Tolle Leistung wurde nicht belohnt !
Alexander Petersson schied Mitte der ersten Halbzeit in Nettelstedt aus und fehlte seinem Team
Samstag gegen Wallau/Massenheim muss die HSG zu Hause mit tollem Publikum zwei Punkte einfahren (09.04.05, 18 Uhr, Sporthalle an der Gothaer Straße, Ratingen-West)
Im Duell der Bundesliga-Aufsteiger bot die HSG Düsseldorf eine tolle Leistung. Diese wurde am Ende jedoch nicht belohnt. Das Team um Trainer Nils Lehmann stand am Ende mit leeren Händen da und verlor beim TuS N-Lübbecke unglücklich mit 31:32 (14:14).
Das wunderte auch Nettelstedts Hallensprechen. Über 120 Fans hatten sich aus der Landeshauptstadt Düsseldorf nach Ostwestfalen aufgemacht, um Ihre HSG Düsseldorf zu unterstützen. „Es gab wohl noch nie eine so große Inavision aus der Landeshauptstadt Düsseldorf. Also Lübbecker – wo seit ihr ?“, forderte der TuS-Hallensprecher auch die eigenen Fans zur Unterstützung auf.
Den besseren Start erwischte dann auch die HSG Düsseldorf. Das Team von Coach Nils Lehmann begann im Angriff mit Michael Hegemann (RM), Alexander Petersson (RR), Sven Hertzberg (RL), Frank Berblinger (RA), Robert Runge (LA) und Robert Heinrichs (KR). In der Abwehr kommt Nils Lehmann für „Phantom“ Robert Heinrichs. Ein 1:2 (4.) drehten die Düsseldorf in eine 5:2-Führung (8.) um. Dreimal Petersson und einmal Berblinger, der für den verletzten Stefan Schröder (Oberschenkelprobleme) in den Kader rückte, warfen den Drei-Tore-Vorsprung heraus. Dann folgte der Schock: Alexander Petersson musste Mitte der ersten Halbzeit nach einem Schlag auf den Oberschenkel verletzt ausscheiden. So musste der Mannschaftsverantwortliche Jörg Siegert umstellen. In der Folgezeit sollten Hertzberg oder Michaelsson Maute auf Halbrechts zum Einsatz kommen.
In der 14. Minute kam der Aufsteiger aus der 2. Bundesliga Nord zum 6:6-Ausgleich durch den einzigen Treffer von Dirk Hartmann. Ein interessantes und ausgeglichenes Spiel wurde den 2200 Zuschauern geboten. Allerdings ließen beide Mannschaften in der 1. Halbzeit eine Reihe hochkarätiger Chancen aus – aber beide konnten kein Kapital daraus schlagen.
Auch bis 43. Minute konnte das Team um Kapitän und Nationalspieler Michael Hegemann, der zu diesem Zeitpunkt das 20:21 erzielte, die Partie offen gestalten. „Doch dann kamen wir endlich zu einigen einfachen Toren, haben Gegenstöße eiskalt verwandelt“, so TuS-Coach Jens Pfänder. Durch vier Treffer in Folge zogen die Ostwestfalen auf 25:20 (Kubes, Hermann und zweimal Hammarstrand) davon.
Aber die Düsseldorfer kämpften sich erneut in die Partie zurück und hatten in der 53. Minute beim Stand von 26:28 zweimal die Chance zu verkürzen bzw. auszugleichen, doch Frank Berblinger vergab diese Chance.
Am Ende gewann der TuS N-Lübbecke glücklich gegen die HSG Düsseldorf mit 32:31 (14:14). Mit dem Sieg gegen Düsseldorf weist der TuS nun als bester Aufsteiger der Handball-Bundesliga 20:30 Punkte auf und konnte sich um einen Platz auf den 12. Rang in der Tabelle verbessern. Die HSG Düsseldorf weist auch nach 26 Spielen 12:40 Punkte auf. Minden kassierte beim SC Magdeburg eine herbe 24:32-Schlappe, so dass die HSG nun aufgrund der besseren Tordifferenz wieder auf Platz 15 kletterte.
Das Duell der Nationalspieler ging eindeutig an Düsseldorf: Michael Hegemann war wieder Denker und Lenker im Düsseldorfer Spiel, erzielte neun Treffer, zwei davon per Siebenmeter. Tobias Schröder auf Seiten des TuS N-Lübbecke blieb blass und konnte nur einmal per Siebenmeter treffen, blieb ohne Feldtor.
„Ich danke unseren wirklich treuen Fans. Es ist echt irre, was hier gerade entsteht. Ich habe es noch nie erlebt, dass uns mehr als 120 Fans auswärts begleitet und unterstützt haben. Ein großes Dankeschön dafür. Ich würde mir wünschen, dass dies auch weiter so anhält und uns die Fans in den wichtigen Heimspielen, aber auch bei unseren letzten drei Auswärtsspielen unterstützen, damit wir gemeinsam die Klasse erhalten können“, erklärte Nationalspieler Michael Hegemann.
