Zurück zu den Wurzeln - Edelmeier führt Tusem-Geschäfte
HANDBALL / Regionalligist gründete neue GmbH. Ion Bondar wird zunächst das Training des ambitionierten Clubs übernehmen. Klaus Schorn hat weiter Kontakt zu Georg Weiner.
Es war still geworden um den Tusem nach dessen Zwangsabstieg in die Handball-Regionalliga. Doch hinter den Kulissen herrschte emsige Betriebsamkeit. Schließlich will der Traditionsverein so schnell wie möglich wieder nach oben und einen Neuanfang starten. Mit einem starken Mann an der Spitze. Horst Edelmeier ist der Geschäftsführer und ein Gesellschafter der am 15. Juli neu gegründeten Tusem HSB GmbH. HSB steht für Handball Spiel Betrieb. Die NRZ sprach mit dem Mann, unter dessen Führung der Tusem zum Comeback ansetzt.
NRZ: Wie kam es zu Ihrem Engagement in dieser Form für den Tusem?
Edelmeier: "Ich bin seit meinen zehnten Lebensjahr im Tusem und habe für den Verein Handball gespielt. Ich will dem Tusem etwas zurückgeben, was ich über all die Jahre an guten Dingen erfahren habe. Als Trikotsponsor war ich mit der Firma Cartrigde World bereits in der letzten Saison involviert. Außerdem sehe ich es als meine Pflicht an, Klaus Schorn in den kommenden schweren Zeiten bei der Abwicklung der Altlasten zu helfen und zu unterstützen.
NRZ: Stichwort Altlasten. Was wird aus der alten GmbH und deren Schulden?
Edelmeier: "Die alte GmbH geht in die Insolvenz. Wir werden alles versuchen, um Klaus Schorn zu helfen, da raus zu kommen. Es lastet ja alles auf den persönlichen Schultern von Klaus Schorn. Unsere neu gegründete HSB kann ganz von vorn beginnen.
NRZ: Wie sieht das Konzept aus?
Edelmeier: "Wir arbeiten gerade ganz intensiv daran. Wir wollen ja Sponsoren für unsere Ziele gewinnen. In zwei Wochen gibt es dazu sicher schon mehr zu sagen.
NRZ: Was können Sie zum Aufbau einer neuen Mannschaft sagen?
Edelmeier: "Wir sind dabei, eine Mannschaft auf die Beine zu stellen, die den Aufstieg in die Zweite Bundesliga packen kann. Nach meinen Vorstellungen muss diese Mannschaft wie ein gesunder Körper sein: Mit einem starken Rückrat, einer gute Mitte und schnellen Außen. Dazu ein paar junge Spieler, die die Rippen bilden."
NRZ: Wird es auch bekannte Namen geben als Zugpferde?
Edelmeier: "Ich tue ungern den zweiten vor dem ersten Schritt. Ich kann aber verraten, dass es ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern geben wird. Im Übrigen finde ich es nicht schlecht, zurück zu den Wurzeln zu gehen und eine Mannschaft aufzubauen, mit der man sich hier in Essen identifizieren kann."
NRZ: Wie steht es mit einem neuen Trainer?
Edelmeier: "Ion Bondar wird das erst einmal machen. Es waren keine guten Trainer mehr auf dem Markt. Außerdem müssen wir zunächst die eigenen Ressourcen nehmen, die wir haben. Ich denke, die Mannschaft wird so sein, dass der es Trainer nicht schwer haben wird."
NRZ: Viele fragen sich, was der Verein gegen den säumigen Ex-Sponsor Weinerplan Hellas und dessen Geschäftsführer Georg Weiner unternehmen wird, der ja maßgeblich zum Zwangsabstieg geführt hat?
Edelmeier: "Grundsätzlich bin ich dafür, nicht sofort alle Türen zuzuschlagen. Vielleicht ist ja doch noch finanziell etwas zu holen. Da nutzt es uns nichts, mit der großen Keule und dem Staatsanwalt zu kommen. Klaus Schorn steht noch immer in Kontakt mit Georg Weiner, der nach wie vor verspricht, noch Geld zu zahlen. Aber auch zu diesem Thema gibt es in ein paar Wochen sicher mehr zu sagen."
18.07.2005 SABINE HANNEN