Wetzlar auf den Spuren der HSG
Was Handball-Bundesligist HSG D/M Wetzlar bereits seit sechs Jahren mit Erfolg praktiziert, hat sich nun auch die Stadt Wetzlar auf ihre Fahnen geschrieben: nämlich im Konzert der ganz Großen der Branche ein gewichtiges Wörtchen mitzuspielen... Denn bei der Liga-Tagung am Wochenende in Hannover übergab HSG-Manager Rainer Dotzauer die durch Wirtschaftsdezernent Peter Hauptvogel unterzeichnete Bewerbung der Domstadt für die Ausrichtung von Spielen der Weltmeisterschaft 2007 an Bredemeier... "Eine der modernsten Hallen Deutschlands in einer wahrhaft Handball-begeisterten Region liefert alleine schon Argumente genug", begründete Oberbürgermeister Dette das Interesse an den Titelkämpfen...
Insgesamt 22 Städte haben beim DHB ihre Bewerbung für die Ausrichtung einiger WM-Partien eingereicht. "Im September oder Oktober werden wir alle Interessenten einladen und ihnen den Forderungskatalog des Internationalen Handball-Verbandes erläutern. Vielleicht springen dann einige gleich ab", so Bredemeier gestern auf Nachfrage dieser Zeitung. "Neun Städte, genauer gesagt neun Hallen, bekommen dann den Zuschlag. Ich kann nicht verhehlen, dass dabei wirtschaftliche Gesichtspunkte eine sehr große Rolle spielen", erklärte der Manager von GWD Minden weiter.
Will heißen: Die Ausrichter, die dem DHB die größten Summen zur Refinanzierung der Weltmeisterschaft garantieren, bekommen den Zuschlag. Was nicht unbedingt für die rund 5000 Besucher fassende Wetzlar-Arena spricht, denn im Topf der Bewerber befinden sich mit den Spielstätten in Hamburg, Berlin, Leipzig, Oberhausen, Dortmund, Kiel, Hannover, Bremen, Köln und Stuttgart Hallen mit eine Fassungsvermögen von über 10 000 Zuschauern.
Für Partien in Mittelhessen spricht die Nähe zum Rhein-Main-Flughafen, dem größten Europas. Dagegen spricht jedoch, dass von der Ballsporthalle Höchst keine Bewerbung vorliegt, Mannschaften also, die in Wetzlar spielen würden, größere Fahrstrecken auf sich nehmen müssten, um vielleicht im Ruhrgebiet, in Niedersachsen oder im Schwabenland weitere Matches austragen zu können. Von der Arena AufSchalke, wo Gerüchten nach das Finale stattfinden sollte, liegt laut Bredemeier keine Bewerbung vor.
Wer endgültig den Zuschlag erhält und sich auf Partien der vier Vorrundengruppen zu je sechs Mannschaften, auf Zwischenrundenspiele oder sogar auf Halbfinals oder Finals freuen darf, entscheidet der DHB erst im kommenden Jahr.