Iran siegt in Korea DVR
30. März 2005 von FIFAworldcup.com
Der Iran hat Nordkorea am Mittwoch in Pyongyang in einem verbissen geführten Spiel der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™ regelrecht niedergekämpft, wobei sowohl die Heimmannschaft als auch ihre Fans wütend auf die Niederlage reagierten.
Das Spiel war von Anfang an sehr eng und erst ein Mehdi Mahdavikia zugeschriebenes Tor, das jedoch eher durch einen ungeschickten nordkoreanischen Abwehrspieler abgefälscht schien, gab den Iranern etwas Gelegenheit zum Durchatmen.
In der zweiten Hälfte vollstreckte dann Javad Neokonam nach brillanter Vorarbeit durch Ali Karmi und Vahid Hashemian aus kurzer Distanz in der 79. Minute.
Die wegen vermeintlicher Benachteiligung ohnehin das ganze Spiel über frustrierten Nordkoreaner verloren in den Schlussminuten endgültig die Contenance, als ein angebliches Handspiel im Strafraum nicht gepfiffen wurde. Schiedsrichter Mohammed Kousa wurde darauf hin von allen nordkoreanischen Spielern wütend bestürmt.
Das Spiel musste über fünf Minuten unterbrochen werden, während sich Kousa aus der Traube wütender nordkoreanischer Spieler befreite und von den Rängen aus Flaschen und andere Gegenstände auf die Laufbahn geworfen wurden.
Verbandsvertreter mussten aufs Feld eilen und Kousa zu Hilfe kommen, ehe es dem Schiedsrichter schließlich gelang, die Lage in den Griff zu bekommen. Der nordkoreanische Verteidiger Nam Song-Chol sah dabei die Rote Karte.< p> Nach dem Schlusspfiff musste das Unparteiischengespann um Kousa über zwanzig Minuten in der Mitte des Platzes warten, während es von den Rängen weiter Flaschen, Sitzschalen und andere Gegenstände hagelte.
Zur der Hälfte der Qualifikationsspiele hat der Iran nun sieben Punkte auf dem Konto. Nach dem 2:1-Heimsieg gegen Japan und einem torlosen Unentschieden in Bahrain im Februar liegt die Mannschaft damit im Rennen um die Qualifikation für die WM-Endrunde an der Spitze.
Nordkorea steht nach drei Niederlagen in Folge abgeschlagen am Ende von Gruppe B. Die beiden Erstplatzierten aus Gruppe B sind direkt für die Endrunde der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland im kommenden Jahr qualifiziert.
Die zwei Drittplatzierten aus den beiden Asiengruppen spielen zunächst gegeneinander, wobei der Sieger dann gegen den Viertplatzierten aus der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone ein weiteres Play-Off bestreitet und über diesen Weg ebenfalls noch die Endrunde erreichen kann.
Die Iraner mussten in diesem Spiel übrigens auf ihre Integrationsfigur Ali Daei verzichten. Der Kapitän hatte die Reise zwar mitgemacht, kam aber nicht zum Einsatz, nachdem er sich im Spiel gegen Japan eine Achillessehnenverletzung zugezogen hatte.
Aber gerade im Sturm ist der Iran herausragend besetzt. Am Mittwoch etwa bildeten Asiens Fussballer des Jahres 2004, Ali Karimi, Nekonam und Mahdavikia vom Hamburger SV die Angriffsformation.