Die Schau von Edin und Olli
Von Klaus Apitz
Handball - Am Ende wurden die Fleiner Fans noch einmal richtig verwöhnt. Sekunden vor Schluss schien ein weiter und hoher Ball unerreichbar für Rene Müller zu sein. Doch dieser setzte zu einem Kamikaze-Flug an und klatschte den Ball im Stile eines Volleyballers ins Königshofener Tor. Es war der Schlusspunkt zum 42:29 in einem einseitigen Oberligaspiel.
Zu schwach präsentierte sich der Aufsteiger HSG Königshofen/Sachsenflur gestern den rund 450 Zuschauern in der Fleiner Sandberghalle. 42 Gegentore sagen alles über die desolate Abwehr aus, im Angriff war man nicht in der Lage, die Fleiner Defensivreihe unter Druck zu setzen. Und so reichte den Gastgebern zunächst einmal eine starke erste Viertelstunde, um beim 13:5 schon die grobe Richtung vorzugeben, die dieses Spiel nehmen würde. „Dann war bei uns aber wieder der Schlendrian drin“, kommentierte Trainer Rudolf Wagner den dann folgenden Hänger.
Beim 16:11 hatten die Gäste sogar die große Chance, wieder zurückzukommen, doch nutzten sie ein zweiminütiges Spiel mit zwei Mann mehr auf dem Feld nicht. Zur Halbzeit stand es 20:14, und damit waren die Gäste gut bedient. „Da haben wir zu wenig aus unserer Überlegenheit gemacht“, sagte Oliver Hess. Sich selbst konnte er damit nicht meinen, denn der Halblinke machte bis zur Pause aus elf Würfen zehn Tore. Es war seine große Schau und die des Edin Hadzimuhamedovic. Nach zwei Spielen verletzungsbedingter Pause erstmals wieder dabei, waren seine sieben Tore in 30 Minuten auch nicht schlecht.
Druck gemacht
Edin und Olli zerlegten die Gäste quasi im Alleingang. Wobei Ersterer natürlich weiß, was er ohne seine Mitspieler wär: „Die haben Druck für uns gemacht, die haben uns gut eingesetzt.“ Hess jedenfalls durfte sich ausruhen und kam erst in den letzten acht Minuten wieder aufs Feld.
Das Spiel war dann vollends schnell gelaufen, als die Fleiner das Tempo noch einmal anzogen und bis Mitte der zweiten Halbzeit auf 32:19 enteilten. „Ich habe in der Pause gesagt, dass wir bis zum Ende nicht nachlassen dürfen“, so Wagner. Das klappte nicht ganz, denn hinten raus ließen es seine Mannen locker auslaufen.
Weil der Fall früh besprochen war, war für Hadzimuhamedovic nach 45 Minuten Schluss. Wagner gab auch den Ersatzleuten Spielanteile. Nur einer musste bis zuletzt auf der Bank schmoren. Fabian Gerstlauer, der wegen seiner großen Fähigkeiten zur Stamm-Sechs zählt, war des Opfer des vorangegangenen Debakels in Schmiden. „Ich gehe davon aus, dass er sich jetzt im Training reinhängt und es mir beweist.“ Vor allem aber wird man Gerstlauer brauchen, denn Königshofen ist die schwächste Oberliga-Truppe. Jetzt aber geht es zum Vorletzten Durmersheim, und da ist nun mal ein Gerstlauer mit dem nötigen Biss eine Verstärkung.
Nicht überbewerten
Oliver Hess aber weiß nur zu gut, wie es bisher schon zwei Mal gelaufen ist, wenn die Fleiner nach einem Sieg auswärts an der Reihe waren: „Da haben wir eins auf den Sack bekommen.“ Auch Trainer Wagner meint: „Wir dürfen diesen Sieg nicht überbewerten. Die waren schlecht.“ Und auch in Fleins Abwehr läuft es noch immer nicht rund. Je 15 Minuten pro Halbzeit konzentriertes zur Sache gehen, wird gegen viele andere Clubs nicht reichen.
TV Flein: Hoffmann (bis 26. Minute), Eberle - Brenner, Gerstlauer (nicht eingesetzt), Göppele (1), Geige, Schaible (1), Hadzimuhamedovic (12/3), Jelinic (4/1), Denscheilmann (1), Vieler (7/2), Müller (1), Hess (13/2), Trampusch (2).
Beste Torschützen bei Königshofen/Sachsenflur: Deiss (7/1), Cico (7), Andreas Nixdorf (4/1), Orf (4).
Siebenmeter: Flein 10 - Königshofen 3.
Zeitstrafen: Flein 2 - Königshofen 8.
Schiedsrichter: Meike/Plinz (Südbaden).
Zuschauer: 450.