das steht bei uns in der waz:
Die große Vorfreude
Sein Tatendrang ist fast greifbar: Tusem-Neuverpflichtung Aljoscha Schmidt will auf der Linksaußen-Position die Nummer eins werden. Foto: WAZ, Armin Thiemer
"Es ist etwas völlig Anderes, gegen Weltklasse-Keeper wie Fritz oder Omeyer aufs Tor werfen zu dürfen."
Der neue Linksaußen des Tusem will mit seinen Teamkollegen möglichst früh den Klassenerhalt schaffen Noch fünf Tage, dann fällt für die Handballer des Tusem der Startschuss in der Bundesligasaison 07/08. Dem Auftaktspiel gegen Großwallstadt (Di., 20.15 Uhr, am Hallo) fiebert auch Aljoscha Schmidt entgegen. Der 23-Jährige wechselte im Sommer vom Zweitligisten SG Achim-Baden nach Essen. Und im Interview mit WAZ-Redakteur Thomas Richter erwies sich der Linksaußen als ein Mann, der weiß, wo er hin will.
WAZ-INTERVIEW MIT ALJOSCHA SCHMIDT Herr Schmidt, wie haben Sie sich nach Ihren ersten Wochen hier in Essen eingelebt?
Schmidt: Am Anfang habe ich ja in Hattingen gewohnt. Tusem-Geschäftsführer Edelmeier hatte David Katzirz und mir dort jeweils ein Apartment besorgt. Zum 1. August bin ich dann nach Kettwig umgezogen. Dort ist es schön ruhig. Außerdem kann ich so mit Ben Schütte in einer Fahrgemeinschaft zum Training fahren. Der wohnt auch in Kettwig.
Aber Ben Schütte ist doch ihr teaminterner Konkurrent auf der Linksaußen-Position.
Schmidt: Wir haben uns trotzdem von Anfang an gut verstanden. Natürlich möchte sich jeder weiterentwickeln und die Nummer eins auf seiner Position sein. Aber ich glaube, dass wir uns perfekt ergänzen werden. Und wenn einer mal nicht so gut drauf ist, dann wird der andere für ihn in die Bresche springen.
Klingt sehr harmonisch. . .
Schmidt: Natürlich will ich spielen. Wenn´s geht, so viel wie möglich. 60 Minuten auf- und abrennen - das ist mein Ding. Deswegen hätte ich jetzt auch kein Angebot von einem Spitzenteam angenommen, da hätte ich hinter einem Weltklassemann auf der Bank gesessen. Beim Tusem konnte ich aber um die erste Position mitkämpfen, das wusste ich.
Wie würden Sie die Qualität des Tusem einschätzen?
Schmidt: Wir haben nicht die perfekten Einzelspieler. Unsere Stärke ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Und unsere Deckung. Darauf legt unser Trainer größten Wert.
Decken Sie denn gern?
Schmidt: Es gehört halt mit dazu. Vor allem muss ich hier beim Tusem andere Aufgaben als damals in Achim übernehmen. Dort habe ich manchmal sogar auf der Halbposition gedeckt. Hier bin in auch mal der vorgezogene Mann, wenn wir eine 5:1-Deckung spielen. Am Anfang habe ich gar nicht durchgeblickt, wann ich wen zu übernehmen habe. Aber inzwischen klappt es richtig gut. Ich lerne ständig etwas dazu. Überhaupt wird beim Tusem sehr professionell trainiert.
Sie sind jetzt 23. Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Schmidt: Na, vielleicht immer noch beim Tusem. Vielleicht hat sich der Verein dann soweit wieder in der Erstklassigkeit etabliert, dass er auch wieder oben angreifen kann. Essen ist nach wie vor eine der ersten Adressen im Handball. Und bisher fühle ich mich auch sehr, sehr wohl hier.
Wird es den Nationalspieler Aljoscha Schmidt geben?
Schmidt: Das Nationalteam sollte für jeden Handballer das große Ziel sein. Außerdem sind Träume doch erlaubt. Mit Torsten Jansen und Dominik Klein spielen momentan aber zwei Weltmeister auf dieser Position, die voll im Saft stehen. Zudem gibt es mit Uwe Gensheimer aus Kronau und Yves Grafenhorst aus Magdeburg zwei weitere Top-Leute. Aber ich bin erst 23. Also habe ich noch Zeit.
Haben Sie Respekt vor den großen Namen, auf die Sie in der Bundesliga treffen?
Schmidt: Ich verspüre eher große Vorfreude. Es ist doch was völlig Anderes, bald gegen Weltklasse-Keeper wie Henning Fritz oder Thierry Omeyer aufs Tor werfen zu dürfen. Meine Wurftechnik werde ich aber deswegen nicht ändern.
Sie sind neu in der Mannschaft. Wie fügen Sie sich in eine Gruppe ein?
Schmidt: Ich gehe schon auf die Leute zu, habe eine offene Art. Den ruhigeren Typen zu geben, das müsste ich spielen. Das bin nicht ich. Diese Art gefällt anfangs nicht jedem. Aber wer mich kennen lernt, kommt auch mit mir klar.
Sind Sie einer der Wortführer innerhalb der Mannschaft?
Schmidt: O Gott! Das würde ich mir niemals anmaßen. Wir haben eine klare Hierarchie. Wenn etwas nicht stimmt, wäre Kapitän Mark Schmetz erster Ansprechpartner.
Was ist in dieser Saison drin für den Aufsteiger Tusem?
Schmidt: Wir spielen um den Klassenerhalt. Je früher wir dieses Ziel erreichen, um so besser. Es wird Rückschläge geben. Aber wir sind fit. Und wir sind bereit für die Bundesliga. Dafür haben wir sehr, sehr hart trainiert.