VfL trotzt allen Verletzungssorgen: 37:35-Triumph in Wilhelmshaven
(pl/30.8.2006-21:40 AKTUALISIERT 22:55) GM/Wilhelmshaven – Auch ohne drei etatmäßige Rückraumspieler feierten die Handballer des VfL Gummersbach am Abend einen völlig verdienten Auswärtssieg beim Wilhelmshavener HV.
Der VfL gesellt sich durch den zweiten Erfolg im zweiten Spiel zur Fünfer-Riege der verlustpunktfreien Teams: Göppingen, Flensburg, Lemgo, Magdeburg und eben Gummersbach.
Wilhelmshavener HV – VfL Gummersbach 35:37 (15:18).
“Auch wenn wir zwischendurch wieder einen kleinen Durchhänger hatten, bin ich mit der guten Mannschaftsleistung absolut zufrieden. Wir haben trotz unserer personellen Probleme im Angriff über fast 60 Minuten sehr gut gespielt. Auch die Deckung stand unter dem Strich gut. Alles in allem ein sehr wertvoller Sieg“, freute sich VfL-Trainer Alfred Gislason über den völlig verdienten Erfolg der Oberberger.
17 Minuten vor Schluss war eigentlich die Kuh bereits vom Eis: Der VfL hatte durch den heute überragenden Momir Ilic auf 29:20 erhöht. Doch wie schon beim Auftaktsieg der Gummersbacher vor Wochenfrist gegen Hildesheim mehrten sich in der Schlussphase die individuellen Fehler, sodass die Hausherren tatsächlich nochmals heran kamen. Per Auszeit hatte WHV-Coach und Motivationskünstler Michael Biegler seine Schützlinge auf den Endspurt eingestimmt. Dreimal Hribar, zweimal Ljubanovic sowie Gylfason, Liniger, Bedzikowski, Schröder und Köhrmann ließen die Gastgeber binnen zehn Minuten bis zum 30:33 wieder aufschließen.
Zusätzlich motiviert durch vier zum Teil fragwürdige Zeitstrafen gegen den VfL, bewies die Gislason-Truppe nun Moral. Auch eine Manndeckung gegen Daniel Narcisse, der im zweiten Durchgang von der Spielmacher-Position in den rechten Rückraum gewechselt war, stoppte Gummersbachs Schlusssprint nicht. Rechtsaußen Vedran Zrnic und Ilic per Siebenmeter konterten zum 35:31, ehe Gudjon Valur Sigurdsson eine Minute vor Schluss mit dem 36:32 alles klar machte. Der Rest war für die Statistik.
Und ein Blick auf eben diese verdeutlicht, dass die verbliebenen Rückraum-Shooter Ilic und Narcisse mit zusammen 19 Toren die Lücken der Verletzten Houlet, Zakharov und Alvanos bestens stopften. Aber auch je sechs Treffer von Kreisläufer Robert Gunnarsson und Rechtsaußen Vedran Zrnic lassen aufhorchen. Während Zrnic sich kontinuierlich steigerte und am Ende eine Hundertprozent-Quote zu Buchestehen hatte, erlebte Gunnarsson seinen Höhepunkt gleich zu Beginn der Partie. So markierte der kräftige Isländer all seine sechs Toren binnen der ersten 18 Minuten, ehe die Wilhelmshavener Abwehrspezialisten ihm Einhalt geboten.
Viel Licht also bei den Gummersbachern, aber auch ein wenig Schatten: Nandor Fazekas hielt in den ersten Minuten gerade einmal einen Ball, ehe er durch Goran Stojanovic abgelöst wurde. Aber auch der Mann aus Montenegro erwischte keinen guten Tag, sodass er am Ende lediglich fünf Paraden zeigen konnte. Immerhin war Christian Ramota bei seinem Kurzauftritt vier Mal auf der Höhe - alles in allem aber nichts Berauschendes vom Keeper-Trio. Nur gut, dass die Vorderleute um den Abwehrspezialisten Sverri Jakobsson, der in der Deckung für Bennet Wiegert auf die Platte gekommen war, ihre Sache gut machten und konsequent zupackten. So hatte Coach Gislason seine Spieler perfekt auf den zuletzt überragenden Slowenen Bostjan Hribar eingestellt – auch ohne Manndeckung.