Man könnte natürlich sehr viel darüber schreiben - was hier am Ende keinen interessiert.
Ich möchte also zwei Punkte hervorheben:
1., Ganz andere Bedingungen als in Deutschland. Männer- und Frauenhandball sind auf Augenhöhe. Das ganze ist viel mehr zentralisiert, die Liga spielt nur eine beratende Rolle, alles ist vom Handballbund oder sogar gesetzlich geregelt. Das Land ist viel kleiner. Der Staat unterstützt Spitzenhandball aber auch Nachwuchsförderung stark, auch finanziell. Es ist nicht einfach zu sagen, wieviel, weil es nicht die eine zielgerichtete Summe gibt, ich schätze, die weibliche Nachwuchsförderung kassiert einige Milliarden, d.h. umgerechnet eine hohe einstellige Euro-Summe jährlich (1 Euro = 375 ungarischer Forint). Transparenz: Fehlanzeige.
2., Ganz starke Rivalität, und, angesichts der hohen finanziellen Förderung vom Staat, ein starker Druck: man braucht Ergebnisse, und sogar nicht in zehn Jahren sondern sofort. B-Jugend-Meisterschaft und U17-EM müssen gewonnen werden, was mit den Spielerinnen langfristig passiert, ist egal.
Aber gerade nach der letzten Saison hat sich einiges geändert. Beim Handballbund sieht man den Kampf um schnelle Ergebnisse immer kritischer. Die Nationale Handballakademie NEKA wurde ein bisschen abgestuft, die U19-Auswahl hat mit Szilágyi einen Trainer von außerhalb, und bei NEKA selber hat man ordentlich aufgeräumt, u.a. Szilárd Kiss und Péter Woth sind weg.