Die derzeitige Situation ist für alle Parteien die denkbar schwierigste:
Der DHB hat 500k für Prokop berappt und zahlt obendrein ein durchaus üppiges Trainergehalt. Die Leistungen, gemessen am Auftritt und Abschneiden v.a. aber der medial negativen Schwingungen der Investition nicht würdig. Man sieht sich also zu einer Handlung (welche auch immer) gefordert. Normales Vorgehen im Profisport.
Würde man Prokop jetzt entlassen, dann würde man seitens des DHB als sportlich wie auch wirtschaftlich gescheitert da stehen. Mit den Plänen und der Investition keine gute Quote.
Würde man ihn halten, würde der Druck bis zur Heim-WM immens sein (und sich noch wesentlich steigern als ohnehin schon) und die Angelegenheit im Falle eines nochmaligen Scheiterns, mehr als nur laut auf die Füße fallen. Das wäre der Super Gau.
Sollte sich das gesamte Gebilde aber trotz allem positiv entwickeln und durchaus tollen Handball (gemessen am vorhandenen Spielermaterial in D) aufbieten, dann hätte man genau das erreicht was viele fordern: Lernfähigkeit des ausführenden Personals, aber auch Geduld von aussen. Die Wahrscheinlichkeit dürfte aber bei bestenfalls 50:50 liegen.
Kann man sich das leisten? Schwierig.
Aus Prokops-Sicht ist die Lage nicht minder einfacher.
Macht er weiter, wird er sich einem enormen Druck, als ohnehin schon, aussetzen.
Liefert er zukünftig ab, wird ihn das pushen. Liefert er nicht, ist er für wirklich alle Zeiten als "schwierig und gescheitert" abgestempelt.
Selbst aktuell wird sich kein Erst- und Zweitligist - der nicht einen kompletten Neuanfang ohne Druck von aussen sowie ohne Zielvorgabe anstrebt - um ihn reißen.
Zieht er sich jetzt zurück, könnte er neue Projekte wie ehemals Leipzig oder Hüttenberg beginnen. Wäre dann erstmal aus der Schussbahn der Öffentlichkeit.
...oder bei Leipzig nach Bieglers Entlassung wiedereinsteigen. 
Den Ausgangspunkt für den langfristigen Vertrag schätze ich im Übrigen nicht so ein, dass er ein uneingeschränkter Vertrauensbeweis des DHB gegenüber Prokop war, sondern die von Prokop verlangte Lebensversicherung, sollte er scheitern.
Mit erst 38 in einer durchaus soliden Position als anerkannt und gefeierter sowie ausgezeichneter ("Trainer des Jahres") Trainer eines Bundesligisten kann der Schritt zum Nationaltrainer schon eine Art do or die für die zukünftige Laufbahn sein.
Auch wenn ich ihn als Mensch nicht mag und seine Philosophie überwiegend nicht mitgehe, so habe ich dennoch großen Respekt davor, dass er sich für den BT Job entschieden hat. Ich hätte es wohl nicht gemacht, zumindest nicht in der Konsequenz und meinen Ligajob (vor allem diesen in Leipzig!) aufgegeben.
Das Einklinken und den Druckaufbau der HBL finde ich im Übrigen so konkret formuliert ziemlich schwach. Zeigt aber nur, welch Druck mittlerweile auf der heimischen Liga lastet.
Die stärkste Liga der Welt fürchtet in Zeiten von CL-Platz-Reduzierung, vermehrt Spielerabgängen ins Ausland, zurückgehende Erfolge von deutschen Teams auf CL-Ebene ganz eindeutig um ihren Stellenwert. Wenn jetzt auch noch die verbliebenen einheimischen Top-Spieler der Liga auf Nationalmannschaftsebene weit unter den Erwartungen zurückbleiben.