Die entlarvende Zahl elf
Von Klaus Apitz
Flein beißt sich an der Horkheimer Abwehr die Zähne aus und unterliegt mit 19:25
Handball- Die Szene war bezeichnend: Kurz vor Schluss kam Holger Schaible nach einem Torwartabpraller frei zum Wurf und traf den Pfosten. Im Gegenzug fingen sich die Fleiner das letzte von 25 Toren und unterlagen gegen den Oberliga-Tabellenführer Horkheim deutlich, weil ihnen selbst nur magere 19 Treffer gelangen.
Wer in der Oberliga ein Spiel gewinnen will, der muss in der Regel knapp an die 30-Tore-Marke herankommen. Daran sieht man, wie weit die Fleiner gestern von einem Sieg entfernt waren. Oder umgekehrt: Mit einer besseren Wurfausbeute hätte man die Horkheimer, die weit unter ihrer normalen Torquote von jenseits der 30 blieben, durchaus gefährden können. Doch der Angriff ist die Schwachstelle, deshalb steht der Aufsteiger im Keller. Gerade mal elf Tore gelangen aus dem Spiel heraus, der Rest war Siebenmeterausbeute.
„Es ist klasse, was unsere Abwehr geleistet hat, das haben wir die ganze Woche geübt“, so Gästetrainer Volker Blumenschein nach einem recht fair geführten Kampfspiel. An dieser Mauer liefen sich die Fleiner in der mit rund 1100 Zuschauern voll besetzten Sandberghalle ein ums andere Mal fest. Und was durchkam, war meist die Beute von Torhüter Timo Hirschmann. Er machte in der ersten Halbzeit den Unterschied aus, denn auf der Gegenseite bekamen Heiko John und der früh eingewechselte Jochen Hoffmann kaum einen Ball zu fassen. Über 4:3 und 6:4 setzten sich die auch im Angriff sicherer wirkenden Horkheimer bis zur Pause auf 16:9 ab. „Wir haben es ihnen mit vielen Fehlern leicht gemacht und zu wenig Druck auf die Abwehr ausgeübt“, meinte Fleins Trainer Rudolf Wagner.
Und trotzdem hätte der Außenseiter in dieses Spiel zurückkommen können. „Wir hatten da eine Phase, wo es nicht so geklappt hat“, sagte Horkheims flinker und wendiger Spielmacher Felix Knoll. Flein gab sich nämlich nicht geschlagen. Man drückte jetzt mehr aufs Tor und war Mitte der zweiten Halbzeit beim 15:19 und 16:20 auf vier Tore herangekommen. Doch die Wurfausbeute blieb mangelhaft, allein Oliver Hess und Marc Altmann versiebten je vier Mal. Als dann die Horkheimer nach längerer Durststrecke auf 23:16 erhöhten, war endgültig alles gelaufen. „Die sind hinten gut gestanden und haben aggressiv gespielt, und ich habe nicht getroffen“, lautete Hess’ Fazit.
„Das war für uns ein Meilenstein“, meinte Blumenschein, jetzt folgen die aus seiner Sicht leichteren Heimspiele gegen den SC Vöhringen und Linkenheim. „Diese Punkte waren nicht eingeplant, das war noch nicht der Abstieg, der Einsatz hat bei uns gestimmt “, setzt sein Gegenpart Rudolf Wagner auf die letzten sieben Spiele.
TV Flein: John, (ab neunter Minute) Hoffmann - Brenner, Wagner 2, Denscheilmann 3/1, Schaible, Jelinic, Hess 1, Altmann 3, Gerstlauer 10/5, Müller.
TSB Horkheim: Hirschmann, Fasano, Toskic (beide nicht eingesetzt) - Jerkovic, Knoll 5, Bauer 3, Huber 1/1, Förster 1, Pschierer 1, Fähnle, Schumacher 5, Tittel 1, Hau 2, Herrmann 6. .
Torfolge: 0:2, 1:2, 1:4, 3:4 (8.) 3:6, 4:6, 5:9 (17.), 6:11, 9:16 - 11:18, 15:19 (44.), 16:20, 16:23 (54.), 18:23, 18:25, 19:25, 19:26.
Zeitstrafen: Flein 6 - Horkheim 6.
Siebenmeter: Flein 8 - Horkheim 3.
Schiedsrichter: Cempel/Schmid (HSG Schönbuch). Zuschauer: rund 1100.