Statistik:
TuS N-Lübbecke: Nandor Fazekas (1. bis 30. Minute, 8 Paraden), Slawomir Szmal (31. bis 60. Minute, 5 Paraden), Sascha Grote (n.e.) – Patrick Fölser (3), Jan-Thomas Lauritzen (n.e.), Pierre Hammarstrand (6), Hendrik Ortmann, Fabian von Olphen (3/1), Sascha Bertow (2), Daniel Kubes (6), Stian Tönnesen, Rolf Hermann (10), Dirk Hartmann (1), Tobias Schröder (1/1) – Trainer: Jens Pfänder
HSG Düsseldorf: Almantas Savonis (1. bis 60. Minute, 20 Paraden), Daniel Sdunek (n.e.) – Sven Hertzberg (1), Robert Heinrichs (2), Frank Berblinger (5), Fabian Schneider, Robert Runge, Michael Hegemann (9/2), Jens Sieberger (5), Nils Lehmann, Jörg Schürmann (1), René Wagner (n.e.), Alexander Petersson (3), Markús Máni Michaelsson Maute (5) – Trainer: Nils Lehmann – Mannschaftsverantwortlicher: Jörg Siegert – Co-Trainer: Ronny Rogawska
Schiedsrichter: Ralf Damian, Bingen und Frank Wenz, Mainz
Strafminuten: TuS: 8 (2x Fölser, 1x Ortmann, 1x Kubes) – HSG: 10 (1x Hegemann, 1x Hertzberg, 1x Schneider, 1x Lehmann, 1x Heinrichs)
Siebenmeter: TuS: 4/2 (39. Savonis hält gegen Schröder, 43. Tönnesen wirft übers Tor) – HSG: 2/2
Zuschauer: 2200
Beste Spieler: TuS: Hermann – HSG: Hegemann, Savonis, Sieberger
Spielfilm: 1:0 (2.), 2:2 (4.), 2:5 (8.), 3:6 (10.), 6:6 (14.), 8:7 (18.), 9:10 (21.), 10:12 (23.), 13:12 (28.), 14:14 (Halbzeit) – 14:15 (32.), 18:17 (37.), 20:19 (41.), 22:20 (43.), 25:20 (47.), 25:22 (48.), 27:24 (51.), 28:26 (53.), 31:29 (58.), 32:31 (Endstand)
Stimmen:
Jens Pfänder, Trainer TuS N-Lübbecke:
Rechnerisch sind wir zwar noch nicht durch, aber das Polster auf die Abstiegsplätze ist beruhigend. Durch einfache Tore konnten wir uns Mitte der zweiten Halbzeit auf 25:20 absetzen, doch wir waren nicht clever genug, dass Spiel frühzeitig zu entscheiden. Düsseldorf hat sich immer wieder zurückkämpfen können, wir haben zwei dumme Zeitstrafen erhalten. Aber am Ende war der Sieg aus meiner Sicht verdient.
Nils Lehmann, Trainer HSG Düsseldorf:
Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, haben mit 5:2 und 6:3 geführt. Dann kam die Verletzung von Alexander Petersson, die sehr bitter für uns war, da wir keinen weiteren Linkshänder im Kader hatten und so die Alternativen fehlten. Bis Mitte der zweiten Halbzeit haben die Zuschauer eine ausgeglichene Partie gesehen. Dann konnte sich der TuS N-Lübbecke auf 25:20 absetzen, doch meine Mannschaft hat sich nie aufgegeben und sich wieder rangekämpft. Beim Stand von 26:28 haben wir zweimal die Chance wieder ranzukommen. Mit etwas Glück holt man hier auch 1-2 Punkte. Die Moral ist jedenfalls da, die Mannschaft hat wieder bis zum Schluss gekämpft. Wir müssen nun nach vorne blicken und im Heimspiel gegen Wallau/Massenheim wieder doppelt punkten. Ein Dankeschön auch an unsere tollen Fans, die uns einfach sagenhaft nach vorne gepeitscht haben. Das war sehr beeindruckend, was die Blue Lions auf die Beine gestellt haben.
Frank Flatten, Manager HSG Düsseldorf:
Ich denke, dass wir hier unglücklich verloren haben und zumindest einen Punkt am Ende verdient hätten. Die Einstellung und die Leistung der Mannschaft waren stark. Die Mannschaft hat sich nie aufgegeben und toll gespielt und gefightet. Dem TuS N-Lübbecke kann ich nur zum Klassenerhalt gratulieren. Der TuS N-Lübbecke hat bewiesen, dass man auch mit seriöser Arbeit in der Bundesliga bestehen kann, was ja heutzutage alles andere als selbstverständlich ist.
Am Samstag, dem 09. April gastiert mit der SG Wallau/Massenheim die „Mannschaft der Stunde“ der Handball-Bundesliga in der Sporthalle an der Gothaer Straße in Ratingen-West (Anwurf: 18 Uhr). Während es hinter den Kulissen mächtig turbulent zugeht, antwortet die Mannschaft um Coach Martin Schwalb mit großartigen Leistungen auf dem Spielfeld. In der Rückrunde verlor die SG nur ein Spiel mit 33:34 gegen den SC Magdeburg. 4 Siege aus den letzten 4 Spielen und 14:2 Punkte aus 8 Rückrundenspielen sprechen eine deutliche Sprache. Dennoch zählt für die HSG nur ein Sieg gegen den ehemaligen Deutschen Meister von 1992 und 1993. Die HSG-Verantwortlichen hoffen erneut auf eine große Kulisse und vor allem großartige Unterstützung von den Rängen.
Markus Hausdorf, Pressesprecher HSG 03.04.2005