sag ich doch! ROT= ausschluss????
hier der bericht, der morgen in der nrz stehen wird! der trifft es eigenltich genau!
Bitteres Pokal-Aus gegen Stralsund
HANDBALL. Tusem geriet früh in Rückstand. Kapitän Schmetz wurde schmerzlich vermisst bei 25:28-Niederlage am Hallo.
Au weia, Tusem! Im Süd-Nord-Gipfel um den Einzug in die dritte DHB-Pokalrunde machte der Essener Zweitliga-Spitzenreiter aus der Gruppe Süd am gestrigen Abend vor 800 Zuschauern in der Sporthalle am Hallo gegen den Stralsunder HV, dem Tabellenführer der Gruppe Nord, eine Bauchlandung. Die 25:28 (7:11)-Pleite der Essener deutete sich schon früh an. Der Gast vom Sund war dem Tusem in allen Belangen überlegen.Der Tabellenführer der Gruppe Nord war in der Abwehr glänzend eingestellt und konnte vor den Augen von Berlins rainer Jörn-Uwe Lommel phasenweise sogar mit der zweiten Garnitur erstklassig auftrumpfen.
Warnschuss vielleicht zum richtigen Zeitpunkt
Beim Tusem wurde Kapitän und Torjäger Mark Schmetz wegen einer Waderzerrung mehr als schmerzlich vermisst. Die jungen Außen waren "zu grün" gegen die abgebrühten Profis. Und die Essener Deckung, bisher in den höchsten Tönen gelobt, fand in keiner Phase zu ihrer Normalform. Dieser "Warnschuss" kommt vielleicht zum rechten Zeitpunkt und bestätigen, dass die Bäume in Essen nicht automatisch in den Himmel wachsen.
Die Hausherren begannen übernervös. Sie leisteten sich ein regelrechtes Fehlerfestival. Der einzige, der zunächst cool blieb, war Torwart Gerrie Ejlers. Die Essener Kopflosigkeit im Angriff nutzten die Nordlichter gnadenlos aus. Selbst der zweite Anzug schaffte es locker, den Tusem in höchste Verlegenheit zu stürzen. Erschreckend die Konzeptionslosigkeit, mit der die Margarethenhöher auf die harte Gangart der Gäste reagierten.
Die 2:1-Führung von Stralsund sollte nur ein erster Warnschuss sein. Überhastet versuchte es der Tusem mit dem Prinzip Brechstange, doch die Abwehr der Schneider-Truppe fing vieles ab, den Rest besorgte Torwart Igor Levshin.
Im Rückraum war Evars Klesniks total kaltgestellt, auch Sergio Casanova fand kaum einmal ein Durchkommen. Nur Eryk Kaluzinski traute sich etwas zu und hielt den Tusem im Rennen bis zur 17. Minute. Danach übernahm Stralsund die Führung und gab sie bis zur Pause nicht mehr her. Die Gäste tanzten die Essener Abwehr aus fast nach Belieben.
"Werdet endlich wach", forderten die Zuschauer von den Rängen. Auch eine Auszeit von Trainer Ion Bondar brachte zunächst nicht den wachrüttelnden Effekt. In der 22. Minute erhöhte Stralsund auf 9:5, und das Murren auf den Rängen wurde immer größer. Auch die beiden Unparteiischen Frauen Ehrmann/Künzig, die mehr als nur gewöhnungsbedürftig pfiffen, wurden mit Buh-Rufen bedacht. In der 24. Minute unterlief den beiden ein ganz schwerer Fehler: Ivan Nincevic schlug den Isländer Haldor Sigfusson mitten ins Gesicht. Statt der Roten Karte gab es gnädige zwei Minuten und ein grelles Pfeifkonzert. Doch selbst in Überzahl wollte es den Essenern nicht gelingen, den Abstand zu verkürzen.
Nerven zeigte auch Evars Klesniks bei seinem Siebenmeter Sekunden vor Schluss der ersten Halbzeit, den Torwart Ianos Liviu entschärfte.
Nach deutlichen Worten in der Halbzeit raffte sich Essen auf zur Aufholjagd. Nach dem Ausgleich in der 35. (13:13) und in der 40. Minute (16:16) schöpften die Essener Hoffnung. Doch Stralsund konnte das Tempo und den Druck noch einmal verschärfen. Innerhalb von sieben Minuten zogen die Gäste wieder auf 23:18 davon.
Trainer Ion Bondar nahm eine Auszeit, um die Mannschaft einzuschwören. Aber gegen die bestens eingestellte Stralsunder Abwehr bissen sich die Essener die Zähne aus. Die Fans forderten laut dazu auf, Igor Sharnikau zu bringen. Und als Kapitän Mark Schmetz trotz gezerrter Wade zum Siebenmeter antrat, gab es offenen Szenenapplaus. Doch auch dieser Strafwurf landete nicht wie erhofft im Tor, sondern bei Torwart Levshin. Es wollte einfach nichts klappen bei den Hausherren, die in der Schlussphase Ergebniskosmetik betrieben.
Auf der Stralsunder Bank feierte man bereits Minuten vor Schluss den Einzug in die dritte Pokalrunde, an dem es nichts zu rütteln gab.