Glückwunsch an den Nachbarn!
Wehe, wenn sie losgelassen
Von Klaus Apitz
Es ist, als wollten sie nie aufhören zu feiern. „Wir woll‘n die Mannschaft seh‘n, wir woll‘n die Mannschaft seh‘n“, fordern die jungen Fans. Stefan Fähnle, Markus Schumacher, Felix Knoll und die anderen kommen aus der Kabine siegestrunken herbeigeeilt. Die TSB-Frauen haben zum Aufstieg ein Lied getextet, und da sind auch die Meister gefragt. Und dann legen sie zusammen los nach der Superstars-Melodie „We have a dream“. Nur dass es jetzt im Refrain heißt „Re-gio-nal-li-ga, wir sind wie-der da . . .“
Die Stimmung ist am Überschwappen, man ahnt, wie sehr alle im Horkheimer Umfeld diesen Moment herbeigesehnt haben. Vor allem die Spieler, die zuvor mit einem Elan zur Sache gegangen waren, dem die Altensteiger schon bald nichts mehr entgegenzusetzen hatten. 32:26 stand es am Ende, mit ihrer bis auf die Ränge zu spürenden festen Entschlossenheit hatten die Horkheimer ihren Gegner schnell sturmreif geschossen.
Militärisches Vokabular trifft durchaus diese Unerbittlichkeit, mit der der Gegner bekämpft wurde. 16:7 stand es nach 26 Minuten, und die Altensteiger hatten sich beim Anrennen gegen Marc Altmann, Stefan Fähnle, Michael Hau und Markus Schumacher eine blutige Nase geholt.
Auf der anderen Seite hebelten die Horkheimer die Altensteiger Deckung mit Kontern oder über die Flügel ein ums andere Mal aus. „Vergangene Saison hat man uns mit taktischen Varianten noch beeindrucken können, jetzt haben wir darauf eine Antwort“, freute sich Trainer Volker Blumenschein. Denn dass ihr Torjäger Markus Schumacher mit enger Bewachung aus dem Spiel genommen wurde, störte die Horkheimer wenig. Spielmacher Felix Knoll und Michael Hau stießen in die entstandenen Lücken.
Beim 25:13 nach 41 Minuten waren die etwa 900 Zuschauer in der Stauwehrhalle mit rhythmischem Klatschen längst in Feierstimmung. Die Horkheimer ließen es dann auslaufen, so dass das Ergebnis von 32:26 für die Altensteiger noch erträglich ausfiel.
„Das ist einfach geil, Leute“, war Felix Knoll in den Minuten des Triumphs völlig aufgedreht. „Wir sind Meister“, platzte dann Hallensprecher Oliver Löchner mitten in den Jubel hinein, denn Leutershausen hatte sein Heimspiel gegen Fellbach verloren. Eher als stiller Genießer kam TSB-Handballerboss Herwig Jarosch daher: „Die Mannschaft ist in den vergangenen beiden Jahren immer weiter gewachsen“, meinte er, während um ihn herum die große Party schon lief. Michael Hau hatte es so erlebt: „Ich hatte ja noch ein bisschen Angst, aber dann hat man schnell gesehen, dass bei uns der Wille da ist.“
Für Routinier Alexander Huber, der vor drei Jahren den bitteren Abstieg miterleben musste, ist der Triumph eine Art Lebenselixier: „Da wird man gleich ein paar Jahre jünger. Wir hatten eine durchwachsene Vorrunde dann hat sich die Mannschaft aber zusammengerissen.“ Kommentar „Dazugelernt“
TSB Horkheim: Hirschmann, Toskic (bei einem Siebemeter) – Altmann (3), Tittel (1), Hau (5), Schumacher (6), Knoll (5), Herrmann (5/3), Baum (1), Huber (5), Fähnle (1), Förster, Jerkovic, Schreider.
Gekämpft und doch fast abgestiegen
Handball - Der TV Flein hat trotz aller Bemühungen gestern beim Oberligaspiel in Schutterwald nicht punkten können und steht nach einem 30:36 kurz vor dem Abstieg. Aus den letzten beiden Spielen braucht man vier Punkte, Linkenheim und Schmiden dürfen nicht mehr punkten – und Oftersheim muss in der 2. Liga bleiben.
„Jeder wollte, aber es hat nicht gereicht“, war der für die Mannschaft zuständige Wolfgang Wörner mit dem gezeigten Kampfgeist zufrieden. Die Fleiner kamen gut in Spiel rein und legten ein 3:1 vor. Die Maßnahme von Trainer Rudolf Wagner, den Gastgeber-Spielmacher Daniel Kampf von Rene Müller eng decken zu lassen, brachte zunächst den gewünschten Erfolg. Ab Mitte der ersten Halbzeit erhöhten die Schutterwalder aber mit ihren variablen Angriffsspiel den Druck und gingen mit dem Tor zum 10:9 nach 16 Minuten erstmals in Führung. Die Gäste hielten allerdings dagegen und waren beim Halbzeitstand von 15:13 noch gut im Rennen.
Doch wieder einmal gerieten sie zu Beginn der zweiten Halbzeit weiter ins Hintertreffen. Mit dem 20:14 hatten die Schutterwalder bereits den Grundstein für den Sieg gelegt. Doch sollte es noch einmal spannend werden. Denn als Oliver Hess kam und traf rückten die Fleiner immer näher. Nach dem 27:29 allerdings kam es zu zwei Schlüsselszenen. Zuerst gab es einen umstrittenen Siebenmeter gegen Horkheim und eine Zeitstrafe gegen Hess, Schutterwald kam zum 30:27. Als dann die Fleiner ihrerseits einen Strafwurf verschossen und die Gastgeber auf 31:17 erhöhten, war die Entscheidung gefallen. red
TV Flein: Eberle, Hoffmann (bei zwei Siebenmetern) – Gerstlauer (9/4), Hess (5), Schaible (4), Brenner (2), Göppele (1), Trampusch (4), Denscheilmann (2), Müller (2), Vieler, Geiger (1) .
Quelle. http://www.stimme.de