfach. Klar, dass schon etliche Konkurrenten ihre Angel nach den Essener Akteuren ausgeworfen haben. So steht Nationalspieler Oleg Velyky nicht nur beim TBV Lemgo auf der Wunschliste. Velykys Manager Wolfgang Gütschow: "Oleg ist derzeit noch an den Tusem gebunden und würde auch gern in Essen weiter spielen. Er muss sich sicher keine Sorgen um einen Arbeitsplatz machen. Noch sind die Vereine sehr zurückhaltend. Sollte es bei der Lizenzverweigerung bleiben, wäre aber alles eine Sache von Tagen. Doch die Rechtsunsicherheit ist für die betroffenen Spieler schlimm. Momentan sind wir nur Zuschauer in einem schlechten Hardcore-Film."
An Michael Haaß ist beispielsweise Düsseldorf interessiert. "Natürlich schauen wir uns nach Alternativen um", beschreibt Christian Rose seine Lage und die seiner Teamgefährten.
10.06.2005 THOMAS SCHRÖER