„Herbstmeister, Herbstmeister...“
Von Klaus Apitz
Horkheim hat den TV Großsachsen beim 34:24 über weite Strecken im Griff
Inzwischen inszenieren sie beim TSB Horkheim ihre Feiern fast wie in der Bundesliga. Es war noch eine Minute zu spielen, da meldete sich der Hallensprecher zu Wort. „Und hier ein Endergebnis. Fellbach schlägt die SG Pforzheim/Eutingen mit 33:26, Herbstmeister.“ Das Klatschen der bereits stehenden Fans wuchs zum Orkan an.
Dann der Schlusspfiff, 34:24 im Oberligaspiel gegen den TV Großsachsen und ausgelassen feiernde Horkheimer. Die freuten sich wie Kinder, bauten sich vor ihren treuesten Fans an der Stirnseite der Stauwehrhalle auf und skandierten im Ringelreihen ein ums andere Mal „Herbstmeister, Herbstmeister...“
Ein paar Meter daneben, ganz gefasst und ruhig, der Trainer. Volker Blumenschein sah den Seinen wie ein stolzer Vater zu. „Das haben sie sich verdient, denn wer hätte geglaubt, dass wir nach der Vorrunde Erster sind. Die Mannschaft hat eine sensationelle Entwicklung genommen.“ Doch Blumenschein ist auch einer, der bei aller berechtigten Euphorie danach schaut, dass alle auf dem Teppich bleiben. „Sie spielen am oberen Limit, es gibt noch viel Arbeit, wenn wir das bestätigen wollen.“
Die Voraussetzungen, den Aufstieg zu schaffen, sind freilich nicht schlecht. Inzwischen sind als einzige Konkurrenten um die beiden Aufstiegsplätze nur noch der SV Fellbach, die SG Pforzheim/Eutingen und der TSV Birkenau übrig.
Horkheim ging am Samstag konzentriert in diese vor rund 600 Zuschauern beiderseits fair geführte Partie. Schnell zeigte sich, dass diesmal die Abwehr um den alten Haudegen Dirk Förster sicher stand. Jedenfalls war das Querspielen der Großsachsener vor der Mauer nicht das richtige Mittel, zu vielen Tore zu kommen. Und da die Horkheimer auf der Gegenseite konsequent abschlossen, waren sie beim 10:3 nach erst 15 Minuten schon auf der Siegesstraße.
Handballerboss Herwig Jarosch schaute sich das Geschehen entspannt an und hatte beim Pausenbier schon den freudigen Gesichtsausdruck, mit dem nach dem Spiel alle Horkheimer umherliefen. „Unsere Zuschauer sind unglaublich, das Märchen kann ruhig weitergehen“, schwärmte Henning Tittel, und den Dank dafür hatte das Team schon vor dem Spiel mit einem Transparent („Ihr seid die Besten“) zum Ausdruck gebracht.
Bei all dem Überschwang zog Blumenschein aber etwas die Euphorie-Bremse. Weil die Gäste nach dem 10:20 Nachlässigkeiten zu fünf Toren in Folge genutzt hatten, meinte er: „Ich bin sauer, jeder meint, er muss die Zaubermaus spielen.“ Der Trainer als größter Kritiker seines Teams.
TSB Horkheim: Hirschmann, Fasano (nicht eingesetzt) - Jerkovic, Knoll 4, Bauer 4, Huber 5/4, Förster, Pschierer 1, Fähnle 4/1, Schumacher 7, Tittel 4, Hau 5. Beste Großsachsener Torschützen: Kuch 7, Wenzel 5, Kohl 4. Torfolge: 1:0. 1:1, 4:1, 8:2, 10:3, 12:8, 17:8 - 18:8, 20:10, 20:15, 24:19, 29:20, 34:24.
Zeitstrafen: Horkheim 2 - Großsachsen 2.
Siebenmeter: Horkheim 6 - Großsachsen 3.
Schiedsrichter: Eberle/Walter (Helmlingen)